8. Feb 2014

Afrika: Mehrere Länder melden Masernausbrüche

Aus Guinea melden die örtlichen Gesundheitsbehörden, dass ein Masernausbruch sich derzeit über fast das halbe Land ausgebreitet hat. 33 Distrikte sind betroffen. Mehrere hundert Fälle wurden bereits registriert – darunter auch Todesfälle. In und um Conakry haben sich die Masern über mehrere Distrikte ausgebreitet. Die Behörden und Helfer der UNICEF befürchten, dass sich der Ausbruch bald über das gesamte Land ausbreiten könnte. Auch in Somalia kämpft die Bevölkerung gegen Masern. Mehr als 100 Ausbrüche wurden alleine im Dezember 2013 berichtet. Die meisten Masernerkrankungen wurden aus den zentralen Landesteilen berichtet. Aus Uganda wurden Ende Januar vermehrt Maserntodesfälle und -erkrankungen registriert. Hauptsächlich im Distrikt Kibaale. Impfkampagnen werden in den betroffenen Gebieten durchgeführt, um der weiteren Ausbreitung entgegen zu wirken. 

Täglich sterben 330 Menschen an Masern   

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) veröffentlichte die neuen Zahlen zur weltweiten Masern-Situation. Die Tendenz ist erfreulich. So konnte die Zahl der Masernerkrankungen in den Jahren 2000 bis 2012 von weltweit 853.480 auf 226.722 gesenkt werden. Die Zahl der Todesfälle wurde von 562.000 auf 122.000 gesenkt. Rund 14 Millionen Menschenleben konnten dank der Masern-Schutzimpfung gerettet werden. Doch die WHO warnt vor voreiliger Freude, denn immer noch sterben täglich 330 Menschen an Masern. Vielerorts bilden die Masern immer noch ein großes Problem, v.a. in Afrika, Südostasien und Europa. So wurden zum Beispiel in der Demokratischen Republik Kongo im Jahr 2012 insgesamt 72.029 Masernfälle gemeldet, Indien  registrierte ungefähr 18.000 und die Ukraine 12.000.   

Viele Reiseländer sind betroffen   

Rund 95% aller weltweit gemeldeten Masern-Erkrankungs- und Todesfälle werden aus Ländern mit schlecht ausgeprägter medizinischer Infrastruktur berichtet - das bedeutet viele Reiseländer. Um das weltweite Ziel der WHO, die Masern auszurotten zu erreichen und somit auch den persönlichen Schutz vor der Erkrankung im In- und Ausland, müssen Impflücken v.a. bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen geschlossen werden. Das deutsche Robert Koch-Institut (RKI) empfiehlt daher Reisenden in Regionen mit aktuellen Masernausbrüchen grundsätzlich den Masernimpfschutz zu überprüfen. Ungeimpften Personen bzw. Personen, die noch keine Masern durchgemacht haben und in ein Masern-Epidemiegebiet reisen oder in medizinischen Einrichtungen zur Behandlung von Kindern, Tagesstätten, Kinderheimen, u. ä. arbeiten, wird eine Impfung empfohlen. Nach 1970 geborene ungeimpfte bzw. in der Kindheit nur einmal geimpfte Personen ≥ 18 Jahre oder nach 1970 geborene Personen ≥ 18 Jahre mit unklarem Impfstatus ist ebenfalls eine Impfung empfohlen.