6. Feb 2020

Bangladesch: Vorsicht vor Dattelsaft

Fledermaus iStock/PrinPrince

In den Monaten Januar bis April ist das saisonale Übertragungsrisiko für Nipah-Virus in Bagladesch erhöht. In diesem Jahr kam es bereits zu vier Todesfällen. In den vergangenen Jahren wurden v.a. aus Indien und Bangladesch vermehrt Nipah-Virus-Infektionen berichtet, die von Mensch-zu-Mensch übertragen wurden.  Die Krankheit kann ohne Beschwerden verlaufen, aber auch mit gefährlichen Entzündungen des Gehirns (Enzephalitis) einher gehen. Die Todesrate bei Ausbrüchen beträgt schätzungsweise 40% – 75% und variiert von Ausbruch zu Ausbruch.

Vor allem Dattelpalmen-Getränke können mit dem Nipah-Virus infiziert sein 

Immer wieder warnen die Gesundheitsbehörden davor, rohe Fruchtsäfte oder Baumfrüchte zu konsumieren, vor allem während der sogenannten „Nipah-Virus Saison“ in den Monaten Januar bis April. Erkrankungs- und Todesfälle wurden in den vergangenen Jahren v.a. aus Rangpur, Kurigram, Lalmonirhat, Nilphamari, Gaibandha, Dinajpur, Kushtia, Pabna und Rajshahi gemeldet. Die meisten Erkrankten infizieren sich durch den Verzehr von rohem Dattel- oder Palmensaft, die nicht selten mit dem Nipah-Virus infiziert sind, da sie bevorzugt von Fledermäusen angefressen werden, die das Virus übertragen. Die so genannten „fruit bats“, d.h. Fledermäuse die sich von Früchten ernähren, können das Nipah-Virus "beherbergen", ohne selbst daran zu erkranken. Das Virus kann dann u.a. durch Baumfrüchte die durch infizierte Fledermäuse angebissen wurden oder aber auch durch ihre erregerhaltigen Exkremente verunreinigt wurden auf den Menschen übertragen werden (z.B. durch das Essen von Baumfrüchten oder das Trinken von  Baumfruchtsäften).

Nipah Virus-Saison Januar bis April 

Ein Teil der Erkrankten stirbt an den Folgen der Infektion. Die Beschwerden die im Rahmen einer Nipah-Virus-Infektion auftreten, sind meist grippeähnlich mit hohem Fieber. Im weiteren Verlauf kann es zur Entzündung des Gehirns (Enzephalitis) kommen. Leider stehen noch keine Medikamente zur gezielten Bekämpfung des Virus zur Verfügung. Daher können bislang nur die Beschwerden medikamentös behandelt werden, nicht jedoch die Krankheitsursache. Vor dem Verzehr von Baumfrüchten, v.a. wenn Bissspuren von Tieren erkennbar sind, als auch von Baumfruchtsäften wird gewarnt. Bei Erhitzen der Säfte auf mindestens 70°C werden die Viren abgetötet. Sicherer ist es jedoch, vollkommen auf den Verzehr roher Fruchtsäfte zu verzichten – vor allem während der Nipah Virus-Saison Januar bis April.