Tetanus

Synonym: Wundstarrkrampf

tucan
  • Tetanus-Bakterien treten weltweit auf und kommen vor allem in der Erde und im Straßenstaub vor.
  • Tetanusbakterien setzen ein Gift frei.
  • Erste Beschwerden können bereits nach drei Tagen auftreten, wenn die Wunde oft schon verheilt ist.
  • Es kann zu schweren, schmerzhaften Muskelkrämpfen bis hin zur vollständigen Muskelstarre mit Todesfolge kommen.
  • Es gibt eine wirksame Schutzimpfung gegen Tetanus.

Der Tetanus, auch Wundstarrkrampf genannt, wird durch Bakterien (sog. Clostridium tetani) verursacht. Die Bakterien treten weltweit auf und kommen vor allem in der Erde und im Straßenstaub vor. Die Tetanus-Bakterien setzen ein Gift frei, dass meist nach drei bis 14 Tagen, wenn die Wunde oft schon verheilt ist, zu schweren, schmerzhaften Muskelkrämpfen bis hin zur vollständigen Muskelstarre mit häufiger Todesfolge führen kann. Ist die Krankheit einmal ausgebrochen, gibt es keine gezielte Behandlung. Die Muskelkrämpfe können einige Minuten andauern und zu einer Kieferklemme führen, die das Öffnen des Mundes unmöglich macht. Krämpfe der langen Rückenmuskulatur können derart stark auftreten, dass es zu Überstreckungen und infolge sogar zu Brüchen der Wirbelsäule kommt. Unbehandelt folgt der Tod meist durch Erstickung. Um die Ausbreitung der Erreger entgegenzuwirken, werden in manchen Fällen die Eintrittswunden der Bakterien chirurgisch gründlich ausgeschnitten bzw. in schwerwiegenderen Fällen Amputationen durchgeführt. Eine maschinelle Beatmung ist bei Ausbreitung der Bakterien im Körper meist von Nöten. Da die erkrankten Personen unbehandelt selten das Bewusstsein verlieren, ist die Erkrankung und der Tod meist sehr qualvoll.

Auch in Deutschland sind in den vergangenen Jahren, trotz fortschrittlicher Intensivmedizinischer Maßnahmen - noch immer Personen an Tetanus gestorben. Untersuchungen zur Gesundheit Erwachsener in Deutschland zeigten (Bundesgesundheitsblatt 2013), dass in Deutschland knapp 29%  der Erwachsenen keinen gültigen Impfschutz gegen Tetanus aufweisen und 43% der Erwachsenen ein Impfschutz gegen Diphtherie fehlt. Diese Impflücken werden vor allem in Westdeutschland, sowie bei alten Menschen und Menschen mit niedrigem sozioökonomischem Status beobachtet.

Tetanus und insbesondere Tetanus bedingte Todesfälle, treten vor allem in den ärmeren Teilen der tropischen Länder auf. Laut Angaben der WHO wurden im Jahr 2002 weltweit 213.000 Tetanus-Todesfälle geschätzt - darunter rund 180.000 bei Neugeborenen.

Übertragung

Die Bakterien gelangen durch Hautverletzungen in den Körper. Auch Tierbisse beinhalten ein erhöhtes Tetanusinfektionsrisiko. Eine Übertragung der Erreger von Mensch-zu-Mensch ist nicht möglich. Eine Tetanus-Erkrankung verleiht keine sichere Immunität und kann ernste bis lebensbedrohliche Folgen nach sich ziehen.

Schutz

Der einzige Schutz vor der Erkrankung besteht durch die Schutzimpfung, die alle zehn Jahre aufgefrischt werden sollte. Bei Kindern sollte gemäß der STIKO-Empfehlungen ein Impfschutz für Kinder durchgeführt werden, der durch eine Mehrfachimpfung, nicht nur gegen Tetanus, sondern auch gegen andere gefährliche Infektionskrankheiten schützt. Durch eine aktive Tetanus-Schutzimpfung kann ein sicherer Schutz vor der Erkrankung erzielt werden. Unabhängig von Auslandsreisen, sollte jedes Kind und jeder Erwachsene einen immunologisch gültigen Tetanusschutz besitzen.

Darüber hinaus ist eine gründliche Wunddesinfektion grundsätzlich zur Vorbeugung verschiedenster Infektionen immer empfohlen.

Clostridium tetani iStock / royaltystockphoto Tetanus - Knieverletzung 2 iStock / wellphoto Tdp-Impfung interMEDIS / Pechel