26. Nov 2016

Australien: Doppelt soviele Keuchhusten-Fälle

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Im Nordterritorium (Northern Territory) von Australien hat sich die Zahl der Keuchhustenfälle (sog. Pertussis) in diesem Jahr nahezu verdoppelt. Seit Beginn 2016 wurden 165 Keuchhustenerkrankungen aus dem australischen Bundesterritorium gemeldet. Dabei wurden rund 90% aller Fälle aus den Regionen von Palmerston und Darwin berichtet. Der letzte größere Ausbruch in der Region ereignete sich 2011 als 383 Pertussisfälle registriert wurden. Erst im Juni dieses Jahres wurde auch in einigen Regionen Neuseelands, v.a. auch in Waikato, eine Zunahme an Keuchhusten-Fällen beobachtet. Die Gesundheitsbehörden warnen aufgrund der erhöhten Zahlen vor einem möglichen Ausbruch, der in der Regel alle 2 – 5 Jahre im Land auftritt. Der letzte Ausbruch von Keuchhusten in Neuseeland ereignete sich im Jahr 2011 und hielt bis 2013 an. Bei den Erkrankten traten auch Komplikationen und Todesfälle auf.  

Zunahme von Keuchhusten in vielen Ländern 

Auch in Deutschland hat die Zahl der Erkrankungen im Vergleich zum Vorjahr zugenommen. Während im vergangenen Jahr bis 9. November 2015 insgesamt 7.001 Erkrankungen gezählt wurden sind es in diesem Jahr im Vergleichszeitraum bereits 10.493 Fälle. Somit stellt Keuchhusten auch in Deutschland ein Problem dar, da unter anderem die empfohlene Auffrischimpfung im Jugendalter zu wenig wahrgenommen wird und daher immer wieder Kinder und Jugendliche erkranken. Untersuchungen in den USA zeigten, dass ungeimpfte Kinder und Jugendliche ein acht Mal höheres Erkrankungsrisiko gegenüber geimpften Kindern haben. Erkranken geimpfte Kinder, so fallen die Krankheitsbeschwerden in aller Regel milder aus und die Ansteckungsgefahr die von ihnen ausgeht ist geringer als bei Ungeimpften. 

Jugendliche und Erwachsene spielen als Überträger eine zunehmende Rolle

Auch Gesunde und/oder gegen Keuchhusten-Geimpfte können nach Kontakt mit dem Erreger für kurze Zeit (Über)träger des Krankheitserregers sein. Durch Husten, Niesen oder Sprechen werden die Erreger mittels Tröpfcheninfektion durch Kontakt mit infektiösen Personen innerhalb eines Abstandes bis zu 1 Meter übertragen. Insbesondere Jugendliche und Erwachsene spielen als Überträger eine zunehmende Rolle. In den letzten Jahren wurde eine Altersverschiebung der Erkrankung sichtbar. Im Jahr 1995 lag das durchschnittliche Erkrankungsalter bei 15,1 Jahren, im Jahr 2008 bei 41,7 Jahren. Dieser Altersanstieg wird u.a. auf die Abnahme der Immunität zurückgeführt. Daher wird zur Senkung der Erkrankungszahlen bei Erwachsenen und zum Schutz von Säuglingen seit 2009 allen Erwachsenen bei der nächst fälligen Tetanus und Diphtherie-Impfung empfohlen, einmalig auch gegen Pertussis zu impfen. Laut Empfehlungen der STIKO gehören zu der Zielgruppe  der Impfung, sofern in den letzten 10 Jahren keine Impfung gegen Keuchhusten stattgefunden hat, neben dem Personal im Gesundheitsdienst und in Gemeinschaftseinrichtungen, Frauen im gebärfähigen Alter sowie auch enge Haushaltskontaktpersonen (Eltern, Geschwister, Großeltern) und Betreuer (z.B. Tagesmütter, Babysitter).  

Keuchhusten mit der nächsten fälligen Tetanus-Diphtherie-Impfung auffrischen  

Der Impfpass gibt Aufschluss darüber, wann die letzte Tetanus-Diphtherie-Impfung stattgefunden hat. Ist die Impfung bereits 10 Jahre oder länger her, ist es Zeit den Impfschutz aufzufrischen. In diesem Fall sollte einmalig (Kombinationsimpfstoff) auch gegen Pertussis geimpft werden.