16. Dez 2017

Bangladesch: Diphtherie in Cox’s Bazar

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Von Anfang November bis 12. Dezember 2017 wurden mehr als 800 Diphtherie-Verdachtsfälle aus Bangladesch berichtet, darunter 15 Todesfälle. Die meisten Erkrankungen werden aus dem Distrikt Cox’s Bazar berichtet. In den meisten Fällen handelt es sich um Kinder und Jugendliche jünger als 15 Jahre. Auch in anderen Ländern, wie im Jemen wurden in den vergangenen Wochen vermehrt Diphtherie-Fälle berichtet. Alleine in der Zeit vom 14.8. – 8.11.2017 wurden in 10 Gebieten des Landes 118 Diphtherie-Erkrankungen registriert; darunter 10 Todesfälle. 87% der Fälle wurde aus Ibb im Südwesten des Landes gemeldet.

Diphtherie auch in Deutschland

Auch in Deutschland treten alljährlich Diphtherie-Fälle auf. Im vergangenen Jahr traten neun Diphtherie-Fälleauf; Fünf Fälle in Bayern, zwei in Nordrhein-Westfalen und je ein Fall in Brandenburg und Niedersachsen. In allen neun Fällen handelte es sich um eine Hautdiphtherie. In sechs Fällen wurde die Infektion wahrscheinlich in Deutschland erworben, in einem Fall in Thailand. Das Vorkommen der Diphtherie in Deutschland ist unter anderem ein Grund, dass die Ständige Impfkommission am Robert Koch-Institut (STIKO) die Diphtherie-Impfung grundsätzlich für alle Personen ab dem 3. Lebensmonat empfiehlt. Die Diphtherie-Schutzimpfung zählt zu den Standardimpfungen und sollte alle 10 Jahre gemeinsam mit der Tetanus-Impfung aufgefrischt werden.

Diphtherie tritt gehäuft im Herbst und Winter auf 

In vielen Ländern ist die Diphtherie endemisch, d.h. sie tritt regional andauernd und gehäuft auf. Zu diesen Ländern zählen u.a. Russland, Afghanistan, Indien, Indonesien, Philippinen, Haiti und einige afrikanische Länder. Die Diphtherie stellt somit in vielen Ländern eine Infektionsgefahr dar, sowohl für die Bevölkerung als auch für Reisende. Die meisten Diphtherie-Erkrankungen treten in gemäßigten Klimazonen mit saisonalen Häufungen im Herbst und Winter auf. 

Die durchgemachte Krankheit hinterlässt keine Immunität 

Diphtherie-Bakterien (Corynebacterium diphtheriae) erzeugen ein gefährliches Gift (Diphtherietoxin). Die Erreger werden mittels Atemluft, z.B. durch Küssen, Niesen, Husten übertragen (Tröpfcheninfektion). Eine Ausnahme bildet die Hautdiphtherie, bei der die Erregerübertragung durch Schmierinfektionen stattfindet. Die durchgemachte Krankheit hinterlässt keine sichere Immunität, daher ist eine vorbeugende Impfung gegen Diphtherie wichtig. Die Impfung schützt vor allem vor der Wirkung des Giftes im Körper und verhindert somit die folgenschweren Auswirkungen.