Pest

tucan
  • Die Pest wird durch Bakterien Yersinia pestis verursacht.
  • Die Inkubationszeit kann zwischen wenigen Stunden bis zu 7 Tagen liegen.
  • Es gibt verschiedene Ausprägungsformen: Beulenpest, septikämische Pest und Lungenpest.
  • Weltweit wurden im Zeitraum von 1.1.2010 bis 31.12.2015 insgsamt 3.248 menschliche Pestfälle registriert (WHO).
  • Die meisten Fälle weltweit werden aus Madagaskar gemeldet, weitere Schwerpunkte liegen in Afrika, Südamerika und Indien.
  • In den Vereinigten Staaten werden jährlich zwischen 1-17 Pestfälle berichtet (CDC).
  • In Europa wurde die Pest seit dem 2. Weltkrieg nicht mehr beobachtet.
  • Die Pest kann mit Antibiotika behandelt werden.
Die Pest wird durch Bakterien mit dem Namen Yersinia pestis verursacht, die in einigen Regionen der Welt natürlich bei wildlebenden Nagetieren vorkommen (sog. Naturherde) und zwischen diesen durch Flöhe übertragen werden. Die Inkubationszeit, d.h. die Zeit zwischen Infektion des Erregers und Ausbruch der Krankheit, kann zwischen wenigen Stunden bis zu 7 Tagen betragen. Die Ausprägungsformen der Pesterkrankung sind unterschiedlich. Man unterscheidet Beulenpest, septikämische Pest und Lungenpest. Im Zeitraum von 1.1.2010 bis 31.12.2015 wurden nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation weltweit 3.248 menschliche Pestfälle registriert. Insgesamt kam es zu 584 registrierten Todesfällen. Betroffen waren überwiegend Personen aus sozial schwachen Verhältnissen in Afrika, Südamerika und Indien, die durch ihre ärmlichen Behausungen vor allem wildlebenden Nagetieren ausgesetzt sind. Aufgrund der oft mangelhaften medizinischen Versorgung in ländlichen Gebieten von Schwellen- und Entwicklungsländern, als auch den oft nicht ausreichend ausgebildeten Meldesystemen kann man von einer Unterfassung der Fälle ausgehen. Die meisten Fälle weltweit werden alljährlich aus Madagaskar gemeldet. In Europa wurde die Pest seit dem 2. Weltkrieg nicht mehr beobachtet.

Pesterkrankungen treten in unterschiedlich großen Einzelherden in verschiedenen Ländern auf. Vor allem betroffen sind Ostafrika (u.a. Tansania), Madagaskar, die Mongolei, Vietnam, Myanmar, Indien und Peru. Armut, mangelnde Hygiene- und Medizinstandards begünstigen vor allem in Slums und Armenvierteln die Übertragung der Erkrankung. Aber auch in Regionen mit hohen Hygienestandard können Pestfälle vereinzelt auftreten. So werden auch aus den USA jährlich vereinzelte Pestfälle gemeldet, meist bei Jägern oder Wanderern, die entlegene Naturherdgebiete (z.B. in den Rocky Mountains) aufsuchen (s.u.). Für Reisende stellt die Pest nur in absoluten Sonderfällen (z.B. Trekking- und Abenteuertouren in touristisch nicht erschlossene Infektionsgebiete, bzw. berufliche Exposition bei Entwicklungshelfern) ein Risiko dar. Grundsätzlich ist die Pest heutzutage gut mit Antibiotika behandelbar, sofern die Diagnose frühzeitig gestellt wird. 

Die Pest in den USA

Nach Aussage des CDC (Centers for Disease Control and Prevention) werden in den Vereinigten Staaten jährlich zwischen 1-17 Pestfälle berichtet. Die Pest wurde erstmals 1900 in den Vereinigten Staaten beobachtet. Sie wurde durch Ratten aus Asien nach Amerika gebracht und breitete sich zunächst nur in den großen Hafenstädten aus. Der letzte große Pestausbruch in Amerika ereignete sich im Jahr 1924/25 in Los Angeles. Nach diesem Ausbruch breiteten sich die  Pesterreger von Stadt- auf Landratten aus und bevölkerten vor allem immer mehr des Westen Amerikas. Betroffen sind vor allem Regionen die ein erhöhtes Vorkommen von Nagetieren aufweisen, v.a. im Norden von New Mexico, Nord Arizona, Süd-Colorado, Kalifornien, Süd-Oregon, als auch im Westen von Nevada. Zwischen 1900 und 2010 wurden 999 Pestfälle in Nordamerika registriert.

Beulenpest

Die Beulenpest -oder auch Bubonenpest genannt- hat ihren Namen durch die Vergrößerung der Lymphknoten erhalten, die wie "Beulen" (sog. Bubonen) der Haut imponieren und auch eitern können. Diese Pestform stellt die häufigste und auch mildeste Form der Infektion dar. Der sog. Primärbubo, d.h. die erste "Beule" die sich nach Befall der Pesterreger bildet, ist häufig in der Leistenregion lokalisiert, da durch Flohbisse an den Beinen die Bakterien über die Lymphbahnen zuerst die Lymphknoten der Leistenregion erreichen. Von dort ausgehend ist ein Befall weiterer Lymphknoten oder gar eine Ausbreitung im Körper möglich.


Septikämische Pest:

Wenn sich die Pestbakterien über den Blutweg weiter im Körper ausbreiten, kann es sehr schnell zu einer Sepsis ("Blutvergiftung") kommen. In sehr kurzer Zeit entwickelt sich hohes Fieber mit Schüttelfrost, Kopfschmerzen, Schwindel im weiteren Verlauf ein Kreislaufschock und innere Blutungen. Die Ausbreitung der Bakterien im ganzen Körper und die Absiedlung in unterschiedliche Organe kann in kürzester Zeit zu einem lebensbedrohlichen Zustand führen.

Lungenpest:

Bei einem Befall der Lunge kommt es zur schwerwiegenden, auch für andere Menschen direkt ansteckenden Lungenpest. Sie kann von einer Beulenpest mit Ausbreitung der Bakterien auf dem Blutweg in die Lunge ausgehen (sekundäre Lungenpest). Erfolgt die Ansteckung über Tröpfcheninfektion direkt von einem anderen Patienten mit Lungenpest so entsteht die primäre Lungenpest (ohne vorausgehende Beulenpest). Zu Beginn der Erkrankung kommt es zu Fieber, Kopf- und Muskelschmerzen. Im weiteren Verlauf entwickelt sich ein Husten mit blutigem Auswurf, zunehmende Atembeschwerden bis hin zum Schock und Atemstillstand. Die Lungenpest verläuft häufig tödlich wenn sie nicht frühzeitig mit Antibiotika behandelt wird.


Übertragung:

Die Bakterien werden durch Flöhe oder - im Falle der primären Lungenpest - mittels Tröpfcheninfektion von Mensch-zu-Mensch direkt übertragen.

Schutz:

Nach Flohstich in einem Pest-Risikogebiet bzw. nach direkten Kontakt mit Lungenpest-Erkrankten können - nach Absprache mit dem Arzt - vorbeugend Antibiotika eingenommen werden. In der Regel sind von diesen Prophylaxemaßnahmen keine Reisenden, sondern nur die Familienangehörige der Pestkranken und das medizinische Kontaktpersonal betroffen. Armut, mangelnde Hygiene- und Medizinstandards begünstigen vor allem in Slums und Armenvierteln die Übertragung der Erkrankung. Aber auch in Regionen mit hohem Hygienestandard (z.B. USA) können Pestfälle vereinzelt auftreten. Für Reisende stellt die Pest nur in absoluten Sonderfällen (z.B. Trekking- und Abenteuertouren in touristisch nicht erschlossene Infektionsgebiete, bzw. berufliche Exposition bei Entwicklungshelfern) ein Risiko dar.

Ratte (1) iStock / MarcLane45 Pestfloh iStock / marcouliana