6. Feb 2016

Afrika: Rund 40.000 Masern-Fälle in Katanga

afrika-kids2 Der Masern-Ausbruch der seit dem vergangenen Jahr in der Katanga Provinz der Demokratischen Republik Kongo anhält hat bereits zu nahezu 40.000 Erkrankungen und mehr als 470 Todesfällen geführt. Mehr als 77% der Kranken sind Kinder im Alter von 1-5 Jahre. Die Katanga Provinz hat die ungefähren Ausmaße von Spanien und zählt rund 10 Mio. Einwohner. 24 von 68 Zonen der Provinz sind von dem Masernausbruch betroffen. Masern sind in vielen Ländern Afrikas, Asiens und Europas verbreitet. Vor allem Kinder in den armen und unterversorgten Regionen der Welt, sind durch die stark infektiöse Erkrankung bedroht. 1980 starben laut Weltgesundheitsorganisation rund 2.6 Mio. Menschen an Masern. Mit Einsatz der Masern-Schutzimpfung gingen die Todesfälle durch Masern stark zurück. Trotz verfügbarer Impfstoffe sterben jedoch immer noch rund 114.000 Menschen (2014) an Masern. Die meisten von ihnen sind Kinder jünger als 5 Jahre. Nach Schätzungen der WHO wurden in den Jahren 2000 – 2014 durch die Masern-Schutzimpfung der Tod von rund 17.1 Mio. Menschen verhindert. Durchschnittlich haben laut WHO nur 84% der Kinder weltweit eine Einzeldosis der Masernimpfung erhalten. Das bedeutet, dass rund 21.5. Millionen Kinder ohne Masernschutz der Infektionsgefahr ausgesetzt sind. Drei von fünf ungeimpften Kindern leben in den Ländern Indien, Nigeria, Pakistan, Äthiopien, Indonesien und der Demokratischen Republik Kongo.  

Die meisten Masernfälle in Europa kamen aus Deutschland

Auch Europa kämpft mit den Masern. In der Zeit von Dezember 2014 bis November 2015 wurden in 30 europäischen Ländern 4.111 Masern-Fälle registriert. Die meisten Fälle (63%) wurden aus Deutschland berichtet (2.467). Den traurigen zweiten Platz belegte Frankreich mit 368 Erkrankungsfällen, gefolgt von Österreich mit 315 Fällen und Kroatien mit 232. Rund 24% der Masernkranken in Europa waren Kinder jünger als fünf Jahre und rund 21% waren älter als 30 Jahre.

Masern in vielen Reiseländern  

Durch den ständig wachsenden Fernreise-Tourismus sind auch Reisende zunehmend in die weltweite Masernsituation involviert. Immer wieder erkranken Reisende ohne Masernschutz bei ihrem Urlaub und bringen die Infektionskrankheit in ihr Heimatland zurück. Reisende die keinen Masernschutz besitzen können sich in Ländern mit Masernvorkommen anstecken und die Krankheit in ihr Heimatland importieren. Immer wieder werden in diesem Zusammenhang Fälle berichtet. Daher empfiehlt das deutsche Robert Koch-Institut (RKI) Reisenden in Regionen mit aktuellen Masernausbrüchen grundsätzlich den Masernimpfschutz zu überprüfen. Ungeimpften Personen bzw. Personen, die noch keine Masern durchgemacht haben und in ein Masern-Epidemiegebiet reisen oder in medizinischen Einrichtungen zur Behandlung von Kindern, Tagesstätten, Kinderheimen, u. ä. arbeiten, wird eine Impfung empfohlen. Nach 1970 geborene ungeimpfte bzw. in der Kindheit nur einmal geimpfte Personen ≥ 18 Jahre oder nach 1970 geborene Personen ≥ 18 Jahre mit unklarem Impfstatus ist ebenfalls eine Impfung empfohlen.