16. Jul 2016

Angola: 1.500 Gelbfieber-Fälle in nur zwei Monaten

interMEDIS / Pechel

Der Gelbfieber-Ausbruch in Angola der Ende Dezember 2015 begann, hat bis 15. Juli 2016 bereits zu 3.625 Erkrankungs- und 357 Todesfällen geführt. Um mehr als 1.500 Fälle ist die Zahl der Erkrankungen in den vergangenen zwei Monaten angestiegen. In 16 Provinzen mit 80 Distrikten des Landes wurden die Fälle registriert, v.a. in Luanda, doch auch in den Provinzen Bie, Benguela, Kunene, Cabinda, Huila Huambo, Malange, Kwanza Sul, Uige, Zaire und Kwanza Norte. Bislang kam es in drei Ländern zum Importen des Gelbfiebervirus durch Reisende, darunter China, die  Demokratischen Republik Kongo und Kenia. Damit ist der Ausbruch noch immer nicht unter Kontrolle und es besteht weiterhin ein erhöhtes Übertragungsrisiko. Eine weitere Ausbreitung durch ungeimpfte Reisende und Arbeiter in benachbarte Länder wie Sambia und Namibia wird befürchtet. 

Weltweit rund 200.000 Gelbfieber-Fälle jährlich  

Aus der Demokratischen Republik Kongo wurden in diesem Jahr zuletzt 1.798 Erkrankungs- und 85 Todesfälle berichtet. Die Erkrankungen wurden in fünf Provinzen beobachtet. Von 68 untersuchten Gelbfieber-Fällen wurden 59 Fälle aus Angola importiert. Die Weltgesundheitsorganisation meldet aktuell auch das Auftreten von Gelbfieber-Häufungen in Brasilien, Peru, sowie Tschad, Ghana, Guinea und Uganda die nicht mit dem Ausbruch in Angola in Verbindung stehen. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) treten jährlich rund 200.000 Gelbfieber-Fälle auf – darunter rund 30.000 Todesfälle. Das Gelbfiebervirus tritt nur in Afrika und Südamerika auf und wird durch Viren verursacht die durch tag- und nachtaktive Mücken auf den Menschen übertragen werden. Daher sind neben der Schutzimpfung bei Aufenthalten in ländlichen Regionen auch sorgfältige Mückenschutzmaßnahmen unbedingt ratsam. Gelbfieber stellt eine lebensbedrohliche Infektionskrankheit dar. Gefährdet sind Personen, die in Gelbfieber-Risikogebieten leben (Einheimische) oder die Risikogebiete besuchen (Reisende). Für Reisende, die Ungeimpft sog. "Nicht-Immune" sind, kann die Erkrankung tödlich enden.

Eine einmalige Gelbfieber-Impfung ist als Schutz ausreichend

Die WHO (Weltgesundheitsorganisation) empfiehlt eine Impfung für alle Reisende in Gelbfieber-Infektionsgebiete. Die Impfung sollte mindestens 10 Tage vor Einreise in Gelbfieber-Risikogebiete erfolgen. Nach Prüfung der Expertenkommission der WHO im Jahr 2013 wurde darauf hingewiesen, dass eine einzige Impfdosis der Gelbfieber-Impfung ausreicht, um lebenslang vor Gelbfieber geschützt zu sein. Den Hinweis darauf ergaben zahlreiche Untersuchungen der letzten Jahre. Innerhalb von 30 Tagen bildet sich bei 99% aller Geimpften der vollständige immunologische Schutz aus. Bislang galt die Empfehlung die Impfung alle 10 Jahre aufzufrischen. Die Einreisevorschriften für Gelbfieber werden jedoch von den jeweiligen Ländern selbst festgelegt, daher wird im Rahmen der Einreisevorschrift gegenwärtig noch weiterhin von einigen Ländern die Auffrischimpfung alle 10 Jahre verlangt.

Neue Gelbfieber-Bestimmung in vielen Ländern noch nicht umgestellt

Bis 11. Juli 2016 sollte die Internationale Gesundheitsvorschrift (IGV) welche eine einmalige Gelbfieber-Impfung vorsieht, in Kraft treten. Allerdings sind die Bestimmungen noch in vielen Ländern nicht umgestellt worden. Daher ist es sinnvoll bei Reisen in Länder mit Gelbfieber- Impfvorschriften (auch Transit), sich über die jeweiligen aktuellen Vorschriften bei einer autorisierten Gelbfieber-Impfstelle oder der Botschaft des Einreiselandes zu informieren.