Vorkommen und Häufigkeit

tucan

Kurzinfo & Tipps

  • Die Hepatitis ist weltweit verbreitet und stellt bei Fernreisen, wie auch bei Nahzielen ein Infektionsrisiko dar.
  • In Afrika, Asien und in der Pazifischen Region stellt der durch Hepatitis-B-Virus verursachte Leberkrebs eine der drei häufigsten Krebsursachen dar.
  • Erkrankungsfälle der Hepatitis A (sog. "Reisehepatitis") nach Auslandsaufenthalt werden häufig nach Reisen in die Türkei und Ägypten beobachtet. Weitere Infektionen kommen in Ländern Asiens, Afrikas und Europas vor. Nur wenige Reisende infizieren sich in Amerika (Nord-, Mittel-, Süd-) und Australien.
Wegschilder iStock/Antonio

Vorkommen


Hepatitis A

Nicht nur bei Fernreisen in tropische Länder, sondern auch bei "nahen" Zielen wie den Mittelmeerländern und Osteuropa liegt ein nennenswertes Risiko für eine Infektion mit Hepatitis A vor. Während sie in den Entwicklungsländern gehäuft auftritt, ist sie in den letzten Jahrzehnten in den entwickelten Ländern Europas und Nordamerikas durch den wachsenden Hygienestandard stark zurückgegangen. Rund 40% der 2013 in Deutschland registrierten Hepatitis A-Fälle wurde im Ausland erworben (im Vorjahr betrug die Zahl der ausländischen Infektionen rund 30%). Die meisten Reisenden infizierten sich in der Türkei oder Ägypten. Rund 17% der ausländischen Hepatitis A-Infektionen ist auf einen Aufenthalt in Asien zurückzuführen, rund 11% auf Afrika und nur 2% auf die Amerikas. Die übrigen ausländischen Infektionsfälle sind auf Reisen innerhalb Europas zurückzuführen. Das Hepatitis-A-Übertragungsrisiko unterliegt regionalen Schwankungen und richtet sich stark nach den hygienischen Gegebenheiten in der Region. Ein Abgleich des Infektionsrisikos mit Fluggastzahlen führte zu der Erkenntnis, dass insbesondere auch die große Zahl der Reisenden in Länder mit erhöhtem Hepatitis-A-Übertragungsrisiko eine Quelle für importierte Hepatitis-A-Erkrankungen darstellt.


Hepatitis B

Durch die weltweite Verbreitung stellt sie eine der häufigsten Infektionskrankheiten dar. Die regionale Verbreitung zeigt Unterschiede. Nach Aussage der Weltgesundheitsorganisation (WHO) werden die meisten Erkrankungen in Afrika südlich der Sahara und in Ost-Asien verzeichnet. Erhöhte Erkrankungsraten einer chronischen Hepatitis B finden sich auch in der Amazonas Region (Südamerika) und in den südlichen Gebieten von Ost- und Zentral-Europa. Im Mittleren Osten, sowie in Indien wird angenommen, dass rund 2-5% der Bevölkerung chronisch infiziert ist. In West-Europa und den USA hingegen wird der Teil der chronisch infizierten Bevölkerung auf weniger als 1% geschätzt.


Hepatitis C:
Weltweites Auftreten mit Schwerpunkten in Nord-Afrika, sowie Zentral- und Ost-Asien. Hepatitis D: Diese Hepatitis-Form tritt vor allem in Ländern Nordafrikas, des Nahen Osten, des südeuropäischen Mittelmeerraums und Südamerika auf. Hepatitis E: In Nord-Afrika und Vorderasien (v.a. Sudan und Irak) stellt die Hepatitis E die zweithäufigste Hepatitis dar. Erhöhte Erkrankungszahlen werden in Südostasien, sowie in Ägypten beobachtet.


Häufigkeit in Deutschland


Hepatitis A:
Im Jahr 2014 (1-47 KW) wurden in Deutschland 598 Hepatitis-A-Fälle berichtet (2013: 776; 2012: 832). Der Anteil der "Reisehepatitis" (d.h. Hepatitis-A-Infektion durch Reisen in gefährdete Regionen) lag in den letzten Jahren zwischen 30-40% aller in Deutschland gemeldeten Hepatitis-A-Fälle. 60-70% aller Hepatitis A-Infektionen wurden in Deutschland erworben. Die meisten Erkrankungsfälle nach Auslandsaufenthalt entfielen auf Reisen in die Türkei und Ägypten. In Deutschland waren nach dem 2. Weltkrieg nahezu 90% der Kinder und Jugendliche mit dem Hepatitis-A-Virus infiziert, was ihnen zu einer lebenslangen Immunität verholfen hat – das betrifft vor allem die vor 1950 Geborenen. Durch den wachsenden Hygienestandard der vergangenen Jahrzehnte schätzt man heute die Infektionsrate bei Kindern und Jugendlichen auf ungefähr 5% ein. Das hat zur Folge, dass in den vergangenen Jahren zunehmend mehr Personen keinen Hepatitis-A-Schutz mehr besitzen und bei Aufenthalten in Ländern mit mäßigem bzw. geringem Hygienestandard einem erhöhten Erkrankungsrisiko ausgesetzt sind. Hepatitis B: In den letzten Jahren wird ein Rücklauf der Hepatitis-B-Meldungen in Deutschland beobachtet, der einen verbesserten Impfschutz in der Bevölkerung vermuten lässt. Im Jahr 2014 (1-47 KW) wurden in Deutschland 668 Hepatitis-B-Fälle berichtet (2013: 687; 2012: 675). Hepatitis C: Im Jahr 2014 (1 - 47 KW) wurden in Deutschland 5.231 Hepatitis C-Fälle berichtet (2013: 5.124; 2012: 4.996). Hepatitis D: Im Jahr 2014 (1 - 47 KW) in Deutschland insgesamt 15 Hepatitis-D-Fälle registriert (2013: 33; 2012: 18). Hepatitis E: Im Jahr 2014 (1 - 47 KW) wurden 595 Hepatitis-E-Erkrankungen in Deutschland gemeldet (2013: 458; 2012: 388).


Häufigkeit Weltweit


Hepatitis A:
Die Weltgesundheitsorganisation schätzt die Anzahl der Hepatitis-A-Erkrankungen auf weltweit 1,4 Mio. pro Jahr. Hepatitis B: Laut Schätzungen der WHO hat rund ein Drittel (ca. 2 Milliarden) der Weltbevölkerung schon einmal eine Hepatitis B-Infektion durchgemacht. Rund 240 Millionen Menschen leben chronisch mit dem Hepatitis-B-Virus (HBV). Davon versterben rund 780.000 Menschen an den Folgen der akuten oder chronischen Hepatitis B-Infektion. In Afrika, Asien und in der Pazifischen Region stellt der durch Hepatitis-B-Virus verursachte Leberkrebs eine der drei häufigsten Krebsursachen dar. Hepatitis C: Nach Angaben der WHO sind weltweit rund 130-150 Millionen Menschen chronisch mit dem Hepatitis-C-Virus infiziert. Ungefähr 350.000 -500.000 sterben jährlich an den Folgen der Erkrankung. Hepatitis E: Jährlich werden weltweit 20 Millionen Hepatitis E-Infektionen angenommen, mehr als 3 Millionen akute Hepatitis E-Fälle, so wie 56.600 Todesfälle.