17. Sep 2015

Deutschland: Aufruf zur Grippeimpfung

Globus, Weltkugel iStock/esvetleishaya In einem gemeinsamen Aufruf startete diese Woche die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, des Paul-Ehrlich-Instituts und des Robert Koch-Instituts mit einer Pressemeldung ihre Kampagne „Wir kommen der Grippe zuvor.“ Die aktuelle Aktion soll dazu dienen wichtige Wissens- und Impflücken zu schließen. Oktober und November gelten als optimaler Impfzeitraum um sich vor der bevorstehenden Grippesaison im Winter 2015/16 zu schützen. Ein erhöhtes Infektionsrisiko besteht auch für Reisende, denn Influenza ist die häufigste impfpräventable Infektionskrankheit bei Fernreisen.  

Reiseziele der Nordhalbkugel sind betroffen  

Von der Influenza betroffen ist in den saisonalen Grippemonaten nicht nur Deutschland sondern die gesamte nördliche Halbkugel mit vielen beliebten Reisezielen. Zur Nordhalbkugel, die sich nördlich des Äquators befindet, gehören Europa, Asien, Nordamerika sowie der größere Teil Afrikas, der nördliche Teil Südamerikas und Grönland. Vor allem Reisende haben häufig  während ihrer Reise vermehrt Personenkontakte und sind auf Bahnhöfen, Flug- und Busplätzen Menschenansammlungen und Klimaanlagen vermehrt ausgesetzt. Dadurch steigt das Risiko für den Einzelnen. Daher hat die Deutsche Gesellschaft für Tropenmedizin und internationale Gesundheit (DTG) speziell für Reisende Empfehlungen ausgesprochen. Zu den Reisenden, die ein erhöhtes Expositionsrisiko (= das Risiko einem Krankheitserreger ausgesetzt zu sein) besitzen gehören: Passagiere auf Kreuzschiffen, Reisende auf längeren Flug-, Bus- oder Bahnfahrten, Reisende mit organisierten Touristengruppen, Reisende mit Besuch von Großveranstaltungen und Mekka-Pilger. Zu dem empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut die Influenza-Schutzimpfung generell Personen ab 60 Jahren und Schwangeren, sowie Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen, mit gesundheitlicher Gefährdung infolge eines Grundleidens.

Personen über 60 Jahre sind besonders gefährdet   

In der vergangenen Grippesaison 2014/2015 waren vor allem Personen über 60 Jahre besonders von Komplikationen der Influenza betroffen. Das zeigte u.a. der aktuelle Influenzasaisonbericht der Arbeitsgemeinschaft Influenza des Robert Koch-Instituts (RKI) und wies ebenfalls darauf hin, dass rund 6,2 Millionen Personen wegen Influenza den Arzt aufsuchten und rund 31.000 Erkrankte in Krankenhäuser eingewiesen wurden. Nach Schätzungen sterben in Deutschland jährlich bis zu 15.000 Menschen an den Folgen einer Virusgrippe. Davon besonders betroffen sind ältere Menschen, chronisch Kranke und auch Kinder mit Vorerkrankungen oder Abwehrschwäche. Als wichtigste Schutzmaßnahme gilt nach wie vor die Impfung, die von der Ständige Impfkommission (STIKO) Personen ab 60 Jahren, Schwangere, sowie Kinder, Jugendliche und Erwachsene, mit gesundheitlicher Gefährdung infolge eines Grundleidens empfohlen ist. Insbesondere sollte dann ein Schutz erwogen werden, wenn man zu den genannten Risikogruppen gehört oder am Reiseort eine erhöhte Influenza-Aktivität gemeldet wird.

Nach 10 bis 14 Tagen hat der Körper einen vollständigen Immunschutz

Die Schutzdauer der Impfung beträgt 6-12 Monate. Der saisonale Impfstoff setzt sich jedes Jahr aus Bestandteilen der aktuell weltweit zirkulierenden drei bzw. vier (je nach Impfstoff) Influenza-Virustypen zusammen. Der Impfschutz beginnt sich nach 7 Tagen zu entwickeln. Nach 10 bis 14 Tagen hat der Körper einen vollständigen Immunschutz aufgebaut. Personen mit erhöhtem Risiko, die sich unsicher sind, ob eine Influenza-Impfung für sie sinnvoll und empfohlen ist, sollten sich mit ihrem Arzt besprechen und gemeinsam eine Entscheidung treffen.