6. Apr 2013

Beginn der Zeckenzeit in Deutschland: erste FSME-Fälle gemeldet

In den ersten 10 Wochen des Jahres wurden in Deutschland bereits die ersten vier Fälle der Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) an das Robert Koch-Institut gemeldet. Durch die zunehmende Erwärmung der Bodentemperaturen, werden die Zecken in der Natur wieder mobil – und das, allen winterlichen Einbrüchen zum Trotz. Im Frühjahr lauern die Zecken an den verschiedensten Orten der Natur. Die zunehmende Erwärmung des Bodens lockt die Zecken aus ihren Ruheplätzen in Büschen, Bäumen, Gräsern und Waldboden. Mitteleuropäer werden am häufigsten durch eine Zeckenart mit Namen der "Gemeine Holzbock" (Ixodes ricinus) gestochen.

Bayern hat zum 1. März 2013 die Meldepflicht für Borreliose eingeführt

Im Bundesland Bayern wurde zum 1. März 2013 eine Meldepflicht für Borreliose eingeführt. Das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) erhofft mit Hilfe der Meldedaten weitere Erkenntnisse zur regionalen Verbreitung der Erkrankung gewinnen zu können. Zecken können unterschiedliche Erkrankungen übertragen. In unseren Breitengraden beherbergen Zecken oftmals FSME-Viren oder Borrelien (Bakterien) die sie bei der Blutmahlzeit auf den Menschen übertragen können. 

Zeckensaison in Deutschland ist alljährlich saisonal von März bis Oktober

Die Übertragung der Krankheitserreger erfolgt in Mitteleuropa durch Zeckenstiche überwiegend in den Monaten März bis Oktober (je nach Witterungsbedingungen evtl. auch früher und später). Besonders stark vermehren sich die Zecken in den warmen und trockenen Sommermonaten, wodurch die Hauptübertragungszeit jedes Jahr im Juni und Juli ihren Höhepunkt findet. Die meisten Zeckenstiche werden in der Freizeit bei Freilandaufenthalten erworben. 

195 FSME-Erkrankungen im vergangenen Jahr 

Im vergangenen Jahr wurden insgesamt  195 FSME-Fälle in Deutschland gemeldet. Das bedeutet, ein erfreulicher Rückgang im Vergleich zum Vorjahr mit 421 Erkrankungsfällen. Die meisten Erkrankungen werden meist aus Baden-Württemberg und Bayern gemeldet, weitere aus Hessen, Thüringen und Rheinlandpfalz. Daher zählen diese Bundesländer zu den Gebieten mit erhöhtem Risiko. Zu den Bundesländern mit vereinzelt auftretenden FSME-Erkrankungen gehören: Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Saarland, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Schleswig-Holstein. 

FSME-Impfschutz überprüfen 

Eine FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis) ist eine ernst zunehmende Infektionskrankheit, bei der es zu einer Meningitis (Hirnhautentzündung), einer Enzephalitis (Gehirnentzündung) oder auch zu einer Myelitis (Entzündung des Rückenmarks) kommen kann. Mit zunehmendem Alter des Patienten wächst die Gefahr einer Enzephalitis. Bei rund 30 – 40% kann es zu bleibenden Schäden kommen. Für die Bevölkerung der FSME-Risikogebiete, sowie für Reisende in die ausgewiesenen Risikogebiete ist ein guter Zeckenschutz und ggf. ein FSME-Impfschutz empfohlen. In aller Regel zahlen die Krankenkassen Personen die in Risikogebieten leben die Impfungen. Zu den sogenannten FSME-Risikogebieten, zählen diejenigen Gebiete mit FSME-Vorkommen, in denen ein erhöhtes Erkrankungsrisiko für Personen mit vermehrtem Zeckenkontakt besteht. So z.B. durch häufige und/oder längere Aufenthalte im Grünen (Bewohner mit Gärten, Urlauber, Ausflügler, etc.) aber auch beruflich exponierte Personen (Förster, Jäger, Waldarbeiter, etc.).