10. Okt 2020

Dänemark: Insel Falster meldet erstmalig FSME

Zecke interMEDIS / Pechel

In Dänemark wurden in der Zeit von Mai bis Mitte August 2020 vier Fälle der FSME (Frühsommer Meningoenzephalitis) gemeldet. Drei Personen infizierten sich in Tisvilde Hegn, dem fünftgrößten Wald in Dänemark, der sich von der Küste in Tisvildeleje bis zur Plantage Asserbo erstreckt. Der vierte Fall infizierte sich auf der Insel Falster. Neben Tisvilde Hegn (v.a. im Nordosten) und der Insel Falster, kommt die FSME auch auf der Insel Bornholm vor. In Dänemark kam es in den vergangenen Jahren nur zu vereinzelten Fällen. Es wird vermutet, dass die FSME durch Zugvögel nach Dänemark importiert und auch durch sie verbreitet wurde. Das die FSME in diesem Jahr erstmalig auf der Insel Falster auftrat zeigt, wie sich das Virus auch auf weitere Regionen ausbreiten kann.

Zunahme von FSME in Deutschland

In Deutschland kam es in diesem Jahr zu einer deutlichen Zunahme von FSME-Fällen. Bedingt durch die Reisewarnungen während der Corona-Pandemie erfolgten viele Urlaubsreisen in diesem Sommer innerhalb Deutschlands. Bis 30. September 2020 wurden 597 FSME-Fälle in Deutschland registriert. Im Vergleichszeitraum des Vorjahres betrug die Zahl der Infizierten nur 380. Die meisten Erkrankungen wurden aus Baden-Württemberg und Bayern gemeldet. Viele Urlauber besuchten in diesem Jahr Naherholungsziele innerhalb Deutschlands und dachten daher vorher nicht an einen Zeckenschutz oder eine FSME-Schutzimpfung. Die FSME wird durch Zecken übertragen und kann bei rund 30 - 40% zu bleibenden gesundheitlichen Schäden führen. Daher empfiehlt die Ständige Impfkommission am Robert Koch-Institut, kurz „STIKO“, eine Schutzimpfung allen Personen, die in FSME-Risikogebieten zeckenexponiert sind. Die Impfempfehlung betrifft somit gleichsam Einwohner, als auch Besucher der Risikogebiete, wie Ausflügler, Spaziergänger oder Wanderer. Infektionsländer außerhalb Deutschlands waren bei deutschen Urlaubern im vergangenen Jahr v.a. Österreich, Schweden, Italien, Tschechien, Frankreich, Estland, Lettland, Russland, Griechenland, Kroatien, Ungarn und England. Auch hier treten regionale FSME-Herde auf, die ein Infektionsrisiko beinhalten.

Vorsicht vor dem „Herbstgipfel“

Neben den Hauptübertragungsmonaten im Sommer kommt es je nach Witterung im Herbst nicht selten zu einem erneuten Anstieg der FSME-Erkrankungen - zu einem sogenannten „Herbstgipfel“. Neben der FSME wird auch die Borreliose durch Zecken übertragen und stellt vielerorts eine gesundheitliche Gefahr dar. Die meisten Zeckenstiche werden in der Freizeit bei Freilandaufenthalten in der Natur erworben.