19. Dez 2021

Brasilien: Gelbfieber in Pedras Grandes

Impfung und Pass iStock / Sven Hoppe

Die Behörde für epidemiologische Überwachung von Santa Catarina hat in diesem Jahr acht Gelbfieberfälle beim Menschen gemeldet, darunter drei Todesfälle. Keines der Opfer war geimpft. Die Erkrankungsfälle wurden im Bundesstaat Santa Catarina beobachtet, sowie im Juli 2021 ein Erkrankungsfall in Afua im Bundesstaat Pará. Zudem wurde das Gelbfiebervirus in Affen (Primaten) in den Bundesstaaten Minas Gerais, Rio Grande do Sul und Santa Catarina nachgewiesen, so dass auch in diesen Gebieten von einem Übertragungsrisiko ausgegangen werden kann. Darüber hinaus berichteten die örtlichen Gesundheitsbehörden, dass am Freitag der Tod eines Affens an Gelbfieber in der Region Pedras Grandes im Süden des Landes bekannt wurde. Bis heute wurden 137 Fälle von Gelbfieber bestätigt. Gelbfieber ist ein akutes virales hämorrhagisches Fieber, das durch den Stich infizierter Mücken übertragen wird. Da die Mücken das Virus auch bei infizierten Affen aufnehmen und auf den Menschen durch einen Mückenstich übertragen können, ist es auch von Bedeutung zu wissen, ob regionale Gelbfieber-Fälle bei Affen bekannt geworden sind.

WHO empfiehlt Gelbfieber-Impfung für Brasilien

 Die Gesundheitsbehörden betonen die Wichtigkeit der Schutzimpfung gegen Gelbfieber. Die vom Gesundheitsministerium empfohlene Durchimpfungsrate liegt bei mindestens 95 % dieser Zielgruppe (Personen in Risikogebieten, die älter als neun Monate sind), die geimpft werden muss. Bis Oktober 2021 lag die Durchimpfungsrate in Santa Catarina bei 79,57 %. Grundsätzlich empfiehlt die WHO nachdrücklich die Impfung für alle Reisende in Gelbfieber-Infektionsgebiete. Die Impfung sollte 10 Tage vor Einreise in ein Risikogebiet stattfinden, damit dem Körper ausreichend Zeit gelassen wird, eine schützende immunologische Abwehr aufzubauen. Zudem sollten gute Mückenschutzmaßnahmen durchgeführt werden. Seit 11.07.2016 gilt laut Internationaler Gesundheitsvorschrift (IGV) der Nachweis einer gültigen Gelbfieber-Impfung bei Einreise. Eine Auffrischimpfung ist nicht mehr erforderlich. Für Brasilien empfiehlt die WHO eine Gelbfieberimpfung grundsätzlich für alle Reisende ab dem 9. Lebensmonat in die Regionen von Acre, Amapá, Amazonas, Distrito Federal (einschließlich der Stadt Brasília), Espirito Santo, Goiás, Maranhão, Mato Grosso, Mato Grosso do Sul, Minas Gerais, Pará, Paraná, Piauí, Rio de Janeiro, Rio Grande do Sul, Rondônia, Roraima, Santa Catarina, Sao Paulo, Tocantins und Bahia. Reisende mit Reiseziel der Iguazu-Fälle sollten ebenfalls eine Schutzimpfung erhalten.

Reisemedizinische Beratung ist sinnvoll  

Das Gelbfieber wird durch Viren verursacht. Zu Beginn der Erkrankung treten grippeähnliche Beschwerden auf. Im weiteren Verlauf kommt es zu Fieber, inneren Blutungen, Gelbsucht und Nierenschäden. Rund 15% entwickeln einen ernsten Krankheitsverlauf, wiederum die Hälfte dieser Patienten verstirbt. Gefährdet sind Personen, die in Gelbfieber-Risikogebieten leben (Einheimische) oder die Risikogebiete besuchen (Reisende). Für Reisende, die ungeimpft sog. "Nicht-Immune" sind, endet die Erkrankung in 50-60% der Fälle tödlich. Neben der Impfung sind gute und regelmäßig durchgeführte Mückenschutzmaßnahmen daher unbedingt erforderlich. In jedem Fall sollte rechtzeitig vor der Abreise eine reisemedizinische Beratung erfolgen, bei der in einer sorgfältigen Nutzen-Risiko-Analyse das persönliche Risiko und die damit verbundenen Schutzmaßnahmen geklärt werden können.