Vorkommen

  • Zu der Bakteriengattung "Vibrionen" gehören u.a. Vibrio vulnificus, Vibrio parahaemolyticus, Vibrio hollisae, Vibrio alginolyticus und Vibrio fluvialis.
  • Sie kommen in salzigem Meeres- und Brackwasser warmer Klimazonen vor.
  • Bevorzugt sind sie in Küstennahen Binnengewässern nachweisbar. Bei Temperaturen von über 20 °C im Salzwasser kommt es zu einer deutlichen Vermehrung der Bakteriengattung.
  • Neben anderen Ländern haben Amerikas Staaten am Golf von Mexiko - Texas, Louisiana, Mississippi, Alabama und Florida - durch ihre warmen Wassertemperaturen diese begünstigenden Wachstumsbedingungen. Dadurch besteht ein erhöhtes Infektionsrisiko in den betroffenen Küstengewässern.
  • Durch die zunehmend warmen Sommertemperaturen in Europa wird eine weitere Zunahme des Vorkommens von Vibrionen im Nordwesten Europas befürchtet.
  • In Deutschland kann auch die Ostsee an seichten Stellen über 20°C betragen. Dadurch bilden sich im Salzwasser optimale Vermehrungsbedingungen für das Bakterium, so dass die Anzahl der Keime zunimmt und somit das Infektionsrisiko steigt.

Beschwerden

  •  Infektionen mit dem Bakterium Vibrio parahaemolyticus können zu bedrohlichen Wundinfektionen, Ohrentzündungen, aber auch - und insbesondere bei chronisch Kranken und abwehrgeschwächten Personen - zur Blutvergiftung und zum Tod führen.
  • Die Bakterien "Vibrio vulnificus" können beim Aufenthalt im Salzwasser (Baden, Schwimmen, Waten, o.ä.) durch kleine Hautverletzungen (z.B. Schürf- und Schnittwunden) in den Körper gelangen. Dort verursachen sie zunächst eine massive Wundinfektion. Derartige Wundinfektionen führen nicht selten zur Amputation der Gliedmaßen (Arme, Beine). Im weiteren Verlauf befallen die Bakterien Organe und können Eiterherde im Körper bilden. In vielen Fällen kann es zu einer Blutvergiftung kommen, die in über 50% häufig tödlich endet. Je früher die Erkrankung erkannt wird umso höher liegen die Heilungschancen.
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Übertragung

  • Vibrionen können den Menschen auf unterschiedliche Weise infizieren.
  • Die Bakterien "Vibrio vulnificus" können Meerestiere befallen und durch die Nahrungskette - beim Verzehr dieser Meerestiere - durch den Menschen aufgenommen werden. Innerhalb weniger Stunden und Tage kann es dann zu Entzündungserscheinungen im Magen- und Darmtrakt kommen (Gastroenteritis).
  • Jedoch können die infizierten Tiere (Krebse, Austern) auch bei der Verarbeitung in Fischereibetrieben Hautverletzungen verursachen und dadurch zu Infektionen mit dem gefährlichen Erreger führen. Daher zählen Personen die in der Fischverarbeitung tätig sind zu den Risikogruppen.
  • Zu den Risikopersonen gehören auch ältere und abwehrgeschwächte Menschen mit chronischen Erkrankungen (wie z.B. AIDS, Diabetes mellitus, Tumor- und Bluterkrankungen, Alkoholkrankheit). Durch ihre körperliche Abwehrschwäche können bereits wenige Erreger zu einem ernsten Krankheitsverlauf führen - wie z.B. zu einer Blutvergiftung (Sepsis) mit einem Multiorganversagen.

Schutz

  • Um die Lebensmittelinfektion zu vermeiden ist es erforderlich nur vollständig durchgegarte Meerestiere zu verspeisen. Auf den Verzehr von rohen oder unvollständig gegarten Meerestieren sollte verzichtet werden. Vor allem das Essen von Austern in Amerikas Staaten am Golf von Mexiko - Texas, Louisiana, Mississippi, Alabama und Florida.
  • Bei Wundinfektionen sollte vor allem darauf geachtet werden, ob sich die Wunde nach dem Kontakt mit Meereswasser entzündet. In einem solchen Fall, sollte immer ein Arzt aufgesucht werden um mögliche Infektionen abzuklären. Personen mit Hautverletzungen oder chronischen Erkrankungen sollten sich generell von Gewässern in denen "Vibrionen" nachgewiesen wurden fernhalten. Auf öffentliche Badeverbote ist unbedingt zu achten!