24. Mrz 2017

Brasilien: Neue Gelbfieber-Risikogebiete

Brasilien, Sao Paulo, Fahne (1) iStock/filipefrazao Das Gelbfieber-Virus hat sich in den vergangenen Wochen in Brasilien weiter in Richtung Atlantik-Küste ausgebreitet. Damit hat sich flächenmäßig das Übertragungsrisiko für Gelbfieber vielerorts erhöht. Am 16. März 2017 wurden weitere Gelbfieber-Erkrankungen aus den Bundesstaaten Rio de Janeiro und São Paulo berichtet. Bereits im Februar wurden erste Fälle beobachtet. Die WHO deklarierte daraufhin den Bundesstaat Rio de Janeiro mit Ausnahme der Stadtgebiete von Rio de Janeiro und Niterói, sowie den Bundesstaat São Paulo, mit Ausnahme der Stadtgebiete von São Paulo und Campinas zu Gelbfieber-Risikogebieten. In den Bundesstaaten von Espirito Santo und Minas Gerais werden weiterhin Gelbfieberfälle gemeldet.

Welche Vorsichtsmaßnahmen sollten getroffen werden?

Eine Gelbfieber-Impfung wird Reisenden empfohlen, die in die betroffenen Risikogebiete fahren. Die Aktivitäten während der Reise sollten mit dem potentiellen Gelbfieber-Risiko abgewogen werden. Bei entsprechend erhöhtem Risiko sollte eine Gelbfieber-Impfung erfolgen. Diese Impfung sollte 10 Tage vor Einreise in ein Risikogebiet stattfinden, damit dem Körper ausreichend Zeit gelassen wird, eine schützende immunologische Abwehr aufzubauen. Zudem sollten gute Mückenschutzmaßnahmen durchgeführt werden. Bei auftretendem Fieber nach Besuch von Gelbfieber-Risikogebieten, sollte immer die Möglichkeit einer Gelbfieber-Erkrankung in Betracht gezogen werden und entsprechend diagnostisch abgeklärt werden.

Seit Wochen besteht erhöhtes Gelbfieber-Risiko

Bereits im Februar hatte die Regierung von Brasilien für 63 Städte in Minas Gerais und eine Stadt in Espirito Santo eine erhöhte Infektionsgefahr für Gelbfieber ausgerufen. Seit Beginn des Jahres wurden dort 44 Gelbfieber-Todesfälle registriert. Gelbfieber tritt desweiteren regional in den folgenden Gebieten und Bundesstaaten auf. Acre, Amapá, Amazonas, Distrito Federal (einschließlich der Hauptstadt Brasilia), Goiás, Maranhao, Mato Grosso, Mato Grosso do Sul, Minas Gerais, Pará, Rondônia, Roraima und Tocantins sowie bestimmte Regionen im Norden und Westen von Bahia,  im Westen und Zentrum von Paraná, im Südwesten von Piauí, weit im Westen von Santa Catarina, in Rio Grande do Sul und im Norden und Westen von Sao Paulo. Bei Reisen in Risikogebiete – vor allem bei Reisen zu den Iguazu-Fällen – ist eine Gelbfieberimpfung empfohlen. 

In jedem Fall sollte rechtzeitig vor der Abreise eine reisemedizinische Beratung erfolgen, bei der in einer sorgfältigen Nutzen-Risiko-Analyse das persönliche Risiko und die damit verbundenen Schutzmaßnahmen geklärt werden können.