Mumps

Synonyme: Ziegenpeter, Bauernwetzel, Wochentölpel

Das Mumpsvirus (RNA-Virus aus der Familie der Paramyxoviridae) kommt weltweit vor und tritt vor allem im Winter und Frühjahr gehäuft auf. In der Bevölkerung sind vorwiegend Kinder und Jugendliche betroffen, doch aufgrund der verbesserten Impfraten im Kinder- und Jugendalter sind Mumps-Erkrankungen bei Erwachsenen zunehmend häufiger als früher.

Bei einer Mumps-Erkrankung kommt es zu einer nichteitrigen Schwellung der Ohrspeicheldrüse. Mindestens 30 - 40 % der Infektionen verlaufen ohne Krankheitsbeschwerden. Entwickelt sich jedoch ein "typischer" Krankheitsverlauf, so kommt es häufig zu einem Fieberanstieg mit Kopf- und Gliederschmerzen und im weiteren Verlauf zum Anschwellen der Ohrspeicheldrüse. Nach ungefähr 5 bis 8 Tagen geht das Fieber und die Schwellung wieder zurück.

Im Rahmen einer Mumpsvirusinfektion können auch Komplikationen auftreten. So kann es zum Beispiel zu einer Entzündung der Hirnhäute (Meningitis) kommen, die gelegentlich mit Beschwerden einher geht, sehr viel häufiger jedoch unbemerkt bleibt. Auch ein Hirnnerv kann sich bei der Mumpsmeningitis entzünden und in seltenen Fällen zur Schwerhörigkeit oder Ertaubung führen (1:10.000 Fälle). Kommt es im Rahmen einer Mumpsvirusinfektion zur Entzündung des Gehirns (Meningoenzephalitis), können in ungefähr 50% aller Fälle Dauerschäden resultieren. Seltenere Komplikationen sind Entzündungen anderer Drüsenorgane, die in Mitleidenschaft gezogen werden, so u.a. Pankreas (als "Pankreatitis" mit starken Bauchschmerzen) oder Hoden (als "Orchitis" mit Gefahr der Sterilität). Mit zunehmenden Lebensalter treten Komplikationen (v.a. Hirn- oder Hirnhautentzündung) häufiger auf.

Für Reisende ist eine Mumps-Impfung dann relevant, wenn kein ausreichender Impfschutz vorliegt oder die Krankheit als Kind nicht durchgemacht wurde und zum Beispiel ein längerer Aufenthalt als Austauschschüler, Student oder Au Pair in Regionen oder Einrichtungen geplant wird, in denen aktuell eine Masern-Epidemie vorliegt oder wo zu vielen Kindern Kontakt besteht.

Übertragung:

Die Übertragung erfolgt von Mensch zu Mensch meistens durch sog. "Tröpfcheninfektion" (d.h. die Viren können durch Sprechen, Husten oder Niesen übertragen werden). Der Infektionsort ist der Nasen-Rachen-Raum. In seltenen Fällen kann das Virus auch über Speichel oder verunreinigte Gegenstände mittels "Schmierinfektion" übertragen werden.

Schutz:

Schutz durch Impfung

Die Impfung wird von der STIKO (Ständige Impfkommission) für alle Kinder ab dem vollendeten 11. Lebensmonat empfohlen. Empfohlen wird ein sog. "trivalenter" Impfstoff, d.h. eine Vakzine die gegen drei Krankheiten schützt, nämlich Masern, Mumps und Röteln.

Nach 1970 Geborene mit unklarem Impfstatus, so wie ungeimpfte bzw. in der Kindheit nur einmal geimpfte Personen, die in Gesundheitsdienstberufen in der unmittelbaren Patientenversorgung, in Gemeinschaftseinrichtungen oder Ausbildungseinrichtungen für junge Erwachsene tätig sind, wird eine einmalige Impfung empfohlen.

Auch Erwachsene mit erhöhten Risiko sollten geimpft werden. Dazu gehören Ungeimpfte bzw. in der Kindheit nur einmal geimpfte Personen oder auch Personen mit unklarem Impfstatus, mit Kontakt zu Mumpskranken. Dieser Personenkreis sollte möglichst innerhalb von drei Tagen nach Exposition eine einmalige Impfung erhalten.