28. Jan 2018

Brasilien: Holländer erkrankt an Gelbfieber

iStock/Andresr

Am 11. Januar 2018 erkrankte ein niederländischer Tourist nachdem er sich vom 19. Dezember 2017 bis 8. Januar 2018 in Mairiporã und Atibaia aufhielt. Mairiporã und Atibaia (Município de Atibaia und Estância de Atibaia) sind brasilianische Städte im Bundesstaat São Paulo. Der Reisende war nicht gegen Gelbfieber geimpft gewesen und zeigte bereits am 7.1.2018 erste Krankheitsbeschwerden wie u.a. hohes Fieber, Kopfschmerzen, Muskelschmerzen, Übelkeit, Erbrechen und Durchfall.

Zunahme der Gelbfiebervirus-Aktivität

In den letzten Wochen und Monaten hat sich die Zahl der Gelbfieber-Verdachtsfälle nahezu verdreifacht. Die Fälle wurden vor allem aus den Bundesstaaten São Paulo, Rio de Janeiro, Minas Gerais und dem Federal District gemeldet. In São Paulo wurden die Infektionsfälle vor allem in Maripora beobachtet. Die Gesundheitsbehörden haben daher Impfkampagnen von 25.1.-17.2.2018 in São Paulo and Rio de Janeiro und von 19.2.-3.3.2018 geplant. Mehr als 20 Mio. Menschen in 77 Gemeinden der genannten Bundesstaaten sollen durch die Gelbfieber-Impfung geschützt werden.

Aktualisierung der Gelbfieber-Empfehlung


Aufgrund der Zunahme der Gelbfiebervirus-Aktivität in Brasilien seit Dezember 2016 aktualisierte die Weltgesundheitsorganisation am 16. Januar 2018 die Gelbfieberempfehlung für Reisende. Die WHO empfiehlt die Gelbfieber-Imfung für ALLE Gebiete im Bundesstaat São Paulo, bislang galt die Empfehlung nur für die nördlichen und westlichen Gebiete im Bundesstaat São Paulo. Neue Risikogebiete werden von der WHO fortwährend aktualisiert und aufgelistet und können bei den Reiseempfehlungen der Weltgesundheitsorganisation eingesehen werden.

Bekannte Gelbfiebergebiete Brasiliens

Grundsätzlich bleibt die Empfehlung bestehen, dass eine Gelbfieber-Impfung für Reisende empfohlen ist, die in die Gelbfieber-Risikogebiete fahren. Gelbfieber tritt in den folgenden Gebieten bzw. Bundesstaaten auf: Acre, Amapá, Amazonas, Distrito Federal (einschließlich der Hauptstadt Brasilia), Goiás, Maranhao, Mato Grosso, Mato Grosso do Sul, Minas Gerais, Pará, Rondônia, Roraima, São Paulo, Tocantins, Bahia, Paraná, Piauí, Rio Grande do Sul und Santa Catarina.

Neue Gelbfieber-Risikogebiete in Bahia, Espírito Santo und Rio de Janeiro

In Bahia gelten folgende Gebiete als Gelbfieber-Risikogebiete: Alcobasa, Belmonte, Canavieiras, Caravelas, Ilheus, Itacare, Mucuri, Nova Visosa, Porto Seguro, Prado, Santa Cruz Cabralia, Una, Urusuca, Almadina, Anage, Arataca, Barra do Chosa, Barro Preto, Belo Campo, Buerarema,; Caatiba, Camacan, Candido Sales, Coaraci, CondeUba, Cordeiros, Encruzilhada, Eunapolis, Firmino Alves, Floresta Azul, Guaratinga, Ibicarai, Ibicui, Ibirapua, Itabela, Itabuna, Itagimirim, Itaju do Colonia, Itajuipe, Itamaraju, Itambe, Itanhem, Itape, Itapebi, Itapetinga, Itapitanga, Itarantim, Itororo, Jucurusu, Jussari, Lajedao, Macarani, Maiquinique, Mascote, Medeiros Neto, Nova Canaa, Pau Brasil, Piripa, Planalto, Posoes, Potiragua, Ribeirao do Largo, Santa Cruz da Vitoria, Santa Luzia, São Jose da Vitoria, Teixeira de Freitas, Tremedal, Vereda, Vitoria da Conquista. Im Bundesstaat Espírito Santo besteht  überall ein Gelbfieberrisiko mit Ausnahme des Stadtgebietes von Vitoria. Im Bundesstaat Rio de Janeiro besteht ein Gelbfieberrisiko v.a. in den nördlichen Gemeinden in den Grenzgebieten zu Minas Gerais und Espirito Santo (Bom Jesus do Itabapoana, Cambuci, Cardoso Moreira, Italva, Itaperuna, Laje do Muriae, Miracema, Natividade, Porciuncula, Santo Antonio de Padua, São Fidelis, São Jose de Uba, Varre-Sai, Campos dos Goytacazes, São Francisco de Itabapoa und São João da Barra).

Regelungen zur Gelbfieberimpfung

Die Impfung sollte 10 Tage vor Einreise in ein Risikogebiet stattfinden, damit dem Körper ausreichend Zeit gelassen wird, eine schützende immunologische Abwehr aufzubauen. Grundsätzlich verlangen die brasilianischen Behörden bei der Einreise den Nachweis einer gültigen Gelbfieber-Impfung von allen Reisenden älter als 9. Lebensmonat die aus Ländern einreisen in denen das Gelbfiebervirus endemisch ist. Die Weltgesundheitsorganisation hat im Mai 2014 der Änderung hinsichtlich der Gelbfieber-Impfschutzdauer zugestimmt. Demnach ist eine einmalige Gelbfieber-Impfung erforderlich um einen lebenslangen Schutz zu gewährleisten. Eine Auffrischimpfung wird demnach nicht mehr erforderlich sein. Allerdings sind die Bestimmungen noch in vielen Ländern nicht umgestellt worden. Daher ist es sinnvoll bei Reisen in Länder mit Gelbfieber-Impfvorschriften (auch Transit), sich über die jeweiligen aktuellen Vorschriften bei einer autorisierten Gelbfieber-Impfstelle oder der Botschaft des Einreiselandes zu informieren. Zudem sollten gute Mückenschutzmaßnahmen durchgeführt werden. Bei auftretendem Fieber nach Besuch von Gelbfieber-Risikogebieten, sollte immer die Möglichkeit einer Gelbfieber-Erkrankung in Betracht gezogen werden und entsprechend diagnostisch abgeklärt werden. In jedem Fall sollte rechtzeitig vor der Abreise eine reisemedizinische Beratung erfolgen, bei der in einer sorgfältigen Nutzen-Risiko-Analyse das persönliche Risiko und die damit verbundenen Schutzmaßnahmen geklärt werden können.