6. Jan 2017

Australien: Q-Fieber im Süden

interMEDIS / Pechel

Im vergangenen Jahr [2016] hat sich die Zahl der Q-Fieber-Fälle im Vergleich zum Vorjahr mehr als verdoppelt. Die meisten Fälle haben sich im Süden Australiens ereignet. Die Gesundheitsbehörden warnen vor allem Personen mit engem Kontakt zu Ziegen, Schafen und Rindern. Allerdings können auch Hunde, Katzen, Kamele und Kängurus den Erreger beherbergen und übertragen. Bei den Erkrankten handelt es sich meist um Schäfer, Landwirte, Schlachter, Jäger oder Tierärzte. Touristen haben nur ein sehr geringes Risiko sich zu infizieren. 

Infektion durch Aerosole   

Das Q-Fieber wird durch Bakterien, sog. Coxiella (Coxiella burnetti) verursacht. Ungefähr 12 - 30 Tage nach der Infektion kommt es zu Fieber mit grippeähnlichen Beschwerden. Im weiteren Verlauf können sich Husten und eine Lungenentzündung entwickeln. Kommt es zu Komplikationen, so können Entzündungen des Herzmuskels und -beutels sowie der Leber zu ernsten gesundheitlichen Folgen führen. Die Infektion erfolgt durch Einatmen von "Aerosolen", so genannten erregerhaltigen Luftteilchen oder aber auch durch den Kontakt oder Verzehr infektiöser tierischer Produkte (u.a. Wolle, Milch, Fleisch). Der Erreger wird von Zecken auf Nutztiere (v.a. Rind, Schaf, Ziege), kleine Nagetiere und auch Vögel übertragen. Ebenso wird der Erreger im Kot von Zecken ausgeschieden und kann auf trockenen Böden bis zu 1,5 Jahren und auf feuchten Stallböden bis zu drei Monaten überleben. Durch Einatmen des Erregers v.a. in Nutztierstallungen, aber auch bei Waldexpeditionen durch den Kontakt mit Wildtieren können die Erreger übertragen werden. Daher sind vor allem Personen in der Landwirtschaft und Tierzucht aber auch Camper die sich in der Nähe von Stallungen aufhalten gefährdet.   

Touristen haben ein geringes Risiko   

Für Reisende ist das Erkrankungsrisiko sehr gering ist. Vermeidet man den Kontakt zu Nutztieren und ihren Stallungen und verzichtet man auf den Genuss von tierischen Produkten (wie u.a. Milch, Fleisch, etc.) oder auch Wollprodukten (v.a. Rohmaterial), so kann das Risiko auf ein Minimum reduziert werden.