Pocken

Die Pocken werden durch sogenannte Variolaviren verursacht. 7 bis 18 Tage nach der Infektion treten anfängliche Beschwerden wie hohes Fieber, Müdigkeit, Kopf- und Rückenschmerzen auf. Im weiteren Verlauf (nach ca. 2-3 Tagen) kommt es zu typischen Hauterscheinungen, die vorwiegend an den Händen, Armen, Beinen und im Gesicht auftreten. Die Sterblichkeit liegt bei ungeimpften Personen bei bis zu 30 %. Mildere Verlaufsformen der Pocken findet man vor allem bei Teilimmunen (z.B. Personen, die in der Vergangenheit gegen Pocken geimpft wurden) mit hohem Fieber, nur einzelnen Hauterscheinungen und einer Letalität (Sterbewahrscheinlichkeit) von ungefähr 1%. Eine Behandlung gegen Pocken konnte nicht getestet werden, weil seit der Ausrottung mit dem Virus nicht mehr experimentiert werden durfte. Es wird allerdings davon ausgegangen, dass Medikamente, die seit der Pockenausrottung gegen andere Krankheiten entwickelt wurden, auch gegen Pocken wirksam sein könnten.

Die Weltgesundheitsorganisation erklärte 1979 die Pocken als weltweit ausgerottet. Die letzten Infektionen wurden 1977 aus Somalia und Äthiopien, des weiteren eine Laborinfektion aus England berichtet. Das Virus soll nur noch zu Forschungszwecken in zwei Laboratorien (USA und Russland) existieren. Ein natürliches Vorkommen besteht nicht mehr.

Die mögliche Verwendung von Pockenviren als Biowaffe wird diskutiert. Daher werden Pocken-Impfstoffe wieder erneut hergestellt, um im Notfall die betroffene Einwohnerpopulation impfen zu können. In Deutschland stehen der Bundesregierung derzeit 24 Mio. Impfdosen zur Verfügung. 11 Mio. weitere Impfdosen sollen noch hergestellt werden. Der Pockenimpfstoff ist in Deutschland derzeit nicht zugelassen und ist somit im Handel nicht erhältlich. Da die "alte" Pockenschutzimpfung auch ernsthafte Nebenwirkungen mit sich brachte, soll nur im Falle eines Notfalles die breite Öffentlichkeit gegen Pocken geimpft werden.

Übertragung:

Die Viren werden hauptsächlich über den Luftweg, mittels Staub oder Tröpfchen (aus Nase, Mund und Rachen) übertragen, seltener durch ein direktes Eindringen von Erregern in den Körper. Die Inkubationszeit (Zeit von der Ansteckung bis zum Auftreten der ersten Beschwerden) beträgt zwischen 7 bis 19 Tage. Eine mit dem Pockenvirus infizierte Person beginnt von dem Zeitpunkt an ansteckend zu sein, an dem sie Fieber entwickelt bis hin zum Abfallen der letzten Hautkrusten. Die größte Ansteckungsgefahr besteht innerhalb der ersten Krankheitswoche.

Schutz:

Zur Bekämpfung der Pocken wurde in früheren Jahren eine Pockenimpfung durchgeführt. Da in den letzten zwei Jahrzehnten keine medizinische Notwendigkeit für vorbeugende Schutzmaßnahmen bestand, wurde dementsprechend auch die Impfung nicht mehr durchgeführt. Dazu kommt, dass die Impfung - insbesondere bei Erstimpfung - schwere Nebenwirkungen (v.a. des Zentralen Nervensystems) hervorrufen kann und daher nur im Notfall eingesetzt werden soll. Der Impfstoff ist im freien Handel nicht verfügbar. Eine Impfung kann in den ersten Tagen nach Kontakt mit Pockenviren den Krankheitsverlauf abschwächen oder sogar ganz verhindern. Jede Person, die in der Vergangenheit bereits gegen Pocken geimpft wurde (meist erkenntlich an der Impfnarbe) , verfügt noch über einen Teilschutz, der wahrscheinlich vor den ernsten Beschwerden und gefährlichen Komplikationen der Erkrankung schützt.

pockenvirus