13. Jun 2016

Brasilien: Bilharziose durch Süßwasserkontakt

iStock/Filipe Frazao

Im Bundesstaat Minas Gerais, im Südosten Brasiliens wurden mehrere Bilharziose-Fälle festgestellt. Die Erkrankten badeten zuvor in natürlichen Gewässern im Umland von Belo Horizonte, der Hauptstadt des Bundesstaates, in denen sie sich mit den Erregern (Schistosomen) infizierten. Die Gesundheitsbehörden warnen seither Einheimische und Touristen vor dem Baden in Gewässern in und um Belo Horizonte (Foto). Aufgrund des wachsenden Tourismus in der Region sollten Reisende und Besucher sich von Süßwasser-Gewässern fernhalten und Hautkontakt vermeiden.

Erste Beschwerden ernst nehmen 

Gesundheitliche Beschwerden die nach dem Schwimmen auftreten können sollten ernst genommen werden. Dazu gehören u.a. ein juckender Hautausschlag („Badedermatitis “), Blut im Urin, Durchfall, Husten, Fieber, Müdigkeit, Gewichtsverlust, Kopf-, Muskel-, und Gelenkschmerzen. Eine Infektion mit dem Erreger (Schistosomen) kann über Jahre hinweg bestehen und zu schwerwiegenden Komplikationen wie z.B. Blasenkrebs, Unfruchtbarkeit und/oder Störungen der Nierenfunktion führen. Es stehen Medikamente zur Behandlung der Erkrankung zur Verfügung, die erfolgreich die Erreger abtöten können. Reisende die in Gewässern in und um Belo Horizonte in den letzten Jahren baden waren können sich vorbeugend auf Bilharziose untersuchen lassen. Insbesondere Personen die seither unter Problemen beim Wasser lassen, Blut im Urin o.ä. leiden.

Bilharziose gibt es auch in vielen Reiseländern 

Bilharziose (syn. Schistosomiasis) ist in vielen Ländern verbreitet. Die Krankheitserreger sind Saugwürmer die im Süßwasser z.B. in Seen, Tümpeln, Flüssen und Bächen vieler tropischer und subtropischer Länder vorkommen. Bei Hautkontakt mit dem befallenen Gewässer können die Entwicklungsvorstufen der Saugwürmer, sogenannte Zerkarien, durch die Haut in den Körper eintreten. Reisende sollten daher jeden Kontakt zu Süßwasserseen (Bächen, Tümpeln, Teichen, etc.) meiden. Wird ein Reisender erstmals durch die Saugwürmer im Gewässer befallen, treten als Erstreaktion gelegentlich juckende Hauterscheinungen und Fieber auf. Die Zerkarien können aber auch unbemerkt von der Haut aufgenommen werden. Bei langjährigem Wurmbefall können sie schwere Störungen der Leber- (Leberzirrhose) oder Blasenfunktion verursachen. Die Bilharziose ist gut therapierbar, sofern sie rechtzeitig behandelt wird und sich keine Komplikationen entwickeln. Durch das Vermeiden von Hautkontakt mit Süßwasser in Bilharziosegebieten kann das Infektionsrisiko ausgeschlossen werden. Reisende die Kontakt zu Süßwasser in Gebieten mit Schistosomiasis-Vorkommen hatten, sollten zum Arzt gehen und eine Infektion mit dem Erreger ausschließen lassen.