22. Mai 2022

Deutschland: Affenpocken gemeldet

Tiere 1 GSK

Nachdem Anfang Mai zunächst nur aus Großbritannien menschliche Fälle der Affenpocken bekannt wurden, sind in den nachfolgenden Tagen weitere Fälle in Portugal, Spanien, Italien, Belgien, Frankreich und auch in den USA und Kanada gemeldet worden. Am 20. und 21. Mai 2022 wurden nun auch in Deutschland Affenpocken-Fälle in München und Berlin nachgewiesen. Der erste Affenpockenfall in Deutschland wurde in München bei einem 26-Jährigen diagnostiziert, der sich zuvor in Brasilien aufhielt. Das Robert Koch-Institut (RKI) rechnet mit weiteren Infektionsfällen. Da die Übertragung des Virus nach derzeitigem Wissenstand vor allem durch enge körperliche Kontakte zu Erkrankten erfolgt, wird davon ausgegangen, dass sich die Ausbreitung der Infektionskrankheit in Grenzen halten wird. Nach Einschätzung des RKI besteht aktuell nur ein geringes Risiko für die Gefährdung der Gesundheit der breiten Bevölkerung in Deutschland. Die Situation wird durch das RKI weiter sehr genau beobachtet. Der aktuelle Kenntnisstand ist beim RKI einsehbar.

Bei unklaren pockenähnlichen Hautveränderungen an Affenpocken denken

Nach Information des RKI sollte bei unklaren pockenähnlichen Hautveränderungen an Affenpocken gedacht werden und die Beschwerden entsprechend medizinisch abgeklärt werden. Der Verdacht sollte auch dann bestehen, wenn keine Reise in Gebiete mit Affenpocken-Vorkommen unternommen wurde. Affenpocken treten vor allem in einigen Ländern Afrikas auf. Das RKI informiert, dass bei der aktuellen Infektion auch häufig Männer betroffen sind, die Sex mit Männern haben. Die erste Infektion die Anfang Mai in Großbritannien diagnostiziert wurde, war auf einen Rückreisenden aus Nigeria zurückzuführen der sich dort infizierte und das Virus in das Vereinigte Königreich importierte. In Nigeria werden seit 2017 Affenpocken-Fälle beobachtet. Seit 1970 wurde die Viruserkrankung vor allem in west- und zentralafrikanischen Ländern beobachtet (Nigeria, Demokratische Republik Kongo, Republik Kongo, Kamerun, Zentralafrikanische Republik, Elfenbeinküste, Liberia, Sierra Leone, Gabun und Südsudan). Aber auch außerhalb Afrikas wurde das Virus durch den internationalen Reiseverkehr in andere Länder importiert.

Die Infektion verläuft meist mild

Bei den aktuellen Erkrankungsfällen soll es sich bei den Beschwerden um milde Symptome handeln. Erste Krankheitszeichen können 7 - 21 Tage nach der Infektion auftreten. Dabei handelt es sich um Fieber, Kopf-, Muskel- und Rückenschmerzen, geschwollene Lymphknoten, Schüttelfrost und Erschöpfung. Im weiteren Verlauf können sich Hautveränderungen bilden (Pustelbildung die zum Schorf verkrusten und abfallen), die im Gesicht beginnen und sich von dort über den Körper ausbreiten. Affenpocken verlaufen in der Regel milder, als die seit 1980 ausgerotteten Menschenpocken. Meistens erholen sich die Patienten innerhalb von einer oder mehreren Wochen. In einigen Fällen können jedoch schwere Verläufe auftreten.