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NEUE INFLUENZA (H1N1) – Schweinegrippe



H1N1 – Todesfälle europaweit (Quelle: ECDC)

Meldungen aller Todesfälle europaweit an die EUROPEAN CENTRE FOR DISEASE PREVENTION AND CONTROL (ECDC).

Datenstand: KW 5 / 2010 (Datenstand: 12.2.2010)

Land / Region Gesamtzahl der Todesfälle
seit Beginn der Pandemie
Bulgarien 40
Tschechische Republik 94
Estland 15
Frankreich 289
Deutschland 225
Griechenland 123
Ungarn 119
Island 2
Irland 22
Italien 1
Lettland 31
Litauen 22
Luxemburg 3
Malta 5
Niederlande 57
Norwegen 29
Polen 9
Rumänien 120
Slovakei 49
Slowenien 19
Spanien 4
Schweden 24
England 215
Total 1.517

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H1N1 – Todesfälle Deutschland (Quelle: RKI)

Meldungen der Todesfälle in Deutschland an das Robert Koch-Institut.

Datenstand: 9.2.2010

 
Anzahl der Verstorbenen
Alter der Verstorbenen
Risikofaktor
          ja
Risikofaktor
nein bzw. unbekannt
In allen Bundesländern
226
80% < 60 Lj.
84 %
16%

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H1N1 – Erkrankungsfälle Deutschland (Quelle: RKI)


Meldungen aller Erkrankungsfälle in Deutschland an das Robert Koch-Institut (RKI).

Datenstand: 5. KW (9.2.2010)

Bundesland Neue Fälle in KW 5 Gesamtzahl
Baden-Württemberg 7 33.327
Bayern 19 43.866
Berlin 7 8.529
Brandenburg 4 5.158
Bremen 1 1.435
Hamburg 1 5.136
Hessen 6 15.335
Mecklenburg-Vorpommern 0 3.677
Niedersachsen 10 19.695
Nordrhein-Westfalen 10 40.765
Rheinland-Pfalz 3 16.333
Saarland 0 1.675
Sachsen 5 10.791
Sachsen-Anhalt 8 6.651
Schleswig-Holstein 0 3.791
Thüringen 21 5.842
Summe 80 222.006



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H1N1 – Erkrankungsfälle weltweit (Quelle: WHO, ECDC)

Meldungen aller Erkrankungs- und Todesfälle weltweit an die Weltgesundheitsorganisation (WHO).

Datenstand: 7. Februar 2010

Region Todesfälle
Afrika 167
Nord-, Mittel und Südamerika > 7.261
Östlicher Mittelmeerraum 1.018
Europa > 3.648
Südostasien 1.523
Region Westpazifik 1.675
Weltweit > 15.292


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Influenza A/H1N1: Die Krankheit (Übertragung, Krankheitsbeschwerden)

Die Erkrankung wird durch das Grippevirus Influenza A (H1N1) verursacht, das sich - wie die normale Influenza - durch Tröpfcheninfektion (v.a. beim Sprechen, Husten, Niesen) verbreitet. Die Viren gelangen auf die Schleimhäute und infizieren auf diesem Weg die Kontaktperson. Es wird angenommen, dass manche „Tröpfchenkerne" (die kleiner als 5 Mikrometer sind) für längere Zeit in der Luft schweben können und somit auch auf diesem Weg Personen - über den Luftweg - infizieren können. Auch eine Übertragung über verunreinigte Oberflächen wird diskutiert. Der häufigste Übertragungsweg ist jedoch die Tröpfcheninfektion.

In vielen Fällen verläuft die Krankheit mild. Die aufgetretenen Todesfälle bezeugen jedoch, dass die Neue Influenza in vielen Fällen auch einen sehr schweren und tödlichen Verlauf nehmen kann. Nach bisherigen Erfahrungswerten beträgt die Zeit von der Ansteckung bis zum Ausbruch der Erkrankung ein bis vier Tage. Die Ansteckungsfähigkeit wird mit weniger als 24 Stunden (d.h. kurz vor Auftreten der ersten Beschwerden) bis zu ungefähr eine Woche angenommen. Die Symptome ähneln den Beschwerden der „normalen" Grippe und beinhalten u.a. Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen, Husten, Abgeschlagenheit und Krankheitsgefühl. Gelegentlich kann es auch zu Übelkeit mit Erbrechen und Durchfall kommen. Die Beschwerden dauern meist bis zu einer Woche an, die Erholungsphase des Körpers auf einen grippalen Infekt kann sich jedoch über mehrere Wochen hinweg ziehen. Die häufigste Komplikation ist die Lungenentzündung, die durch einen bakteriellen Befall der Lunge verursacht wird. Ebenso können Entzündungen des Gehirns und des Herzmuskels auftreten.

Da der neue Influenzaerreger für die menschliche Bevölkerung neu ist, ist auch das Immunsystem nicht geschützt und vorbereitet. Dadurch kann sich das Virus ungehindert ausbreiten und zu erhöhten Erkrankungs- und Sterberaten führen.

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Wie gefährlich ist Influenza A/H1N-Pandemie?

Über die Gefährlichkeit des Virus Influenza A/H1N1 kann nur spekuliert werden, da die weitere Entwicklung der Eigenschaften des Erregers, als auch seine Verbreitung in der Bevölkerung nicht absehbar und vorhersagbar sind. Fakt ist derzeit, dass die Krankheit zwar in den meisten Fällen mild verläuft, aber in vielen Ländern auch zu einem schweren Krankheitsverlauf und einer erhöhten Anzahl von Todesfällen geführt hat. Dabei spielt u.a. die medizinische Versorgung der betroffenen Länder, als auch die Ernährungssituation in der Bevölkerung eine Rolle.

Am 11. Juni 2009 rief die WHO die Phase 6 der Pandemie aus. Unter Pandemie ist eine länder- und kontinentübergreifende Ausbreitung einer Krankheit zu verstehen. Insgesamt gibt es sechs WHO-Regionen: Afrika, Amerika, Südostasien, Europa, Östliches Mittelmeer, Westlicher Pazifik. Die „Phase „6" bedeutet eine fortgesetzte Mensch-zu-Mensch-Übertragung in mindestens drei WHO-Regionen. Trotz der starken Ausbreitung des Virus schätzt die Weltgesundheitsorganisation die Pandemie bislang als „moderat“ ein.

Influenzapandemien treten immer wieder auf. Im 20. Jahrhundert kam es in den Jahren 1918, 1957 und 1968 zu drei Pandemien, von denen die sog. „Spanische Grippe“ im Jahr 1918/19 mit geschätzten 20 bis 50 Mio. Todesopfern die schwerwiegendste war. Bei den beiden nachfolgenden Influenzapandemien wird die Zahl der Todesopfer auf schätzungsweise jeweils 1 Mio. angenommen.

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Wo kommt das Virus Influenza A/H1N1 her?

Über den genauen Ursprung des neuen H1N1-Influenzavirus wird noch diskutiert. In den USA wurden Vorläuferviren registriert, die sowohl Gene von Influenzaviren aus Schwein, Vogel und Mensch besitzen und bereits seit einigen Jahren unter den Schweinen zirkulierten. In der Vergangenheit kam es nur in absoluten Ausnahmefällen zu einer Infektion des Menschen und zu einer nachfolgenden Mensch-zu-Mensch-Übertragung.

Das „neue Influenzavirus", das im April 2009 erstmalig nachgewiesen wurde besitzt jedoch noch weitere Gene, die man aus Schweinen in Europa und Asien kennt, die aber ihren Ursprung in Vögeln haben. Da sich Schweine sowohl mit Influenzaviren von Schwein, Mensch und Vogel anstecken können, können sich in den Schweinen bei Mischinfektionen die unterschiedlichen Influenzaviren mischen und neue Influenzaviren bilden.

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Influenza A/H1N1: Was ist bei Verdacht auf Erkrankung zu tun?

Bei Verdacht auf Influenza sollte umgehend ein Arzt aufgesucht werden. Dieser kann einen Nasen- und Rachenabstrich entnehmen und in ein Speziallabor zur Untersuchung auf das neue Influenzavirus schicken. Vorab sollte der Arzt telefonisch informiert werden, damit Patienten im Warteraum nicht gefährdet werden und Vorsichtsmaßnahmen in der Praxis durchgeführt werden können. Solange der Verdacht auf eine Influenza besteht sollte die Nähe zu anderen Menschen vermieden werden und beim Niesen Mund und Nase durch Einmaltaschentücher bedeckt werden. Alternativ kann in den Ärmel gehustet oder geniest werden.

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Influenza A/H1N1: Therapieoptionen

Zur Behandlung der „Neuen Influenza A (H1N1) stehen grundsätzlich Medikamente aus zwei Therapieklassen zur Verfügung: Amantadine und die Neuraminidasehemmer Oseltamivir. Die Untersuchungen des RKI zeigen bislang eine gute Wirksamkeit der Neuraminidasehemmer bei den neuen Grippeviren. Die Medikamente sind verschreibungspflichtig und unter ärztlicher Kontrolle einzunehmen. Eine Unterdosierung kann zu der Entstehung von Resistenzen führen. Eine individuelle Bevorratung mit Medikamenten wird nicht empfohlen.

Nähere Informationen erteilen die Medikamentenhersteller in den Fachinformationen.

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Influenza A/H1N1: Wichtige Schutzmaßnahmen

Wichtig ist das Einhalten von Hygieneregeln. Dazu gehören laut Angaben des RKI u.a. das Vermeiden von Händegeben, Anhusten, Anniesen, die Berührung von Augen, Nase und Mund, die Benutzung von Einmaltaschentüchern und die sorgfältige Entsorgung (z.B. in Toiletten), eine intensive Raumbelüftung (Frischluft!), gründliches Händewaschen nach Personenkontakt, Benutzung von Sanitäreinrichtungen und Gegenständen. Der Kontakt zu möglicherweise erkrankten Personen sollte vermieden werden. Ebenso gilt die Empfehlung bei fieberhafter Erkrankung - auch im eigenen Interesse - zu Hause zu bleiben, um weitere Ansteckungen zu vermeiden. Die Verwendung von Hygienemasken gehört nicht zu den von der WHO empfohlenen Schutzmaßnahmen, da die Masken nur die Anzahl der Erreger verringern, die vom Träger ausgeatmet werden. Die Masken verhindern lediglich das Einatmen von großen Tropfen und Spritzern und sind somit in ihrer Wirksamkeit nur sehr eingeschränkt einsetzbar. Bei Epidemien müssen zur Eindämmung der Übertragung der Influenza oftmals zusätzliche öffentliche Maßnahmen ergriffen werden, wie z.B. das Schließen von Schulen oder Kindertagesstätten, als auch das Absagen von Großveranstaltungen.


Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung und das Robert Koch-Institut haben anlässlich der aktuellen Grippesituation wichtige Empfehlungen zum persönlichen Grippeschutz erteilt:

1. Hände waschen
Mehrmals täglich; auch zwischen den Fingern; mind. 20-30 sek. lang

2. Nicht mit den Händen ins Gesicht fassen
Die Hände sollten von den Körperschleimhäuten von Auge, Nase und Mund ferngehalten werden, um eine Virenübertragung zu vermeiden.

3. Richtig Husten und Niesen
Beim Husten oder Niesen sollte ein Abstand zu anderen Personen eingehalten werden. Optimal ist das Niesen und Husten in Einmaltaschentücher. Diese sind nach einmaliger Benutzung sofort in Mülleimern oder Toiletten zu entsorgen. Wenn kein Einmaltaschentuch greifbar ist, kann auch in die Armbeuge gehustet oder geniest werden – aber auf jeden Fall nicht in die Hände!

4. Erkrankte und Infizierte sind ansteckend
Kontakte sind nach Möglichkeit zu vermeiden.

5. Erste Krankheitsbeschwerden ernst nehmen
Bei ersten Anzeichen einer Grippe (z.B. plötzliches Fieber, Krankheitsgefühl, Husten, Gliederschmerzen) sollte sofort der Arzt verständigt werden. Vorab sollte die Arztpraxis telefonisch informiert werden, damit Patienten im Warteraum nicht gefährdet werden und Vorsichtsmaßnahmen in der Praxis durchgeführt werden können. Eine Abstimmung mit dem Arzt für das weitere Vorgehen ist empfohlen.

6. Seine Mitmenschen schützen
Bei fieberhaften Erkrankungen, Magen-Darm-Infektion und Grippe sollte nicht zur Arbeit gegangen werden. Ein falscher Ehrgeiz schadet der eigenen Gesundheit, den Kollegen und dem Arbeitgeber. Ebenso sollte bei Erkrankung auf Körperkontakte verzichtet werden (Umarmung, Küssen, etc.) und im Falle einer Versorgung Zuhause, nach Möglichkeit der Aufenthalt in einem separaten Raum erfolgen. Eine besonders aufmerksame Sauberkeit in der Hygiene von Bad und Küche ist erforderlich.

7. Regelmäßiges Lüften
Geschlossene Räume sollten 3 - 4 mal täglich für 10 min. gelüftet werden. Dadurch reduziert sich die Anzahl der Viren in der Luft und das Austrocknen von Mund- und Nasenschleimhaut wird verhindert.

8. Aktuelle Reiseempfehlungen einholen
Über die aktuellen Reiseempfehlungen informiert das Auswärtige Amt auf seiner Website (http://www.auswaertiges-amt.de/ )

Im Falle einer Pandemie sind zusätzliche Schutzmaßnahmen empfohlen

9. Menschenansammlungen vermeiden
Menschenansammlungen sollten vermieden werden, wenn dies aktuell empfohlen wird. Auf das Händeschütteln ist zu verzichten. Ein Sicherheitsabstand von ca. 2m dient dem eigenen Schutz und dem der anderen.

10. Hygienemasken
Über Hygienemasken und ihre Wirksamkeit während einer Pandemie, liegen keine ausreichenden Erfahrungen vor. Informieren Sie sich über die unterschiedlichen Hygienemasken. Die Verwendung ist jedoch nur als eine zusätzliche Maßnahme in Erwägung zu ziehen.

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Influenza A/H1N1: Die „Pandemie-Impfung“

Die Ständige Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut verfolgt zwei wesentliche Ziele mit der Schutzimpfung gegen die Neue Influenza A (H1N1) (Quelle http://www.rki.de/)

1. Die Reduzierung der Krankheits- und Todesfälle und

2. die Verlangsamung der Virusausbreitung durch die Induktion einer Grundimmunität in der Bevölkerung.


Für den pandemischen Influenza-Impfstoff Pandemrix® sprach das RKI und das PEI (Paul Ehrlich-Institut) basierend auf vorliegenden Studiendaten am 2. Dezember 2009 eine neue Dosierungsempfehlung aus (Quelle http://www.rki.de/):

Kinder von 6 Monaten bis 9 Jahre

1 halbe Erwachsenendosen [0,25 ml]

Personen ab 10 Jahre
1 ganze Erwachsenendosis [0,5 ml]

Aufgrund der bisherigen Erfahrung mit dem Pandemieimpfstoff bei Erwachsenen, Älteren und Kindern, ist nach derzeitigem Wissenstand eine einmalige Impfung ausreichend.

Schwangere

Schwangere haben ein erhöhtes Risiko bei Infektion mit dem Influenza A (H1N1)-Virus einen schweren Krankheitsverlauf zu entwickeln. In Deutschland war die Einweisung von Schwangeren in Krankenhäuser um das 16-fache häufiger als bei nicht schwangeren Frauen. Daher empfiehlt die STIKO, Schwangeren nach sorgfältiger Nutzen-Risiko-Abwägung eine Schutzimpfungen gegen Influenza A (H1N1). Dabei können Schwangere mit einem adjuvantierten (d.h. mit „Wirkverstärker") wie auch mit einem nicht adjuvantierten Impfstoff (d.h. ohne „Wirkverstärker") geimpft werden. Grundsätzlich bestehen laut Aussage der STIKO bei keinem der beiden Impfstoffe Sicherheitsbedenken. Da jedoch bei dem nicht adjuvantierten Impfstoff (d.h. ohne „Wirkverstärker" = wie bei der „normalen" saisonalen Grippeimpfung) umfangreichere Erfahrungen vorliegen, sollten bis weitere Daten vorliegen, vorzugsweise der nicht adjuvantierte Impfstoff geimpft werden. In Schweden wurden bislang über 30.000 Schwangere mit dem adjuvantierten Impfstoff geimpft. Dabei wurde kein vermehrtes Auftreten von akuten unerwünschten Wirkungen berichtet. Allerdings fehlen auch hier noch die Langzeitdaten.


Grundsätzlich können weiterhin, nach Einschätzung der STIKO, alle Bevölkerungsgruppen (ab einem Alter von 6 Monaten) von einer Impfung gegen die neue, pandemische Influenza A (H1N1) profitieren. Jeder Bürger sollte im Rahmen der Zulassung der Impfstoffe, die Möglichkeit einer Impfung gegen die Influenza A (H1N1) erhalten.

In Abhängigkeit der Verfügbarkeit der Impfstoffe sollte jedoch stufenweise eine zeitliche Reihenfolge eingehalten werden.
(Quelle http://www.rki.de/):

1. Beschäftigte in Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege mit Kontakt zu Patienten oder infektiösem Material

2. Personen ab einem Alter von 6 Monaten mit erhöhter gesundheitlicher Gefährdung infolge eines Grundleidens (z.B. chronische Erkrankungen der Atmungsorgane, chronische Herz-Kreislauferkrankungen, Leber- und Nierenkrankheiten, Malignome, Diabetes und andere Stoffwechselerkrankungen, neurologische und neuromuskuläre Grundkrankheiten, angeborene oder erworbene Immundefekte mit T- oder B-zellulärer Restfunktion, HIV-Infektionen.

3. Schwangere (vorzugsweise ab dem 2. Trimenon) und Wöchnerinnen

Für Schwangere im ersten Trimenon, so wie Säuglingen unter 6 Monaten und chronisch Kranke mit zusätzlichen Kontraindikationen gegen die Impfung, sollte die Infektionsgefahr durch eine gezielte Immunisierung (= Impfung) von Haushaltskontaktpersonen reduziert werden.

4. Haushaltskontaktpersonen, die eine mögliche Infektionsquelle für ungeimpfte Risikopersonen (besonders Säuglinge unter 6 Monaten, Bevölkerungsgruppen 2 und 3 s.o.) sein können.

5. Personen im Alter von 6 Monaten bis 24 Jahren

6. Personen im Alter von 25 bis 59 Jahren

7. Personen ab 60 Jahre

Im Gegensatz zur jährlichen Grippe, bei der meist ältere Menschen v.a. mit Grunderkrankungen gefährdet sind, wird angenommen, dass bei der neuen Influenza diese Personengruppe durch einen häufigeren Kontakt mit H1N1-Viren in der Vergangenheit (die sich von dem gegenwärtigen H1N1-Virus jedoch deutlich unterscheiden) bereits über einen gewissen Schutz verfügt, der zwar nicht ausreichend ist, aber dennoch größer zu sein scheint, als der bei jüngeren Menschen, die bislang kaum oder keinen Kontakt zu H1N1-Viren hatten. Diese Annahme stützt sich auf die Beobachtung, dass bei der neuen Influenza ca. 30 - 50% der schweren Verläufe bei zuvor gesunden, jungen Menschen mittleren Alters aufgetreten sind.


Weitere Informationen zu den jeweiligen Pandemie-Impfstoffen erteilen die Impfstoffhersteller in ihren Fachinformationen.

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Grippewelle 2009/10: Die „saisonale Grippeimpfung“

Während der Grippesaison 2009/2010 ist mit der gleichzeitigen Verbreitung der „saisonalen Influenza" wie auch der „Neuen Influenza A (H1N1)" zu rechnen. Wie hoch die Infektions- und Erkrankungszahlen sein werden, ist quantitativ nicht vorherzusagen. Ein Kombinationsimpfstoff der gegen beide Influenzaarten schützt, existiert nicht, so dass der Pandemie-Impfstoff (Neue Influenza A/H1N1) zusätzlich separat zum saisonalen Grippeimpfstoff geimpft werden muss.

Nachdem jährlich durch die saisonale Grippe weltweit drei bis fünf Millionen schwere Krankheitsfälle verursacht werden, wovon 250.000 bis 500.000 tödlich verlaufen, ist die Impfung gegen die saisonale Grippe für Risikogruppen nach wie vor sehr wichtig. Die in diesem Jahrzehnt schwerste Grippewelle trat 2004/2005 auf. Dabei kam es zu schätzungsweise 12.000 Todesfällen und 4,7 Mio. Arztbesuchen infolge der Grippebeschwerden.

Für die „normale“, alljährlich wiederkehrende Grippewelle existiert – wie jedes Jahr – ein Grippeimpfstoff. Dieser Impfstoff richtet sich gegen die für den Menschen häufig pathogenen Subtypen der Influenzaviren und wird jedes Jahr von der Weltgesundheitsorganisation entsprechend der dominierenden Subtypen neu zusammengestellt.

Im Spätsommer und Herbst (September - November) wird allen Personen eine Schutzimpfung empfohlen, die durch die Grippe und ihre Folgen besonders gefährdet sind, sog. Risikogruppen.

Dazu gehören grundsätzlich: Personen über 60 Jahre, Personen mit chronischen Erkrankungen der Lunge, des Herzens, der Nieren oder des Stoffwechsels (z.B. Diabetiker), Personen mit engem Kontakt zur Bevölkerung, z.B. medizinisches Personal, Schul- und Kindergartenpersonal, Verkaufspersonal, Personal der öffentlichen Verkehrsmittel, etc. Für diese Personengruppe ist es besonders wichtig jährlich durch eine Impfung gegen die saisonale Influenza geschützt zu sein, da sie zum einen selbst erkranken können und vor allem auch die Grippe auf vorerkrankte und damit besonders anfällige Personen übertragen können.

Für Reisende zur bestimmten Jahreszeit in Gebiete mit aktuellen Ausbrüchen hat die Deutsche Gesellschaft für Tropenmedizin und internationale Gesundheit (DTG) eine Grippeimpfung empfohlen: Reisen auf der nördlichen Hemisphäre (November bis April); Reisen auf der südlichen Hemisphäre (Mai – Oktober); Reisen in die Tropen oder Subtropen (zwischen den Wendekreisen – ganzjährig).
Bei Reisen auf die südliche Halbkugel ist die Verwendung eines speziellen Impfstoffes nicht erforderlich. Nach bisherigen Erfahrungen schützt der hiesige Impfstoff ausreichend.

Eine Grippeimpfung ist zu erwägen für Reisende mit erhöhtem Expositionsrisiko (= das Risiko einem Krankheitserreger ausgesetzt zu sein). Dazu gehören Passagiere auf Kreuzschiffen, Reisende auf längeren Flug-, Bus- oder Bahnfahrten, Reisen mit organisierten Touristengruppen und Mekka-Pilger.

Die Impfungen gegen die saisonale Grippe als auch die gegen die Neue Influenza A(H1N1) vermindern das Risiko von Doppelinfektionen und damit den Austausch der Geninformationen zwischen den Viren, der wiederum zu neuen Influenzasubtypen führen kann.

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Reisen in Krisengebiete und Reiseverhalten bei Flug- und Schiffreisen

Aktuelle Reisehinweise

Die Reisehinweise in Deutschland erteilt das Auswärtige Amt (AA) und können tagesaktuell auf der Internetseite (http://www.auswaertiges-amt.de/) für das jeweilige Reiseland abgerufen werden.


Einschätzung der WHO

Da sich die Influenza A/H1N1 bereits in den meisten Teilen der Welt ausgebreitet hat, ist eine Einschränkung des Reiseverkehrs nach Einschätzung der WHO nicht erforderlich. Die Internationalen Bestrebungen belaufen sich jetzt vor allem in der Früherkennung der Fälle und der damit verbundenen frühen Behandlung der Erkrankten und den vorbeugenden Schutzmaßnahmen der Kontaktpersonen. Nachdem die Ansteckungsgefahr bereits vor Auftreten der ersten Beschwerden besteht, kann sich das Virus schnell und unbemerkt ausbreiten. Das erschwert in vielen Fällen die Sicherung der Infektionsquelle. Ausbrüche in der Vergangenheit, wie zum Beispiel bei SARS haben gezeigt, dass durch eine Reiseeinschränkung die Virus-Ausbreitung nur minimal bis gar nicht beeinflusst werden kann.

Die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt Kranken von den geplanten Reisen abzusehen und die Reise auf einen späteren Zeitpunkt zu verlegen. Während der Reise sollten – wie im normalen Alltag auch – Hygienemaßnahmen sorgfältig und gewissenhaft durchgeführt werden.

Flugreisen

Ziel der Verhaltensvorkehrungen bei Flugreisen ist es, die Passagiere vor einem lebensgefährlichen Verlauf der Erkrankung zu schützen, als auch das Einschleppen des Virus nach Deutschland so früh wie möglich zu erkennen und die Weiterverbreitung zu verhindern.

Flugreisen – Passagiere

Da sich die Neue Grippe weltweit und auch in Deutschland immer schneller ausbreitet, sollten Flugpassagiere die Hinweise des Luftfahrtbundesamtes beachten. Diese sehen unter anderem vor, beim Auftreten von Krankheitsanzeichen wie z.B. Krankheitsgefühl, Fieber ≥ 38 °C, Schüttelfrost, Schnupfen oder verstopfte Nase, Halsschmerzen, Husten oder Atemnot, Muskel-, Glieder- und/ oder Kopfschmerzen, sich umgehend an das Flugpersonal zu wenden, damit so rasch wie möglich eine Untersuchung und gegebenenfalls eine Therapie mit Arzneimitteln erfolgen kann, die spezifisch gegen Grippe wirken. Über weitere Informationen zur Ein- und Ausreise an deutschen Flughäfen informiert das Luftfahrtbundesamt auf seiner Website.

Das Robert Koch-Institut gibt wichtige Verhaltenstipps für Flugreisende in deren Flugzeug sich Personen mit Atemwegserkrankungen aufhalten bzw. auch für Reisende die bei sich selbst Krankheitszeichen feststellen. Gemäß der Regelungen des Luftfahrtbundesamtes ist das Flugpersonal umgehend zu informieren, damit so rasch wie möglich eine Untersuchung und gegebenenfalls eine Therapie mit Arzneimitteln erfolgen kann. Falls in den nächsten 7 Tagen nach Flugankunft Krankheitszeichen (wie z.B. Krankheitsgefühl, Fieber ≥ 38 °C, Schüttelfrost, Schnupfen oder verstopfte Nase, Halsschmerzen, Husten oder Atemnot, Muskel-, Glieder- und/ oder Kopfschmerzen) auftreten, sind folgende Maßnahmen zu ergreifen:

  1. Sofortiger Arztbesuch. Wichtig ist es den Arzt VORHER telefonisch auf die Möglichkeit einer Infektion mit Influenza A/H1N1 hinzuweisen, damit in der Praxis entsprechende Vorkehrungen getroffen werden können.
  2. 2. Der Arzt ist auf die Regelungen des Luftfahrtbundesamtes hinzuweisen (Hinweisblätter sind beim RKI als download erhältlich)
  3. >3. Dem Arzt ist die detaillierte Information zum Flug (Fluggesellschaft, Flugnummer, Ankunftszeit, Abflugort und Ankunftsort mit ggf. Transferflughäfen) mitzuteilen.

Flugreisen - Ärzte

Wenn bei einem Patienten nach einem Flug nach Deutschland grippeähnliche Symptome auftreten, ist das zuständige Gesundheitsamt zur Abklärung des weiteren Vorgehens zu kontaktieren und der Erkrankungsverdacht zu melden. Ebenso ist ein Nasen-/Rachenabstrich zu entnehmen und nach Absprache mit dem Gesundheitsamt an ein geeignetes Labor weiterzuleiten. Weitere Informationen erteilt auch das Robert Koch-Institut unter http://www.rki.de/.

Gemäß dem Infektionsschutzgesetz ist der Erkrankungsverdacht und die Erkrankung an einem neuen Influenza-Virustyp meldepflichtig.

Hinweise für Flugreisende (RKI)


Schiffsreisen

Reisende sollten bei Auftreten von grippeähnlichen Symptomen beim Schiffsarzt bzw. dem Schiffpersonal melden. Kranke Personen sollten sich bis zur Abklärung der Ursache in ihrer Kabine aufhalten und nur zum Schiffsarzt bzw. dem zuständigen Personal Kontakt haben. Personen, die unmittelbaren Kontakt zum Patienten haben (z.B. Familienmitglieder), sollen sich mit einem Schutzkittel, Einweghandschuhen und einem Mund-Nasen-Schutz schützen. Die Desinfektion der Hände ist nach jedem direktem Kontakt mit dem vermeintlich Erkrankten notwendig. Über die genauen Maßnahmen informiert das Robert Koch-Institut ausführlich auf ihrer Website.

Hinweise für Schiffreisende (RKI)

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Hotlines und Webadressen

Bürger-Hotlinenummern zur Neuen Influenza A/H1N1

Bundesministerium für Gesundheit
Das Bundesministerium für Gesundheit bietet eine kostenlose Bürger-Hotline an, unter der man sich zur Influenza A/H1N1 (Schweinegrippe) informieren kann. Die Hotline ist montags bis freitags in der Zeit zwischen 8-18 Uhr


Tel. 030 346 465 100


Bayerisches Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit
Tel. (089) 31 560 101

Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen
Tel. 0180 3 100 210

Rheinland-pfälzisches Gesundheitsministerium
Tel. 06131/165200

Gesundheitsministerium Saarland Hotline
Tel. 0681-501 3694   und   0681-501 3695

Thüringer Ministerium für Soziales, Familie und Gesundheit
Info-Telefon: 0361 / 37-743099

Wichtige Webadressen

Nationale Websites

Impfpraxen für Pandemieimpfung in Bayern

Hinweise und Verhaltenstipps zur Schweinegrippe in 11 Sprachen Zusammenarbeit mit dem Robert-Koch-Institut, dem Paul-Ehrlich-Institut und dem Ethno-Medizinischen Zentrum Hannover

Informationsseite des Robert Koch-Institutes zur Neuen Influenza A/H1N1

Informationsseite für Laien des Robert Koch-Institutes und der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung

http://www.wir-gegen-viren.de/

Informationsseite des Bundesministeriums für Gesundheit zur „Schweinegrippe“

Schweinegrippe und persönlicher Infektionsschutz Informationen der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung

Aktuelle Reiseempfehlungen des Auswärtigen Amtes

Influenza Pandemie: Vorsorgeempfehlungen des Auswärtigen Amts

Informationen zur Pandemische Influenza (H1N1) 2009 des Paul-Ehrlich-Instituts (PEI)

Hinweise für Flugreisende (RKI)

Internationale Websites:
Informationen zur Pandemie (H1N1) 2009 weltweit durch die Weltgesundheitsorganisation (WHO)

Informationen zur Pandemie (H1N1) 2009 in Europa der European Centre for Disease Prevention and Control (ECDC)

Informationen zur Pandemie (H1N1) 2009 in den USA der Centers for Disease Control and Prevention (CDC)

Informationen zur Pandemie (H1N1) 2009 in den USA durch das Gesundheitsministerium U.S. Government

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