6. Sep 2016

Auffrischimpfungen nicht vergessen

iStock/Ramses02

Die Sommerferien sind nun größtenteils vorbei und viele Impfungen wurden in diesem Zusammenhang durchgeführt. Für Reisende gilt eine besondere Aufmerksamkeit gegenüber Schutzimpfungen, da in vielen Urlaubsländern mit mangelhafter Hygiene und unzureichender medizinischer Versorgung eine Vielzahl von Infektionskrankheiten in erhöhtem Maße vorkommen. Bei Reisen in Risikogebiete sollte daher auf einen vollständigen Impfschutz geachtet werden. Auffrischimpfungen (Wiederholungsimpfungen) sollten nach der Urlaubszeit nicht in Vergessenheit geraten, damit ein länger anhaltender Schutz erreicht werden kann.

Begonnene Impfserien sollten abgeschlossen werden

Dazu gehören die Impfungen die eine vollständige Grundimmunisierung ermöglichen, als auch diejenigen die den Langzeitschutz gewährleisten. Zu den Auffrischimpfungen die nach 10 Jahren erfolgen sollten gehören u.a. Diphtherie, Tetanus und im Falle einer Reise in Risikogebiete auch die Kinderlähmung. Zu den Auffrischimpfungen die bei anhaltendem Risiko zwischen 1 bis 5 Jahren - je nach Impfung - erfolgen sollten gehören u.a.  Tollwut, Meningokokken und FSME. Ebenso sollte beachtet werden, dass falls vor der Reise die 1. Impfung gegen Hepatitis A durchgeführt wurde, nach der Reise nach 6 - 12 (18) Monaten (je nach Hersteller) die 2. Impfung erfolgen sollte. Eine ähnliche Achtsamkeit sollte auch bei der Hepatitis B erfolgen: Falls hier  vor der Reise 2 Impfungen gegen Hepatitis B durchgeführt wurden (od. 3 Impfungen = Kurzimpfschema), erfolgt nach der Reise nach 6 (12) Monaten die 3. (bzw. 4.) Impfung.

Jede Impfung zählt! 

Als Grundsatz zählt: Mindestabstände von Impfungen dürfen nicht unterschritten werden, aber es gibt keine unzulässigen Maximalabstände. Jede Impfung zählt!

Neue STIKO-Impfempfehlungen

Impfungen gehören zu den wirksamsten und wichtigsten Präventionsmaßnahmen der Medizin. Die Ständige Impfkommission am Robert Koch-Institut, "STIKO", hat ihre Impfempfehlungen erst vor kurzem aktualisiert und am 29. August 2016 veröffentlicht. Ein Schwerpunkt in der Überarbeitung der Empfehlungen stellt die Pneumokokken-Schutzimpfung für Senioren und andere gefährdete Risikogruppen dar. Pneumokokken stellen in Europa die Hauptursache von bakteriellen Lungenentzündungen dar. Nach Schätzungen der STIKO sterben jedes Jahr mehr als 5.000 Menschen in Deutschland an den Folgen einer Pneumokokken-Erkrankung. Besonders gefährdet sind Kinder unter 2 Jahren, Menschen ab 60 Jahren sowie Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit bestimmten Grundkrankheiten, z. B. Personen mit einer Immunschwäche oder mit chronischen Krankheiten des Herzens oder der Lunge.

Reisemdizinische Beratung ist wichtig

Zum Jahresende sind es vor allem oft die Fernziele die in tropische und exotische Regionen locken. Eine kompetente reisemedizinische Beratung sollte rechtzeitig (mindestens 4 Wochen) vor der geplanten Reise erfolgen. Für einen vollständigen und langanhaltenden Schutz sind Auffrischimpfungen unverzichtbar. Daher sollte sowohl vor, als auch nach der Reise der Impfpass auf mögliche notwendige Wiederimpfungen überprüft werden.