26. Nov 2017

Brasilien: Gelbfieber in São Paulo

iStock / littlehenrabi

Im Bundesstaat São Paulo, in Brasilien wurden zwischen Juli und Mitte Oktober insgesamt 71 Gelbfieber-Verdachtsfälle berichtet. Zwei Fälle wurden bestätigt, weitere werden untersucht. Bei den bestätigten Gelbfieber-Fällen handelt es sich um Personen aus Itatiba, einer Stadt im Bundesstaat São Paulo. Das Gelbfieberrisiko im südöstlichen Bundesstaat hat in den vergangenen Wochen und Monaten zugenommen. Aus diesem Grund haben die Gesundheitsbehörden Impfkampagnen ins Leben gerufen, um die weitere Ausbreitung der Infektionskrankheit einzudämmen. Schätzungsweise 10 Millionen Menschen im Bundesstaat sind nicht geimpft. Zwischen Juli und Anfang November wurde bei 580 Affen der Verdacht für Gelbfieber ausgesprochen, in mehr als 230 Fällen wurde Gelbfieber nachgewiesen. Die meisten Erkrankungsfälle wurden in Campinas, weitere in den Städten Campo Limpo Paulista, Atibaia und Jarinu beobachtet. Das Gelbfiebervirus wird durch Mücken übertragen. Stechmücken nehmen die Viren auf, in dem sie die Erreger einer infizierten Person bei der Blutmahlzeit aufsaugen. Dabei gelangen die Viren in den Mückenmagen und können sich dort vermehren. Von dort gelangen die Erreger in das Blutsystem der Mücke und in ihre Speicheldrüsen. Bei der nächsten Blutmahlzahl übergibt die Mücke durch ihren Speichel die Gelbfieberviren an die gestochene Person. Das bedeutet, dass je mehr Erkrankungen im Bundesstaat auftreten, umso mehr Mücken infiziert sind und diese infizieren ihrerseits neue Opfer bei der nächsten Blutmahlzeit: Das Gelbfieber-Risiko nimmt dadurch zu.

2017 mehr Gelbfieber-Fälle als in den Vorjahren

Erst im September endete in Brasilien ein Gelbfieber-Ausbruch, der seit neun Monaten in vielen Landesteilen angehalten hat. Insgesamt 777 Personen erkrankten an Gelbfieber in Brasilien, 261 starben. Die hohe Zahl der Erkrankungen in diesem Jahr ist ungewöhnlich, im Vergleich zu den Vorjahren in denen eine geringere Anzahl an Erkrankungen registriert wurde. In diesem Jahr breitete sich die Erkrankung in viele Regionen Brasiliens aus, in denen sie zuvor nicht auftrat. Das Gelbfieber-Virus hat sich Anfang des Jahres in Richtung Atlantik-Küste ausgebreitet. Damit hatte sich flächenmäßig das Übertragungsrisiko für Gelbfieber vielerorts erhöht. Gelbfieber-Erkrankungen wurden u.a. aus den Bundesstaaten Rio de Janeiro, São Paulo, Espirito Santo und Minas Gerais gemeldet.

Gelbfieber-Impfung für Reisende in Risikogebiete bleibt bestehen

Grundsätzlich bleibt die Empfehlung bestehen, dass eine Gelbfieber-Impfung für Reisende empfohlen ist, die in die Gelbfieber-Risikogebiete fahren. Gelbfieber tritt regional in den folgenden Gebieten und Bundesstaaten auf: Acre, Amapá, Amazonas, Distrito Federal (einschließlich der Hauptstadt Brasilia), Goiás, Maranhao, Mato Grosso, Mato Grosso do Sul, Minas Gerais, Pará, Rondônia, Roraima und Tocantins sowie bestimmte Regionen im Norden und Westen von Bahia,  im Westen und Zentrum von Paraná, im Südwesten von Piauí, weit im Westen von Santa Catarina, in Rio Grande do Sul und im Norden und Westen von Sao Paulo. Bei Reisen in Risikogebiete – vor allem bei Reisen zu den Iguazu-Fällen – ist eine Gelbfieberimpfung empfohlen. Die Impfung sollte 10 Tage vor Einreise in ein Risikogebiet stattfinden, damit dem Körper ausreichend Zeit gelassen wird, eine schützende immunologische Abwehr aufzubauen. Zudem sollten gute Mückenschutzmaßnahmen durchgeführt werden. Bei auftretendem Fieber nach Besuch von Gelbfieber-Risikogebieten, sollte immer die Möglichkeit einer Gelbfieber-Erkrankung in Betracht gezogen werden und entsprechend diagnostisch abgeklärt werden. In jedem Fall sollte rechtzeitig vor der Abreise eine reisemedizinische Beratung erfolgen, bei der in einer sorgfältigen Nutzen-Risiko-Analyse das persönliche Risiko und die damit verbundenen Schutzmaßnahmen geklärt werden können.