Reiserisiken

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Kurzinfo & Tipps

  • Rohe Meeresfrüchte (z.B. Muscheln, Schalentiere, Austern, roher Fisch) beinhalten oftmals ein Übertragungsrisiko für Hepatitis-A-Viren (z.B. in Sushi, Ceviche, Muschelgerichten, etc.).
  • Durch Kochen oder Grillen von Muscheln können Hepatitis-A-Viren nicht sicher abgetötet werden.
  • Durch Intimkontakte mit Einheimischen (Sextourismus), gemeinsames Benutzen von infizierten Gegenständen des täglichen Lebens und/oder medizinische (z.B. Unfälle) oder kosmetische (z.B. Piercing, Tätowierung) Eingriffe in Risikogebieten können Hepatitis B- und C-Viren übertragen werden.
Muscheln iStock/espion

Risiken für Hepatitis A


Vorsicht an Küsten und in küstennahen Gebieten

In küstennahen Gebieten stehen Meeresfrüchte häufig auf der Speisekarte. Diese beinhalten oftmals ein Übertragungsrisiko für Hepatitis-A-Viren. So wurde vor einigen Jahren bei Muscheln aus Süditalien ein Durchseuchungsgrad von 27,4 % mit Hepatitis-A-Viren festgestellt. Somit besteht ein nicht geringes Risiko, sich durch den Verzehr von unzureichend gekochten oder rohen Meeresfrüchten mit Hepatitis-A-Viren zu infizieren. Das italienische Gesundheitsinstitut in Rom hat mehrere traditionelle Zubereitungsarten von Meeresfrüchten untersucht und dabei nachgewiesen, dass mit Hepatitis-A-Viren infizierte Muscheln und Schalentiere auch nach dem Kochen noch infektiös sein können. In Italien wurden im Jahr 2003 über 1000 Hepatitis-A-Fälle berichtet, unter denen über 60 % auf den Verzehr von Muscheln zurückgeführt werden konnten.

 

Sushi, Ceviche und Gerichte mit Meeresfrüchten
Übertragungsrisiko: (rohe) Meeresfrüchte (z.B. Muscheln, Schalentiere, Austern, roher Fisch). Das ursprünglich peruanische Fischgericht „Ceviche“ ist in ganz Lateinamerika verbreitet. In Mexiko wird es oft mit Schrimps und Hummer zubereitet – aber auch andere Meeresfrüchte werden gerne mit unterschiedlichen Gewürzen verwendet. Reisende genießen häufig diesen Gaumenschmaus. Dem Genuss sollte kein Abbruch getan werden, nur sollten sich Reisende auch der Gefahr der Übertragung von Hepatitis-A-Viren über rohen Fisch und Meeresfrüchte bewusst sein.


Warme Muschelgerichte

Das Kochen oder Grillen von Muscheln kann Hepatitis-A-Viren nicht sicher abtöten. Das zeigte eine Untersuchung aus Italien. Muscheln ernähren sich durch die Filtration von Meerwasser und können über diesen Weg Bakterien und Viren in ihren Körpern anreichern. Um zu untersuchen, inwieweit die Hepatitis-A-Viren während der Zubereitung inaktiviert werden, wurden infizierte Miesmuscheln zubereitet als „mussels hor-d’oeuvre“, „mussels au gratin“ und „mussels in tomato sauce“.  Es zeigte sich, dass erst die lange Kochzeit der Muscheln von 8 Min. in Tomatensauce die Hepatitis-A-Viren komplett zu inaktivieren vermochte. Bei den anderen beiden Zubereitungsarten gelang es nur unvollständig, d.h. diese Muschelgerichte waren infektiös.

 

Weitere Übertragungsrisiken
Salate:
Vorsicht vor fäkaliengedüngten Gemüse, Getrocknete Tomaten: Hepatitis-A-Viren sind relativ umwelt-resistent und können über längere Zeit vermehrungsfähig bleiben. Dies zeigt sich an den folgenden Beispielen: Im Jahr 2010 erkrankten mehrere Personen an einer Hepatitis A, die mit dem Verzehr getrockneter Tomaten aus der Türkei im Zusammenhang stand. Ein Jahr zuvor erkrankten mehr als 240 Australier nach dem Verzehr getrockneter Tomaten, die ebenfalls aus der Türkei stammten. Gefrierobst: Immer wieder kommt es zu Berichten, dass Hepatitis A-Viren durch Gefrierobst (z.B. Beeren) in europäischen Ländern (u.a. Deutschland) übertragen werden.

Risiken für Hepatitis B und C 


Intimkontakte mit Einheimischen (Sextourismus), gemeinsames Benutzen von infizierten Gegenständen des täglichen Lebens und/oder medizinische (z.B. Unfälle) oder kosmetische (z.B. Piercing, Tätowierung) Eingriffe in Risikogebieten erhöhen das Infektionsrisiko für Hepatitis B und C-Viren.

 

Sexuelle Intimkontakte
Ungeschützte Intimkontakte, sowie risikoreiche Sexualpraktiken beinhalten nicht nur das Risiko einer Hepatitis B-Virus-Übertragung, sondern auch der Übertragung des HI-Virus.

 

Reiseländer mit eingeschränkter medizinischer Infrastruktur
Ein erhöhtes Infektionsrisiko besteht in Reiseländern mit unterentwickelten medizinischen und hygienischen Gegebenheiten, da verunreinigte Spritzbestecke, medizinische Geräte, Bluttransfusionen etc. zum Einsatz kommen können. Zum Beispiel bei Unfälllen: Einer der häufigsten Gründe einer Krankenhauseinweisung während der Reise sind Unfälle. Der ungewohnte Straßenverkehr bildet eines der Hauptprobleme. Rund 40 % der Repatriierungsflüge gehen auf Unfälle im Straßenverkehr zurück. In diesem Zusammenhang können medizinische Eingriffe (Spritzen, Infusionen, Operationen, usw.) im Rahmen einer Erstversorgung vor Ort erforderlich werden. Untersuchungen zeigten, dass zwischen 23-44 % der Todesfälle bei Interkontinentalreisen auf Unfälle und nur 1-3 % auf Infektionskrankheiten zurückzuführen sind. Zahnbehandlungen: Durch plötzlich auftretende Zahnbeschwerden im Reiseland kann eine sofortige Zahn- und/oder Wurzelbehandlung erforderlich werden.  Akute medizinische Eingriffe:
z.B. Spritzen, Infusionen, Operationen, Akupunktur, etc. Tätowierungen und/oder Piercing oder Drogenabusus: Gemeinsame Spritzbestecke zur i.v. Verwendung („needle sharing“) oder auch von verunreinigten Gegenständen für den intranasalen Drogenkonsum erhöhen das Übertragungsrisiko für Hepatitis-B- und C-Viren.

Risiken für Hepatitis E


Verunreinigtes Trinkwasser oder Nahrungsmittel.