14. Apr 2017

Botswana: Malaria im Okawango

interMEDIS / Pechel

Die starken Regenfälle der letzten Wochen haben in Botswana zu vermehrten Malaria-Fällen geführt. Obgleich Botswana im Kampf gegen Malaria in den vergangenen Monaten bereits große Fortschritte erzielt hatte, berichten die Gesundheitsbehörden nun, dass derzeit vermehrt Erkrankungen registriert werden. Der große Regen hat in vielen Landesteilen die Vermehrung der Überträgermücke begünstigt und somit vielerorts zu einem erhöhten Malaria-Vorkommen  geführt. Die meisten Malaria-Fälle werden aus dem Okavango Distrikt berichtet. Sporadische Erkrankungsfälle wurden jedoch auch aus dem als malariafrei geltenden Süden des Landes bekannt. Bis März sollen dort mehr als 600 Erkrankungen und sieben Todesfälle registriert worden sein. Von einer höheren Dunkelziffer kann ausgegangen werden, da viele Erkrankungsfälle nicht erfasst werden können.  

Gute Prophylaxemaßnahmen reduzieren das Risiko  

Die saisonale Malariaperiode beginnt in Botswana normalerweise im Oktober/November und endet im Mai/Juni. Als Hochrisikogebiete in Botswana gelten die Distrikte Boteti, Chobe, der Norden von Ghanzi, Kasane, Ngamiland, Okavango und Tutume. In diesen Distrikten empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Tropenmedizin (DTG) in der Zeit von November bis Juni eine Malaria-Chemoprophylaxe. Bei Reisen in diese Regionen ist hingegen in der Zeit von Juli bis Oktober die Mitnahme eine Notfallmedikamentes in der Regel ausreichend. Gleiches gilt für Reisen nach Francistown, Palapye und in den Grenzgebiete zu Simbabwe im Osten (Regionen Bobirwa und Selebi-Phikwe); auch hier ist die Mitnahme eine Malaria-Notfallmedikamentes empfehlenswert. Das individuelle Malariarisiko wird durch das persönliche Verhalten und die vorbeugenden Maßnahmen mitbestimmt. Als wichtigster Schritt sollten Reisende in Länder mit Malaria-Vorkommen sich rechtzeitig vor der Reise fachmännisch reisemedizinisch beraten zu lassen. Die empfohlenen und geeigneten Prophylaxe-Maßnahmen sollten regelmäßig durchgeführt werden. Wichtig ist es ebenso die möglichen Symptome einer Malaria zu kennen und bei Beschwerden, umgehend einen Arzt aufzusuchen, um eine schnelle Diagnosestellung und gegebenenfalls Therapie zu erreichen.  

Auch Südafrika und Namibia kämpfen gegen Malaria  

Auch in den benachbarten Ländern wie Südafrika und Namibia, sind infolge der starken Regenfälle in den letzten Wochen und Monaten vermehrt Malaria-Fälle aufgetreten. Alle Länder haben verstärkte Vorbeugemaßnahmen eingeleitet, die der größeren Ausbreitung der Krankheit entgegenwirken. Jedes Jahr erkranken mehrere hundert deutsche Reiserückkehrer an Malaria, vor allem nach Aufenthalten in westafrikanischen Ländern (v.a. Nigeria, Ghana, Togo und Kamerun), aber auch in Kenia (Ostafrika). In den meisten der gemeldeten Fälle wurde eine Malaria tropica, an zweiter Stelle wurde eine Malaria tertiana und am seltensten eine Malaria quartana diagnostiziert. Reisende sollten daher eine sorgfältige und regelmäßige Chemoprophylaxe, nach Rücksprache mit einem Arzt, einnehmen.