21. Jun 2013

China: Ciguatera durch Fischgerichte

In Hong Kong erkrankten 19 Personen an einer Fischvergiftung, nach dem Verzehr von Korallenfischen. Eine Vergiftung mit dem Ciguatoxin wird als sehr wahrscheinlich angenommen.

Nach Aussage der Gesundheitsbehörden entwickelten alle Personen typische Beschwerden, die im Rahmen der sogenannten Fischvergiftung „Ciguatera“ auftreten.

Als typische Beschwerden zeigten sich ein Taubheits- und Schwächegefühl des Körpers, Bauchschmerzen, Erbrechen, Durchfall, Juckreiz der Haut und ein umgekehrtes Warm-Kalt-Empfinden. Die Beschwerden traten zwischen 3 bis 19 Stunden nach dem Verzehr der Fischspeisen auf. 


Örtliche Gesundheitsbehörden empfehlen Vorsichtsmaßnahmen 


Die örtlichen Gesundheitsbehörden empfehlen derzeit folgende Vorsichtsmaßnahmen:

  • Nach Möglichkeit sollte auf den Verzehr von Korallenfischen verzichtet werden.
  • Besonders der Verzehr von Kopf, Innereien und Fischrogen sollte vermieden werden, da in diesen Teilen das Ciguatoxin besonders angereichert ist.
  • Im Falle von Ciguatera sollte auf Alkohol, Erdnüsse und Bohnen verzichtet werden, da dies die Vergiftungserscheinungen verstärken würde.
  • Fische aus zweifelhaften Fischlokalen oder -märkten sollte nicht verzehrt werden.
  • Bei ersten Krankheitssymptomen sollte medizinische Hilfe aufgesucht werden. 

 

Ciguatera ist in vielen Küstengebieten verbreitet 

Die Fische selbst sind nicht giftig. Die Ciguagifte stammen von Algen (sog. Dinoflagellaten) die von kleinen Fischen aufgenommen werden. Diese kleinen Fische werden häufig von Raubfischen (z.B. Riffbarsche) gefressen, die ebenfalls als Delikatesse in Speiserestaurants angeboten werden. Die tropentypische Fischvergiftung Ciguatera gewinnt in den letzten Jahren in der Reisemedizin zunehmend an Bedeutung, da auch Reisende betroffen sind. In den meisten Fällen erfolgt die Vergiftung durch den Verzehr von Riff-Fischen. 

Häufige Beschwerde ist die Umkehrung des Warm-Kalt-Empfindens  

Der Genuss dieser Meerestiere führt typischerweise zu einem kurz andauernden Brechdurchfall mit Bauchschmerzen. Im Anschluss können Herzbeschwerden und neurologische Störungen auftreten (häufig sind Missempfindungen, v.a. Umkehr des Warm-Kalt-Empfindens), die monatelang anhalten. Der Ausprägungsgrad der Beschwerden, wird durch die Menge der Gifte bestimmt, die durch den Verzehr der Meerestiere aufgenommen werden. In Einzelfällen kann die Vergiftung lebensbedrohlich verlaufen. In der Regel handelt es sich aber bei den meisten Vergiftungserscheinungen um leichte Beschwerden, die aufgrund der wochen- bzw. monatelangen Missempfindungen, als sehr störend empfunden werden können. In aller Regel vergehen diese Beschwerden jedoch ohne gesundheitliche Schäden zu hinterlassen. Den betroffenen Speisefischen ist von außen nichts anzusehen. Auch geschmacklich bleiben sie unverändert. Die Gifte der Algen sind weder durch kochen, salzen, braten oder anderen Zubereitungsmöglichkeiten zu zerstören.