SARS

Synonym: Schweres akutes Atemwegssyndrom / Severe Acute Respiratory Syndrome

Im November 2002 wurden in der südchinesischen Provinz Guangdong erstmalig akute Atemwegserkrankungen unklarer Ursache festgestellt. Im Februar 2003 wurden im benachbarten Hongkong ebenfalls erste Erkrankungsfälle berichtet. Von dort aus wurde durch einen Reisenden der Krankheitserreger nach Hanoi (Vietnam) exportiert. In kurzer Zeit breitete sich die Infektion im Umfeld der Erkrankten (d.h. nahe Verwandte und medizinisches Pflegepersonal) und im Verlauf auch auf Personen im weiteren Umfeld aus, so dass die WHO die Krankheit als Bedrohung der Weltgesundheit einstufte und am 12. März erstmalig eine öffentliche Warnung aussprach. Nachdem die Erkrankung zu starken Atembeschwerden und u.U. zu schwerer Lungenentzündung führt, benannte die WHO die neue Infektionskrankheit SARS (Severe Acute Respiratory Syndrome bzw. Schweres Akutes Atemwegssyndrom). Durch den internationalen Reiseverkehr wurde der Krankheitserreger in verschiedene Länder getragen. Der Ausbruch dauerte bis Mitte des Jahres 2003 an. In dieser Zeit wurden der WHO weltweit SARS - Verdachts- und Erkrankungsfälle gemeldet. Im Dezember 2003 bis Ende April 2004 wurden aus China weitere vereinzelte SARS-Erkrankungsfälle gemeldet. Bei den Erkrankungsfällen die nach dem 5. Juli 2003 nachgewiesen werden konnten, handelte es sich jedoch um Einzelpersonen die in medizinischen Labors in Taiwan, Singapur und China tätig waren und sich dort mit dem SARS Coronavirus infiziert hatten.

Erreger und Übertragung

Bei dem schweren akuten Atemwegssyndrom (SARS) handelt es sich um eine neue Viruserkrankung. Erregernachweise, die vor allem durch Rachenabstriche der an SARS erkrankten Patienten in verschiedenen Ländern durchgeführt wurden legen nahe, dass es sich bei der Infektion um ein bisher unbekanntes Coronavirus handelt. Die Coronaviren (Coronaviridae) werden üblicherweise durch Schmier- und Tröpfcheninfektion verbreitet und können beim Menschen zu Erkrankungen der Atemwege führen. In verschiedenen Ländern konnte das Coronavirus bei den SARS-Fällen nachgewiesen werden und wird daher mit hoher Wahrscheinlichkeit als Krankheitsursache angenommen. Mit letzter diagnostischer Sicherheit ist es bisher noch nicht belegt, ebenso steht noch offen, ob auch andere Krankheitserreger als Mitverursacher des SARS in Betracht kommen. Eingehende Untersuchungen zur Erregersicherung werden weiterhin weltweit durchgeführt.

Die WHO weist darauf hin, dass die meisten SARS-Fälle bei Personen mit engen Mensch zu Mensch Kontakten auftraten (d.h. meist innerhalb von Familien- und Wohnbereichen, sowie medizinisches Pflegepersonal) und wahrscheinlich über Tröpfcheninfektion übertragen wurden. Andere Übertragungswege werden derzeit noch untersucht. In Einzelfällen können auch Personen mit weniger engen Kontakten (z.B. im Hotel oder Flugzeug) infiziert werden und erkranken.

Das Krankheitsbild

Die Inkubationszeit beträgt 2 - 7 (10) Tage. Bei den meisten Erkrankungen handelt es sich um zuvor gesunde Erwachsene zwischen 25 - 70 Jahren. Seltener wird die Erkrankung bei Kindern unter dem 15. Lebensjahr beobachtet.

Zu den Beschwerden zählen meist ein plötzlicher Krankheitsbeginn mit Fieber (> 38 °C), Kopf- und Muskelschmerzen sowie Beschwerden der Atemwege (z.B. trockener Husten, Halsschmerzen, Kurzatmigkeit). Zu den genannten Symptomen können zusätzlich Beschwerden wie Appetitlosigkeit, Übelkeit, Hautausschläge, Durchfälle und Verwirrtheitszustände auftreten. In der Mehrheit der Fälle bessern sich die Beschwerden nach dem 7. Krankheitstag. Bei schwerem Verlauf kann es zu einer Pneumonie (Lungenentzündung) sowie zu einer starken Beeinträchtigung der Atmung (ARDS) und im schlimmsten Fall zum Tod kommen.