24. Apr 2016

China: Reisender erkrankt an Gelbfieber

Laut Aussage der Weltgesundheitsorganisation (WHO), erkrankte ein 32-Jahre alter Chinese vor wenigen Wochen an Gelbfieber, nachdem er sich in Luanda (Angola) aufhielt. Der Patient entwickelte bereits während seiner Rückreise hohes Fieber und Schüttelfrost und wurde umgehend in ein Krankenhaus in Peking stationär eingewiesen. Der Reisende war nicht gegen Gelbfieber geimpft. Das Gelbfieber-Übertragungsrisiko wurde für die bereiste Region, trotz bestehender Impfvorschrift und internationaler Impfempfehlung (WHO), als minimal eingeschätzt wurde. Laut WHO ist sein gesundheitlicher Zustand kritisch, da sich bei dem  Patienten bereits Fehlfunktionen der Leber und Niere eingestellt haben. Bei diesem Reisenden handelt es sich um den ersten Gelbfieber-Fall in China.  

Gelbfieber-Ausbruch in Angola hält seit vielen Wochen an   

Aus Angola wurden in den vergangenen Wochen und Monaten vermehrt Gelbfieber -Erkrankungen und -Todesfälle gemeldet (fit for travel berichtete am 25.3.2016). Der Ausbruch begann bereits im Dezember 2015 im Stadtteil Viana der Hauptstadt Luanda und breitete sich schnell landesweit aus. Bis 21. März 2016 wurden aus 16 der 18 Provinzen des Landes Gelbfieber-Fälle berichtet. Insgesamt wurden mehr als 1.130 Gelbfieber-Fälle berichtet – darunter nahezu 170 Todesfälle. Die meisten Erkrankungen (818) und Todesfälle (129) werden in der Hauptstadt registriert (Stand der Daten 21.3.2016).

Gelbfieberimpfung empfohlen und vorgeschrieben

Eine Gelbfieberimpfung ist für alle Reisenden (Kinder über 9. Lebensmonat) bei Einreise nach Angola vorgeschrieben. Die WHO empfiehlt unabhängig von den Landesvorschriften nachdrücklich die Impfung für alle Reisenden in Gelbfieber-Infektionsgebiete. Angola gilt als Land mit Gelbfieber-Infektionsgebieten. Gefährdet sind Personen, die in Gelbfieber-Risikogebieten leben (Einheimische) oder die Risikogebiete besuchen (Reisende). Für Reisende, die ungeimpft sog. "Nicht-Immune" sind, kann die Erkrankung häufig  tödlich enden. Daher empfiehlt die WHO eine Impfung für alle Reisende in Gelbfieber-Infektionsgebiete. Die Gelbfieberimpfung sollte mindestens 10 Tage vor Einreise in Gelbfieberrisikogebiete erfolgen. Nach Prüfung der Expertenkommission der WHO im Jahr 2013 wurde darauf hingewiesen, dass eine einzige Impfdosis der Gelbfieber-Impfung bereits ausreicht, um lebenslang vor Gelbfieber geschützt zu sein. Den Hinweis darauf ergaben zahlreiche Untersuchungen der letzten Jahre. Innerhalb von 30 Tagen bildet sich bei 99% aller Geimpften der vollständige immunologische Schutz aus. Bislang galt die Empfehlung die Impfung alle 10 Jahre aufzufrischen. Die Einreisevorschriften für Gelbfieber werden jedoch von den jeweiligen Ländern selbst festgelegt, daher wird im Rahmen der Einreisevorschrift gegenwärtig noch weiterhin von einigen Ländern die Auffrischimpfung alle 10 Jahre verlangt. Die WHO (International Travel and Health) bietet eine Länderliste mit Auflistung der Gelbfieber Reisebestimmungen an. Außerdem sind bei Aufenthalten in ländlichen Regionen auch sorgfältige Mückenschutzmaßnahmen unbedingt ratsam.