18. Okt 2014

China: Zweiter Pestfall in Jiuquan

Aus Gansu wurde Anfang Oktober der zweite Pest-Todesfall berichtet. Gansu zieht sich als langgestreckte Provinz von Zentralchina bis in den Nordwesten. Die von Touristen wegen seiner Sehenswürdigkeiten gern bereiste Region, enthält Teile der Großen Mauer, buddhistische Höhlentempel, als auch eine faszinierende Landschaft in der Wüste Gobi. Der an Pest erkrankte 45-jährige Mann lebte in der Stadt Jiuquan, im Bezirk Subei. Dort arbeitete er als Hirte und hielt sich vor allem in Weidegebieten auf, in denen es bereits in den Vorjahren gehäuft zu Pestfällen bei Murmeltieren kam. Rund 40 Kontaktpersonen des Mannes befinden sich derzeit in Quarantäne. Bereits im Juli wurde im Westen Chinas ein ganzes Stadtviertel mit mehreren Tausend Menschen unter Quarantäne gestellt, als ein Mann an Lungenpest erkrankte und starb. Es wird angenommen, dass der Mann ein totes, infiziertes Murmeltier an seinen Hund verfütterte und sich dabei infizierte.

Murmeltiere sind in China häufige Pest-Überträger

Murmeltiere sind im ost-asiatischen Raum häufige Überträger der Pest. Da die Lungenpest durch direkten Kontakt von Mensch zu Mensch übertragbar ist, sind die Gesundheitsbehörden beim Auftreten von Erkrankungsfällen besonders achtsam. Durch die starke Bevölkerungsdichte Chinas können sich Pesterreger schnell in den Ballungsräumen der Städte ausbreiten. So kam es auch in den Jahren 1910/11 zu einem großen Ausbruch mit rund 6.000 Toten. Durch Jäger wurden damals die Pestbakterien aus der ländlichen Region in die Stadt eingeschleppt und führten dort zu einer Massenerkrankung.

Infektionsrisiko bei Trekkingreisen erhöht  

Armut, mangelnde Hygiene- und Medizinstandards begünstigen vor allem in Slums und Armenvierteln die Übertragung der Erkrankung. Die Pestbakterien werden durch Flöhe oder - im Falle der Lungenpest - mittels Tröpfcheninfektion von Mensch-zu-Mensch direkt übertragen. Aber auch in Regionen mit hohem Hygienestandard können Pestfälle vereinzelt auftreten. Für Reisende stellt die Pest nur in absoluten Sonderfällen (z.B. Trekking- und Abenteuertouren in touristisch nicht erschlossene Infektionsgebiete, bzw. berufliche Exposition bei Entwicklungshelfern) ein Risiko dar.