Schlafkrankheit

tucan
  • Die Schlafkrankheit wird durch Parasiten (sog. Trypanosoma brucei) verursacht, die durch den Stich der Tsetsefliege übertragen werden. 
  • Die Erkrankung tritt in afrikanischen Ländern südlich der Sahara auf.
  • Das Infektionsrisiko für Reisende ist gering, dennoch besteht ein Risiko v.a. für Safari-Touristen.

Die Schlafkrankheit (sog. afrikanische Trypanosomiasis) wird durch Parasiten (sog. Trypanosoma brucei) verursacht. Die Parasiten befallen über die Blut- und Lymphgefäße die inneren Organe, passieren im weiteren Krankheitsverlauf die Blut-Hirn-Schranke und gelangen somit ins Gehirn, wo sie ein schweres Krankheitsbild hervorrufen, das unbehandelt tödlich endet. Die Erkrankung tritt in afrikanischen Ländern südlich der Sahara auf und betrifft vorrangig die einheimische Bevölkerung in abgelegenen ländlichen Regionen. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) schätzt, dass jährlich zwischen 50.000 – 70.000 Erkrankungsfälle auftreten. Das Vorkommen in den afrikanischen Ländern variiert. Während in Ländern wie u.a. Burkina Faso, Kamerun, Äquatorialguinea, Gabun, Kenia, Mosambik, Nigeria, Ruanda, Sambia und Simbabwe im Durchschnitt weniger als 50 Fälle pro Jahr registriert werden, stellt die Infektionskrankheit hingegen in Ländern wie Zentralafrika, Tschad, Kongo, Elfenbeinküste, Guinea, Malawi, Uganda und Tansania ein ernstzunehmendes Gesundheitsproblem in der Bevölkerung dar. Eine Untersuchung zeigte, dass im Zeitraum der Jahre 2000 – 2010 insgesamt 94 Fälle der Schlafkrankheit aus endemischen Ländern (d.h. Länder in denen die Schlafkrankheit auftritt) in nicht endemische Länder (d.h. Länder in denen die Schlafkrankheit nicht auftritt) importiert wurden. In 68 Fällen handelte es sich um Infektionen mit Trypanosoma brucei rhodesiense die bei Touristen nachgewiesen wurden, die sich in Tansania (40), Malawi (13), Sambia (8), Simbabwe (5) und Uganda (2) aufhielten. Meistens wurde die Erkrankung wenige Tage nach Rückkehr in der Heimat diagnostiziert. Die Mehrheit der Reisenden befand sich zu diesem Zeitpunkt noch im Anfangsstadium der Erkrankung. Infektionen mit dem Erreger Trypanosoma brucei gambiense (26) konnten häufig erst einige Monate nach der Erstuntersuchungen nachgewiesen werden und wurden vor allem bei Auswanderern, Flüchtlingen oder Migranten festgestellt, die aus der Demokratischen Republik Kongo (6), Gabun (6), sowie aus Angola, Kamerun, Äquatorialguinea, Uganda, Sudan und Zentralafrika stammten. In diesen Fällen befand sich die Mehrheit der Erkrankten bereits im zweiten Krankheitsstadium.

Übertragung:

Die Schlafkrankheit (sog. afrikanische Trypanosomiasis) wird durch Parasiten (sog. Trypanosomen) verursacht, die durch den Stich der Tsetsefliege übertragen werden. Auch wenn das Infektionsrisiko für Reisende gering ausfällt, so zeigen die Fälle der Vergangenheit, dass dennoch ein Risiko besteht und Schutzmaßnahmen sinnvoll sind. Ein Übertragungsrisiko besteht insbesondere für Reisende die sich in Savannen und Wäldern in Zentral- und Ostafrika aufhalten, insbesondere in den Nationalparks.

Schutz:

Reisenden wird empfohlen sehr gute Insekten abweisende Maßnahmen zu ergreifen. Die bremsenähnliche Tsetsefliege, hat einen starken Stachel mit dem sie auch am behaarten Kopf oder durch dünnere Stoffarten (z.B. Leinen) hindurch stechen kann. Daher sollte die Kleidung Körper bedeckend (langärmeliges Oberteil, lange Hosen, die Fußknöchel bedeckende Socken) und aus dickeren bzw. festen Stoffen sein, die im optimalen Fall mit Insektiziden imprägniert ist. Auf dunkle und grelle Kleidungsfarben sollte verzichtet werden, da diese auf die Tsetsefliege anziehend wirken. Vorzugsweise ist khaki oder eine oliv-grüne Kleidungsfarbe vorteilhaft. Anti-Insekten Sprays, Cremes und Lotionen sollten sorgfältig und regelmäßig aufgetragen werden und zumindest einen 30% DEET-Anteil aufweisen, da die Tsetsefliege nur eingeschränkt durch Insektizide abzuweisen ist. Sollte ein Stich durch eine Tsetsefliege bemerkt werden, so ist umgehend medizinische Hilfe aufzusuchen.

Tsetsefliege (1) iStock / Attardog Trypanosoma iStock / Dr. Microbus Safari iStock / Kasto80