10. Dez 2021

Costa Rica: Malaria im Norden des Landes

Malaria, Anophelesmücke iStock/smuay

In den vergangenen Wochen hat die Zahl der Malaria-Fälle in Costa Rica zugenommen. Betroffen sind einzelne Herde im Norden des Landes in dem es bis Ende November zu mehr als 130 Erkrankungen gekommen sein soll. Maßnahmen zur Bekämpfung der weiteren Ausbreitung von Malaria wurde in den Gemeinden Medio Queso, San Gerardo, Cuatro Esquinas, Isla Chica, La Trocha, Las Delicias und Coquital eingeleitet. In den Jahren 2016, 2017, 2018 und 2019 meldete Costa Rica nur vereinzelnte und wenige einheimische Malariafälle, von denen etwa 90 % Plasmodium vivax waren. In den Jahren 2013, 2014 und 2015 wurden gar keine Malariafälle gemeldet.

Zunahme von Malaria-Fällen in Mittelamerika während der Regenzeit

Ein sehr geringes Malariarisiko wird in Costa Rica in den Provinzen Heredia, Alajuela und Limón beobachtet. Während der Sommerregenzeit (Juni bis September) stehen  in Mittelamerika für viele Insekten wie z.B. Mücken vermehrt Brutplätze zur Verfügung. Dadurch nimmt die Anzahl der Überträgermücken und somit das Infektionsrisiko für Malaria zu. Die Malaria tertiana, die durch den Parasiten Plasmodium vivax verursacht wird, tritt in der WHO Region „Amerika“ immer noch mit rund 75 % mehrheitlich auf. Die meisten Malariaerkrankungen (94 %) werden nach wie vor aus Afrika berichtet. In den meisten Fällen handelt es sich hier um die gefährliche Form der Malaria, der Malaria tropica, die durch den Erreger Plasmodium falciparum hervorgerufen wird. Wenn diese Form der Malaria nicht rechtzeitig innerhalb von 24 Stunden behandelt wird, kann es zu einem ernsthaften Verlauf der Erkrankung mit Todesfolge kommen. Im Jahr 2019 schätzte die WHO die Zahl der Malariatoten auf weltweit rund 409.000 und die Zahl der Erkrankten auf rund 229 Millionen ein.

Eine reisemedizinische Beratung ist wichtig

Das individuelle Malariarisiko wird stark durch das persönliche Verhalten und die vorbeugenden Maßnahmen mitbestimmt. Die empfohlenen und geeigneten Prophylaxe-Maßnahmen sollten regelmäßig durchgeführt werden. Der Reisemediziner kann anhand der Reiseroute, der Aufenthaltsorte und -dauer beurteilen ob eine regelmäßige Einnahme einer Malaria-Chemoprophylaxe erforderlich ist oder ob die Mitnahme einer sogenannten Malaria-Notfallmedikation ausreichend ist. In jedem Fall sollten sorgfältige Mückenschutzmaßnahmen regelmäßig durchgeführt werden. Wichtig ist es ebenso die möglichen Symptome einer Malaria zu kennen und bei Beschwerden, umgehend einen Arzt aufzusuchen, um eine schnelle Diagnosestellung und gegebenenfalls Behandlung zu erreichen. Auch in Deutschland erkranken Touristen alljährlich an einer Malaria während oder nach ihrem Aufenthalt in Ländern mit Malaria-Vorkommen. Die meisten Malariaerkrankungen bei Reisenden werden in Afrika südlich der Sahara erworben (v.a. Nigeria, Ghana, Eritrea, Togo, Kamerun, Kenia, Tansania und Uganda).