15. Apr 2015

Deutschland: Über 120 Hantavirus-Erkrankungen

iStock/monkeybusinessimages Bis 8. April meldete das Robert Koch-Institut insgesamt 123 Hantavirus-Infektionen in Deutschland. Das bedeutet eine deutliche Zunahme der Erkrankungsfälle zum Vorjahr in dem 44 Fälle im Vergleichszeitraum registriert wurden. Insgesamt wurden im vergangenen Jahr 571 Hantavirus-Infektionen in Deutschland berichtet.

Hantaviren treten weltweit auf

Die Krankheit verursacht abhängig vom Virustyp verschiedene Krankheitsbilder die sich unterschiedlich stark ausprägen können. In Deutschland als auch in Nord-, West- und Mitteleuropa tritt meist ein Hämorrhagisches Fieber mit renalem Syndrom (lebensbedrohlicher fieberhafter Verlauf der Krankheit mit massiver Blutungsneigung und Nierenbeteiligung) auf, das jedoch meist einen milden Krankheitsverlauf zeigt. Im äußersten Fall kann es aber zu einem akuten Nierenversagen kommen. Die Sterblichkeitsrate bei Hantavirus-Infektionen ist regional unterschiedlich und liegt zwischen 5 und 15%. Allerdings verlaufen viele Infektionen beschwerdefrei oder mit unspezifischen Symptomen, die von selber wieder abklingen. Aus diesem Grund bleibt die tatsächliche Zahl der in Deutschland stattfindenden Hantavirus-Infektionen unbekannt und man kann grundsätzlich von einer höheren Anzahl tatsächlicher  Infektionen ausgehen.

Die Erreger werden meist eingeatmet

Hantaviren befinden sich in frei lebenden Nagetieren (v.a. Mäuse und Ratten), die selbst nicht durch den Virenbefall erkranken und das Virus durch Speichel, Kot und Urin ausscheiden. Der Mensch infiziert sich meistens durch das Einatmen des Erregers mittels Atemluft - durch das Einatmen von erregerhaltigem Staub. Auch durch den Verzehr infektiöser Produkte (z.B. verunreinigte Lebensmittel durch den Urin infizierter Tiere) oder Nagetierbisse können die Viren übertragen werden.  Die Zeit zwischen Infektion und Krankheitsausbruch (Inkubationszeit) liegt im Allgemeinen zwischen 2 bis 4 Wochen.

Camper in der freien Natur haben ein erhöhtes Risiko

Personen in der Landwirtschaft, aber auch Camper die sich in der freien Natur aufhalten (und dadurch Kontakt zu Nagetieren haben) sind am meisten gefährdet. Beim Campen im Freien ist auf eine Beseitigung von offenen Nahrungsmittelabfällen zu achten, welche die Tiere anziehen könnte. Urlauber in ländliche Regionen, sollten sich bei Freilandaufenthalten von Nagetieren fernhalten und auf eine sorgfältige Lebensmittelhygiene achten.