13. Sep 2019

Brasilien: Chikungunya und Dengue Fieber

Aedes Aegypti iStock / Frank600

Landesweit wurden bis Mitte August 2019 insgesamt 97.900 Chikungunya Fieber-Fälle berichtet. Im Vergleichszeitraum des Vorjahres waren es rund 72.000 Fälle. Die meisten Erkrankungen werden aus den süd- und nordöstlichen Regionen gemeldet, insbesondere aus Rio de Janeiro, Rio Grande Nord und Pará. Die meisten Todesfälle wurden in Rio de Janeiro gemeldet. Im vergangenen Jahr erkrankten zwei deutsche Reisende an Chikungunya Fieber während ihres Brasilien Aufenthalts. Vor allem Personen mit besonderem gesundheitlichem Risiko wird empfohlen, sich vor der Reise von ihrem Arzt reisemedizinisch beraten zu lassen. Zu den gesundheitlichen Risiken zählen Arthritis, schwerwiegende chronische Erkrankungen (hoher Blutdruck, Herzkrankheiten) und Risikoschwangerschaften. Weitere Risikofaktoren für Chikungunya stellen das Alter (> 65 Jahre) und die Reisedauer (Langzeitreisende, Missionare, Entwicklungshelfer) dar.

Ähnliche Beschwerden bei Chikungunya und Dengue Fieber

Die Beschwerden des Chikungunya Fiebers ähneln der des Dengue Fiebers das ebenfalls durch Mücken übertragen wird. Brasilien meldet aus verschiedenen Bundesstaaten eine Vielzahl von Fällen. Aus Espirito Santo wurden rund 55.000 Dengue Fieber-Fälle berichtet. Damit haben die Fallzahlen um ein Sechsfaches gegenüber dem Vorjahr zugenommen. Am stärksten betroffen sind die Städte wie zum Beispiel Serra mit 13.000 Erkrankungsfällen. Im Bundesstaat São Paulo mit der gleichnamigen Hauptstadt und größte Stadt Brasiliens wurden mit 321.843 registrierten Dengue Fieber-Fällen eine der höchsten Fallzahlen berichtet. Am stärksten betroffen ist u.a. São José do Rio Preto mit 32.216 gemeldeten Erkrankungen. Doch auch im Bundesstaat Minas Gerais wurden Rekordzahlen von 438.666 Dengue Fieber-Erkrankungen gezählt. Die Fälle werden in 54 Regionen des im Landesinneren gelegenen Bundesstaates im Südosten Brasiliens beobachtet. Auch aus dem Bundesstaat Mato Grosso do Sul wurden nahezu 50.000 Erkrankungsfälle berichtet, am stärksten betroffen ist hier Dourados. Nahezu alle Bundesstaaten melden vermehrt Dengue Fieber, so dass Mückenschutzmaßnahmen in jedem Fall Tag und Nacht sorgfältig durchgeführt werden sollten.

Gelbfieber-Aktivität in Brasilien hat zugenommen

In den vergangenen zwei Jahren hat die Gelbfiebervirus-Aktivität in Brasilien zugenommen. In den ersten drei Monaten des Jahres 2018 erkrankten auch europäische Touristen bei ihrer Reise nach Brasilien an Gelbfieber. Ein Schweizer starb im Februar 2018 an Gelbfieber, nachdem er Region Ilha Grande in Brasilien besuchte. Daher aktualisierte die Weltgesundheitsorganisation am 16. Januar 2018 die Gelbfieberempfehlung für Reisende. und empfiehlt die Gelbfieber-Impfung für alle Gebiete im Bundesstaat São Paulo, bislang galt die Empfehlung nur für die nördlichen und westlichen Gebiete im Bundesstaat São Paulo. Neue Risikogebiete werden von der WHO fortwährend aktualisiert und aufgelistet. Grundsätzlich bleibt die Empfehlung bestehen, dass eine Gelbfieber-Impfung für Reisende empfohlen ist, die in die Gelbfieber-Risikogebiete fahren. Für einige Regionen in Brasilien besteht keine Gelbfieber-Impfempfehlung. Aufgrund des aktuell erhöhten Auftretens der Infektionskrankheit, sollte jedoch die Reiseroute sorgfältig mit einem Arzt besprochen werden, um Risiken auszuschließen und die Indikation für eine Gelbfieber-Impfung zu klären.

Welche Reiseimpfungen sind wichtig 

Eine Reise gibt immer Anlass den Impfstatus zu überprüfen und gegebenenfalls Auffrischimpfungen nachzuholen. Zu den Standardimpfungen gehören Tetanus und Diphtherie. Diesen Impfschutz sollte jeder haben und er sollte nicht länger als 10 Jahre zurückliegen. Ist eine Auffrischung fällig, so empfiehlt die STIKO zusätzlich eine einmalige Impfung gegen Keuchhusten mit einem Kombinationsimpfstoff (Tetanus-Diphtherie-Keuchhusten, sog. Tdap-Impfstoff). Lateinamerika – somit auch Brasilien – gilt seit 1994 als „poliofrei“, d.h. ohne Vorkommen von Kinderlähmung (Polio). Eine Schutzimpfung ist somit nicht erforderlich. Ein Hepatitis A-Impfschutz ist bei Fernreisen durchaus sinnvoll, da die Viren weltweit vorkommen und durch Nahrungsmittel  und/oder Trinkwasser einfach übertragen werden können. 

Brasilien gehört zu den Ländern mit den meisten Verkehrstoten  

Unfälle sind einer der Gründe, warum bei Fernreisen auch an einen Hepatitis B-Schutz gedacht werden sollte. Brasilien gehört zu den Ländern mit den weltweiten meisten Verkehrstoten. Die Zahl der Verkehrsunfälle wurde vor wenigen Jahren auf mehr als 400.000 geschätzt. Einer der häufigsten Gründe einer Krankenhauseinweisung während der Reise sind Unfälle. Der ungewohnte Straßenverkehr bildet eines der Hauptprobleme. Rund 40 % der Repatriierungsflüge weltweit gehen auf Unfälle im Straßenverkehr zurück. In diesem Zusammenhang können medizinische Eingriffe (Spritzen, Infusionen, Operationen, usw.) im Rahmen einer Erstversorgung vor Ort erforderlich werden. Untersuchungen zeigten, dass zwischen 23-44 % der Todesfälle bei Interkontinentalreisen auf Unfälle und nur 1-3 % auf Infektionskrankheiten zurückzuführen sind.