19. Apr 2018

Brasilien, Kolumbien, Haiti, Venezuela melden Diphtherie

iStock / Sven Hoppe

In diesem Jahr wurden Diphtherie-Fälle aus Brasilien, Kolumbien, Haiti und Venezuela gemeldet. Venezuela scheint am stärksten betroffen zu sein. Seit Beginn des Ausbruchs im Juli 2016 wurden 1.602 Verdachtsfälle gezählt, 142 verstarben. Brasilien berichtete bereits im vergangenen Jahr über Diphtherie-Fälle in den vier Bundesstaaten Acre, Minas Gerais, Roraima und São Paulo. In Kolumbien wurde ein tödlicher Verlauf der Diphtherie registriert. Dabei handelte es sich um einen Dreijährigen der aus Venezuela eingereist war und sechs Tage nach Beginn der Krankheit verstarb. Haiti kämpft bereits seit 2014 gegen einen Diphtherie-Ausbruch an, - seither verstarben rund 75 Erkrankte. Die meisten Erkrankungen wurden in Artibonite, Centre und Ouest beobachtet.

Die Diphtherie-Impfung zählt zu den Standard-Impfungen 

In vielen Ländern ist die Diphtherie endemisch. Auch in Deutschland treten alljährlich Diphtherie-Fälle auf. Die meisten Fälle werden im Inland erworben, Einzelfälle aber auch bei Reisen im Ausland. Die Ständige Impfkommission am Robert Koch-Institut (STIKO) rät daher Personen ab dem 3. Lebensmonat grundsätzlich zur Diphtherie-Impfung. Die Diphtherie-Schutzimpfung zählt zu den Standardimpfungen und sollte alle 10 Jahre gemeinsam mit der Tetanus-Impfung aufgefrischt werden.  

Erreger werden mittels Atemluft übertragen 

Die Diphtherie stellt in vielen Ländern eine Infektionsgefahr dar, sowohl für die Bevölkerung als auch für Reisende. Diphtherie-Bakterien (Corynebacterium diphtheriae) erzeugen ein gefährliches Gift (Diphtherietoxin). Die Erreger werden mittels Atemluft, z.B. durch Küssen, Niesen, Husten übertragen (Tröpfcheninfektion). Eine Ausnahme bildet die Hautdiphtherie, bei der die Erregerübertragung durch Schmierinfektionen stattfindet. Die durchgemachte Krankheit hinterlässt keine sichere Immunität, daher ist eine vorbeugende Impfung gegen Diphtherie wichtig. Die Impfung schützt vor allem vor der Wirkung des Giftes im Körper und verhindert somit die folgenschweren Auswirkungen.