9. Nov 2013

Afrika: Über 16.000 Fälle der Meningokokken-Meningitis

Nach jüngsten Berichten der Weltgesundheitsorganisation (WHO) wurden in 19 Ländern des afrikanischen „Meningitisgürtels“ in diesem Jahr mehr als 16.000 Fälle der eitrigen Hirnhautentzündung (Meningitis) berichtet – darunter über 1.400 Todesfälle. Nahezu die Hälfte aller Erkrankungsfälle wurde aus der Demokratischen Republik Kongo gemeldet (7880 Erkrankungen / 712 Todesfälle). Burkina Faso steht mit 2409 Meningitis-Fällen in diesem Jahr an zweiter Stelle. Es wird angenommen, dass rund 450 Mio. Menschen permanent dem Übertragungsrisiko der Meningokokken-Meningitis ausgesetzt sind. Zu den Ländern mit dem höchsten Risiko zählen die  Demokratischen Republik Kongo, Burkina Faso, Äthiopien, Mali, Niger Tschad und Sudan.


Auch Reisende können sich anstecken  


Das Übertragungsrisiko betrifft auch Reisende, die sich in diesen Ländern aufhalten. Dies gilt besonders in den Monaten Dezember bis Mai für die Länder des sogenannten "afrikanischen Meningitisgürtels". Zu diesen Ländern gehören: Senegal, Mali, Burkina Faso, Gambia, Guinea-Bissau, Guinea, Sierra Leone, Elfenbeinküste, Niger, Tschad, Nigeria, Ghana, Togo, Benin, Kamerun, Zentralafrika, Sudan, Südsudan, Eritrea und Äthiopien. Zahlreiche Erkrankungsfälle werden dort jedes Jahr berichtet.

Die Erkrankung ist lebensgefährlich

Die Meningokokken-Meningitis stellt eine in allen Ländern der Erde vertretene bakterielle Hirnhautentzündung (Erreger: Neisseria meningitidis) dar, die unbehandelt eine sehr hohe Sterblichkeit hat. Eine akute Meningokokken-Meningitis äußert sich durch Fieber, schweres Krankheitsgefühl, zunehmende Kopfschmerzen und Nackensteifigkeit. Die Meningitis (Gehirnhautentzündung) ist immer lebensbedrohlich, weil sie über das zentrale Nervensystem hinaus zu schweren Schädigungen in anderen Organsystemen führen kann. Wenige Stunden können über das Schicksal des Kranken entscheiden.

Das Klima beeinflusst das Risiko

Jahreszeitliche und klimatische Bedingungen beeinflussen die saisonale Häufung verschiedener Erkrankungen. Weltweit wird die höchste Zahl der Meningokokken-Meningitis-Erkrankungen während Trockenperioden beobachtet. Reisende sollten sich daher rechtzeitig  vor der Abreise über die klimatischen Bedingungen im Reiseland informieren. Bei Reisen in Risikogebiete v.a. in den "Meningitisgürtel Afrikas" wird eine Schutzimpfung mindestens 2 Wochen vor Reiseantritt empfohlen. Der Impfschutz mit einem  Meningokokken-Konjugatimpfstoff steht Reisenden (Kinder ab dem vollendeten zwölften Lebensmonat und Erwachsenen) zur Verfügung und schützt vor den vier Meningokokken-Serogruppen A, C, W-135 und Y. 

Tipps für Reise-Rückkehrer und Kontaktpersonen  

Reise-Rückkehrern oder ihren Kontaktpersonen wird geraten, sich bei Auftreten von Krankheitssymptomen wie starken Kopfschmerzen, hohes Fieber, Übelkeit, Schwindel, Erbrechen, Lichtempfindlichkeit und Nackensteifigkeit sofort an einen Arzt zu wenden.