Reiserisiken

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Kurzinfo & Tipps

  • Übertragungsrisiko auf Reisen für Hepatitis-A-Viren durch rohe Meeresfrüchte (z.B. Muscheln, Schalentiere, Austern, roher Fisch) in Gerichten wie z.B. in Sushi, Ceviche, Muschelgerichten, etc.).
  • Übertragungsrisiko auf Reisen für Hepatitis-B-Viren durch ungeschützte  Intimkontakte (Sextourismus), gemeinsames Benutzen von infizierten Gegenständen des täglichen Lebens und/oder medizinische (z.B. Unfälle) oder kosmetische (z.B. Piercing, Tätowierung) Eingriffe in Ländern mit erhöhtem Hepatitis B-Vorkommen.

Reiserisiken für Hepatitis A

Muscheln iStock/espion
  • Übertragungsrisiko durch Meeresfrüchte (z.B. Muscheln, Schalentiere, Austern). Bei Muscheln kann ein hoher Durchseuchungsgrad mit Hepatitis-A-Viren bestehen. In Italien wurden im Jahr 2003 über 1.000 Hepatitis A-Fälle berichtet, unter denen über 60% auf den Verzehr von Muscheln zurückgeführt werden konnten.
  • Fischgerichte mit rohem Fisch z.B. „Ceviche“ (Lateinamerika) oder Sushi (Asien)
  • Warme Muschelgerichte: Das Kochen oder Grillen von Muscheln kann Hepatitis-A-Viren nicht sicher abtöten. Das italienische Gesundheitsinstitut in Rom hat mehrere traditionelle Zubereitungsarten von Meeresfrüchten untersucht und dabei nachgewiesen, dass mit Hepatitis-A-Viren infizierte Muscheln und Schalentiere auch nach dem Kochen noch infektiös sein können.
  • Rohes Gemüse als Beilage oder Salat kann fäkaliengedüngt oder mit verunreinigtem Wasser gewaschen sein. Daher birgt es ein erhöhtes Infektionsrisiko für Hepatitis A und andere Magen- und Darmerreger.
  • Getrocknete Tomaten: In den vergangenen Jahren erkrankten mehrere Personen an einer Hepatitis A, die getrocknete Tomaten aus der Türkei verzehrten. Hepatitis A-Viren sind relativ umwelt-resistent und können über längere Zeit vermehrungsfähig bleiben.
  • Immer wieder kommt es zu Berichten, dass Hepatitis A-Viren durch Gefrierobst (z.B. Beeren) in europäischen Ländern (u.a. Deutschland) übertragen werden.
  • Schutz: Durch Impfung und Hygiene 

 

Reiserisiken für Hepatitis B

Hepatitis, Paar, Meer iStock/Miramiska
  • Sexuelle ungeschützte Intimkontakte, sowie risikoreiche Sexualpraktiken insbesondere mit Einheimischen in Ländern mit erhöhtem Hepatitis B-Vorkommen, beinhalten nicht nur das Risiko einer Hepatitis B-Virus-Übertragung, sondern auch der Übertragung des HI-Virus (Sextourismus)
  • Gemeinsames Benutzen von verunreinigten Gegenständen des täglichen Lebens (z.B. Nagelscheren) in Personenhaushalten mit Hepatitis B- oder C-Infizierten
  • Reiseländer mit eingeschränkter medizinischer Infrastruktur
    Ein erhöhtes Infektionsrisiko besteht in Reiseländern mit unterentwickelten medizinischen und hygienischen Gegebenheiten, da verunreinigte Spritzbestecke, medizinische Geräte, Bluttransfusionen etc. zum Einsatz kommen können.
  • Unfälle: Einer der häufigsten Gründe einer Krankenhauseinweisung während der Reise sind Unfälle. Der ungewohnte Straßenverkehr bildet eines der Hauptprobleme. Rund 40 % der Repatriierungsflüge gehen auf Unfälle im Straßenverkehr zurück. In diesem Zusammenhang können medizinische Eingriffe (Spritzen, Infusionen, Operationen, usw.) im Rahmen einer Erstversorgung vor Ort erforderlich werden. Untersuchungen zeigten, dass zwischen 23-44 % der Todesfälle bei Interkontinentalreisen auf Unfälle und nur 1-3 % auf Infektionskrankheiten zurückzuführen sind.
  • Zahnbehandlungen: Durch plötzlich auftretende Zahnbeschwerden im Reiseland kann eine sofortige Zahn- und/oder Wurzelbehandlung erforderlich werden. 
  • Akute medizinische Eingriffe (z.B. plötzliche Blinddarmentzündung): Bei unerwarteten gesundheitlichen Beeinträchtigungen (z.B. Zahnprobleme, Blinddarm, etc.) in Ländern mit erhöhtem Hepatitis B- oder C-Vorkommen können plötzlich notwendige medizinische Eingriffe, durch verunreinigtes medizinisches Material (Spritzen, OP-Bestecke, Nadeln, etc.) zu Infektionen führen.
  • Tätowierungen und/oder Piercing Kosmetische Eingriffe (z.B. Piercing, Tätowierung) in Hepatitis B- oder C-Risikogebieten erhöhen durch verunreinigte Tätowier- oder Piercing-Nadeln das Infektionsrisiko durch Hepatitis B und C-Viren.
  • Drogenkonsum: Gemeinsame Spritzbestecke zur i.v. Verwendung („needle sharing“) oder auch von verunreinigten Gegenständen für den intranasalen Drogenkonsum erhöhen das Übertragungsrisiko für Hepatitis-B- und C-Viren.
  • Schutz durch Impfung, Vermeidung risikoreicher Sexualpraktiken ("safer sex") und Verwendung steriler Nadeln in Piercing- und Tattoo-studios