8. Apr 2022

Äthiopien: Meningitis-Ausbruch

Meningokokken 2021 interMEDIS

In Äthiopien warnt die örtliche Gesundheitsbehörde vor einen Meningitis-Ausbruch in mehreren Regionen des Landes. Seit 12. Dezember 2021 wurden in Äthiopien insgesamt 1.398 Meningitis-Verdachtsfälle mit 13 Todesfällen in 11 von 12 Regionen des Landes registriert. Betroffen sind nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) die Regionen Oromia, Somali, SNNPR [Southern Nations, Nationalities and Peoples' Region], Amhara, Harari, Afar, Addis Ababa, Benishangul-Gumuz und Gambella. Von diesen Regionen sind in Harari, Afar, Addis Ababa, Benishangul-Gumuz und Gambella alarmierend hohe Infektionszahlen beobachtet worden, so dass die Gesunheitsbehörden eine öffentliche Warnung ausgesprochen haben. Die Vereinten Nationen zeigen sich besorgt, da das Land aktuell mit mehreren Krankheitsausbrüchen, Naturkatastrophen und einer humanitären Krise konfrontiert ist. Eingehende Untersuchungen zur Diagnostik der Meningitis-Erreger werden derzeit durchgeführt.

Größere Ausbrüche im Meningitisgürtel Afrikas und in Asien

Äthiopien gehört zu den Ländern des afrikanischen Meningitisgürtels. Größere Ausbrüche traten in den vergangenen Jahren insbesondere im Meningitisgürtel der Subsahara aber auch in Asien auf und werden überwiegend durch Meningokokken der Serogruppen A aber auch C, W und X verursacht. Zu den Ländern Afrikas, in denen die Meningokokken-Meningitis häufig auftritt gehören Senegal, Mali, Burkina Faso, Gambia, Guinea-Bissau, Guinea, Elfenbeinküste, Niger, Tschad, Nigeria, Ghana, Togo, Benin, Kamerun, Zentralafrika, Sudan, Ägypten, Kenia, Uganda, Ruanda, Burundi, Tansania, Malawi, Mosambik, Sambia, Botsuana, Namibia, Angola, Republik Kongo, Demokratische Republik Kongo, Gabun und Äthiopien.

Die Hirnhautentzündung wird durch Bakterien verursacht

Bei der Erkrankung handelt es sich um eine eitrige Hirnhautentzündung (Meningitis), die vor allem die einheimische Bevölkerung betrifft. Die Meningokokken-Meningitis wird durch Bakterien (Meningokokken) verursacht, die unterschiedlichen Serogruppen angehören. Insgesamt 13 Serogruppen konnten bislang identifiziert werden, davon sind sechs Serogruppen (A, B, C, W135, X und Y) für die Mehrzahl aller weltweit gemeldeten Meningokokken-Infektionen verantwortlich. Häufig treten bereits 3 bis 4 Tage nach der Infektion die ersten Krankheitsbeschwerden auf. Gelegentlich können die ersten Symptome aber auch erst nach bis zu 10 Tagen ausbrechen. Auch Kontaktpersonen können Überträger der Meningokokken sein. Auch wenn das Infektionsrisiko hier geringer ausfällt, wird durch die vielen Sekundärkontakte eine hohe Streuung im Umfeld erzielt, die das Infektionsrisiko erhöht.

Eine Schutzimpfung steht zur Verfügung

Eine Schutzimpfung gegen Meningokokken Meningitis ist vor allem bei Reisen in Meningokokken-Risikogebiete (z. B. Meningitisgürtel in Afrika) insbesondere bei längerer Aufenthaltsdauer und aktuellen Ausbrüchen empfohlen. Ein erhöhtes Übertragungsrisiko besteht bei Rucksack- und Abenteuerreisen, Langzeitaufenthalten, voraussehbare Interaktionen mit der lokalen Bevölkerung in öffentlichen Verkehrsmitteln, Märkten, Schulen, Heimen etc. sowie bei engem Kontakt mit der Bevölkerung (z. B. medizinisches Personal, Sozialarbeiter, Entwicklungshelfer, Katastrophenhelfer, Medizinisches Personal, Militär etc.). Eine Impfung sollte rechtzeitig vor Reiseantritt erfolgen, damit sich der Impfschutz rechtzeitig zum Reisebeginn vollständig aufbauen kann.