25. Feb 2016

Benin: Lassafieber im Nordosten

iStock/EcoPic Aus Benin wurden in der Zeit vom 21. Januar bis 13. Februar 2016 insgesamt 68 Lassa-Fieber-Fälle berichtet – darunter 23 Todesfälle. Während  am 5. Februar die Zahl der Erkrankten noch bei vier und 25 Verdachtsfällen lag, betrug die Zahl der Kranken nur acht Tage später bereits 68. Ebenso stieg die Zahl der Todesfälle im gleichen Zeitraum von acht auf 23 dramatisch an. Im Nordosten des Landes starb eine Schwangere an der Erkrankung. Wenig später erkrankten sechs Gesundheitshelfer aus der gleichen Region. Die Übertragung des Virus auf Gesundheitshelfer in medizinischen Einrichtungen ist nicht selten.  

Nahrungsmittel können mit Lassa-Viren verunreinigt sein 

In Benin traten landesweit Lassa-Fieber-Erkrankungen in den vergangenen Jahren immer wieder auf. Aber auch in anderen afrikanischen Ländern, wie Senegal, Gambia, Mali, Guinea, Liberia, Sierra Leone, Elfenbeinküste, Ghana, Burkina Faso, Zentralafrikanischen Republik und Namibia ist die Krankheit endemisch. Das Lassa-Fieber wird durch Viren verursacht, die v.a. durch Ratten übertragen werden. Die Tiere scheiden das Virus durch ihren Urin aus und können dadurch Betten, Böden und Lebensmittelvorräte der Landbevölkerung verunreinigen. Die Übertragung auf den Menschen findet somit zumeist durch eine orale Aufnahme von verunreinigten Nahrungsmitteln und Trinkwasser bei mangelnder Hygiene statt. Eine Übertragung von Mensch zu Mensch erfolgt hauptsächlich durch direkten Kontakt mit Erkrankten (z.B. bei medizinischen Pflegepersonal).   

Auch Europäer erkrankten bei ihren Reisen  

Die Infektionskrankheit wird vor allem in der ersten Jahreshälfte gehäuft beobachtet, ist aber das ganze Jahr über präsent. Es wird geschätzt, dass jährlich zwischen 100.000 – 300.000 Fälle von Lassa-Fieber auftreten. Nahezu Dreiviertel aller Infektionen sind unscheinbar und verursachen keine Beschwerden. Am häufigsten wurden Ausbrüche in Nigeria, Liberia und Sierra Leone beobachtet. Auch nach Deutschland wurden durch Reisende in den vergangenen Jahren sporadisch Einzelfälle eingeschleppt. Nach einer durchschnittlichen Inkubationszeit von ca. 8 - 10 Tagen kann es zu Fieber und im weiteren Verlauf der Krankheit zu inneren Blutungen mit Schocksymptomatik und Kreislaufversagen kommen. In den vergangenen 30 Jahren sind 12 Fälle von Europäern und Amerikanern dokumentiert worden, die nach ihren Aufenthalten in Afrika an Lassa Fieber erkrankten. In Deutschland erkrankte zuletzt im Jahr 2006 ein deutscher Tourist nach seinem Aufenthalt in Sierra Leone an Lassa Fieber. Im Jahr 2009 erkrankten und starben zwei englische Reisende nach ihrem Aufenthalt in Nigeria und Mali und 2010 erkrankten zwei amerikanische Touristen nach ihrer Reise nach Liberia und Sierra Leone. Immer wieder kommt es zu vereinzelten Erkrankungsfällen bei Reisenden, obgleich das Infektionsrisiko als sehr gering eingestuft wird. Trekking-Reisende und Entwicklungshelfer haben ein erhöhtes Risiko.