13. Nov 2014

Australien: Tollwütige Fledermäuse in New South Wales

EcoPic Die Gesundheitsbehörden von New South Wales warnen aktuell davor, verletzte  Fledermäuse anzufassen. Da in diesem Jahr bereits drei tollwütige Fledermäuse in der Region gefunden wurden, besteht die Gefahr weiterer infizierter Tiere. Daher soll jeglicher Kontakt zu Fledermäusen aus Sicherheitsgründen vermieden werden.

In den vergangenen zwei Monaten wurden 32 Personen postexpositionell (d.h. nach Kontakt mit möglicherweise tollwütigen Tieren) vorbeugend gegen die potentiell tödliche Infektionskrankheit behandelt. Fünf Personen hatten Kontakt zu Fledermäusen und 27 Personen hatten  Tierbisse oder -verletzungen. Die Behörden warnen davor, dass gerade in diesen Novemberwochen einige junge Fledermäuse nach ersten Flugversuchen verletzt auf der Erde liegen und daher oft von Menschen aufgenommen und angefasst werden. Drei Personen wurden bereits durch tollwütige Fledermäuse in diesem Jahr gebissen und gekratzt und mussten daher sofort behandelt werden.

Ein effizienter Tollwutschutz besteht darin, den Kontakt zu wildlebenden Säugetiere zu vermeiden. Dazu zählen u.a. Hunde, Katzen, Affen oder auch Fledermäuse.  Verletzte Tiere können der regionalen Gesundheitsbehörde (Tel. 1300 066 055) gemeldet werden und auf diesem Weg Hilfe erfahren. Das eigene Leben sollte aber nicht gefährdet werden. Das betrifft auch Reisende, die verletzte Tiere, v.a. Fledermäuse bei ihren Exkursionen antreffen. Mit einem Notruf bei den örtlichen Behörden kann den Tieren geholfen, die eigene Gesundheit jedoch nicht gefährdet werden.

Ebenso hilft die Rettungsorganisation für Wildtiere WIRES sofort, wenn verletzte Fledermäuse gesichtet werden. Die Organisation hat mehrere örtliche Niederlassungen und kann mit der örtlichen Notrufnummer: (02) 1300 094 737 kontaktiert werden.

Durch Bisse infizierter Tiere können sich alle Säuger anstecken und die Infektion ihrerseits weitergeben - Menschen ebenso wie Haustiere, Wildtiere und/oder Nutzvieh. Zwischen dem Biss und dem Auftreten erster Symptome vergehen meist drei Wochen bis drei Monate. Ist die Krankheit erst einmal ausgebrochen, verläuft sie tödlich. In Queensland starben seit 1996 bereits drei Patienten an Tollwut.

Für Australien-Reisende, die in Regionen mit Fledermaus-Vorkommen reisen, ist es daher wichtig zu wissen, dass der Biss einer Fledermaus unter Umständen unbemerkt bleiben kann. Da Fledermäuse über sehr kleine Zähne verfügen, besteht die Gefahr, dass der Biss nicht wahrgenommen wird und die Infektionsgefahr unerkannt bleibt. Deshalb gilt als eiserne Regel, dass man zu Wildtieren keinen Kontakt aufnehmen sollte und bei Verletzungen jeglicher Art, v.a. nach Bissverletzungen umgehend einen Arzt aufsuchen sollte. Dieser versorgt fachmännisch die Wunde, führt gegebenenfalls eine aktive und passive Immunisierung gegen Tollwut durch und überprüft auch gleich den Impfschutz gegen Tetanus. Rechtzeitig durchgeführt, schützt dieses Vorgehen vor dem Ausbruch der Erkrankung.