7. Feb 2015

Bangladesch: Vorsicht vor Dattel- oder Palmensaft

iStock/PrinPrince In der letzten Januarwoche starben zwei Menschen in Naogaon an einer Nipah-Virus Infektion. Naogaon liegt im Norden Bangladeschs, in der Division von Rajshahi, im Grenzgebiet zu Indien.
Beide Personen infizierten sich, in dem sie einen rohen Dattelsaft tranken. Immer wieder warnen die Gesundheitsbehörden davor, rohe Fruchtsäfte oder Baumfrüchte zu konsumieren, vor allem während der sogenannten „Nipah-Virus Saison“ in den Monaten Januar bis April. Die Erkrankungs- und Todesfälle werden landesweit aus über 20 Distrikten gemeldet, u.a. Rangpur, Kurigram, Lalmonirhat, Nilphamari, Gaibandha, Dinajpur, Kushtia, Pabna und Rajshahi. Die Meisten infizieren sich durch den Verzehr von rohen Dattel- oder Palmensäften.

Fruchtsäfte und Baumfrüchte können mit dem Nipah-Virus infiziert sein

Dattelpalmen-Getränke sind in der Region nicht selten mit dem Nipah-Virus infiziert, da sie bevorzugt von Fledermäusen angefressen werden, die das Virus übertragen. Die so genannten „fruit bats“, d.h. Fledermäuse die sich von Früchten ernähren, können das Nipah-Virus "beherbergen", ohne selbst daran zu erkranken. Das Virus kann dann u.a. durch Baumfrüchte die durch infizierte Fledermäuse angebissen wurden oder aber auch durch ihre erregerhaltigen Exkremente verunreinigt wurden auf den Menschen übertragen werden (z.B. durch das Essen von Baumfrüchten oder das Trinken von  Baumfruchtsäften). Kommt es zu einer Infektion, können die Infizierten das Virus von Mensch-zu-Mensch weitergeben.

Nipah Virus-Saison Januar bis April

Ein hoher Anteil der Erkrankten stirbt an den Folgen der Infektion. Die Beschwerden die im Rahmen einer Nipah-Virus-Infektion auftreten, sind meist grippeähnlich mit hohem Fieber. Im weiteren Verlauf kann es zur Entzündung des Gehirns (Enzephalitis) kommen. Leider stehen noch keine Medikamente zur gezielten Bekämpfung des Virus zur Verfügung. Daher können bislang nur die Beschwerden medikamentös behandelt werden, nicht jedoch die Krankheitsursache. Vor dem Verzehr von Baumfrüchten, v.a. wenn Bissspuren von Tieren erkennbar sind, als auch von Baumfruchtsäften wird gewarnt. Bei Erhitzen der Säfte auf mindestens 70°C werden die Viren abgetötet. Sicherer ist es jedoch, vollkommen auf den Verzehr roher Fruchtsäfte zu verzichten – vor allem während der Nipah Virus-Saison Januar bis April.