30. Nov 2016

Brasilien: Chagas-Krankheit in Pará

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Nach Aussage der Gesundheitsbehörden sind im brasilianischen Bundesstaat Pará, im Norden Brasiliens, in diesem Jahr vermehrt Chagas-Erkrankungsfälle berichtet worden. In den ersten neun Monaten des Jahres wurden bereits 127 Erkrankungsfälle gemeldet, darunter zwei Todesfälle aus der Stadt Barcarena. Die meisten Erkrankungsfälle wurden in Breves, Igarapé-Miri, Abaetetuba und Belém beobachtet. Weiterführende Abklärungen zur Infektionsquelle werden derzeit durchgeführt. Immer wieder kommt es zu Chagas-Erkrankungsfällen in Lateinamerika. In rund 21 Regionen ist die Krankheit endemisch. Nach Schätzung beträgt die Zahl der weltweit infizierten Personen 7 bis 8 Millionen. Immer wieder treten Infektionsfälle auf. Zu einem größeren Ausbruch kam es im Jahr 2007 in Caracas. Rund 130 Kinder erkrankten. Wahrscheinlich infizierten sich die Betroffenen durch das Trinken von Guavensaft, der durch Kotausscheidungen der Raubwanze verunreinigt war.  

Chagas-Parasiten werden durch Raubwanzen übertragen     

Die Chagas-Parasiten werden durch den Stich von Raubwanzen übertragen. Die Raubwanzen verstecken sich gerne in dunklen Ritzen von Lehmhütten und Reisigdächern und befallen nachts die Schlafenden für eine Blutmahlzeit. Meistens ist der arme Teil der Bevölkerung in Mittel- und Südamerika betroffen. Die  "südamerikanische Trypanosomiasis", wie die Chagas-Krankheit auch genannt wird, wird durch Parasiten (sog. Trypanosoma cruzi) verursacht. Nur ein geringer Anteil der Infizierten erkrankt. Dabei kommt es zu Fieber und zu Entzündungen der Gewebe, in denen sich die Parasiten eingenistet haben. Bei schweren Verläufen können Hirnhautentzündungen auftreten. Bei langfristigem Parasitenbefall in den Organen kommt es zur Zerstörung von Nervengewebe als auch zum  Erschlaffen und somit zur Ausdehnung verschiedener Gewebe (z.B. Herzmuskel oder Magen-Darmtrakt). Am Herzmuskel können diese Ausdehnungen zu einem papierdünnen Ballon führen, der bei Anstrengungen platzt und zu einem plötzlichen Herztod führt.  

Vorsicht vor offenen Fruchtsäften   

In der Regel besteht für Reisende nur ein sehr geringes Infektionsrisiko. Auf das Trinken offener Fruchtsäfte sollte ohnehin in Hinblickt auf die Infektionsgefahr diverser Durchfallerreger verzichtet werden. Bezüglich der Chagas-Krankheit sollten insbesondere Reisende bei Trekking- bzw. Überlandtouren darauf achten, in den Infektionsgebieten auf Übernachtungen in einfachen Holz- oder Lehmhütten zu vermeiden. Ein widerstandsfähiges Moskitonetz kann ebenfalls einen guten Schutz bieten, wenn es sorgfältig angebracht und gut unter die Matratze gesteckt wird.