2. Sep 2016

Deutschland: Die meisten Ertrinkungsopfer sind in Bayern

iStock /Ian Redding Solange die spätsommerlichen warmen Temperaturen anhalten, bleibt der Andrang an Deutschlands Badeseen und  Flüssen weiterhin groß. Doch die damit verbundene Ertrinkungsgefahr wird in aller Regel nicht wahrgenommen oder unterschätzt. In den vergangenen Jahren ertranken die meisten Menschen in Bayern und in den warmen Sommermonaten. Fast 80% ertrinken in Binnengewässern wie Bächen, Flüssen, Teichen und Seen. Nach Angaben der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) ertranken allein im letzten Jahr 387 Menschen in Seen und Flüssen. Insgesamt wurde im Jahr 2015 mit 488 Ertrinkungsopfern die höchste Zahl seit neun Jahren in Deutschland erreicht. Auch 27 Flüchtlinge befanden sich unter den Opfern, so dass die DLRG dies zum Anlass nahm, ihre Baderegeln in 25 Sprachen zu übersetzen. Alleine den wichtigen Sicherheitsregeln zu folgen, die von der DLRG alljährlich propagandiert werden, könnte viele Leben retten.

Folgende Sicherheitsregeln empfiehlt die DLRG (www.dlrg.de):
  • Nur an bewachten Badestellen und nur zu den offiziell bekannt gegebenen Zeiten schwimmen gehen
  • Jeder Schwimmer sollte sich vor dem Bad über mögliche Gefahren wie Strömungen, Wassertiefe, Brücken und Schiffsverkehr informieren.
  • Vorsicht bei fließenden Gewässern! In Flüssen gibt es starke, oft unerwartete Strömungen und überraschende Tiefen. In Flüssen sollte nur geschwommen werden, wenn man fit ist und über eine gute Kondition verfügt.
  • Die eigene Leistungsfähigkeit sollte nicht überschätzt werden. Bei ersten Anzeichen von Erschöpfung sollte sofort mit der Strömung und nie dagegen ans Ufer geschwommen werden. Sandbänke und Flachwasserbereiche sind im Falle der Erschöpfung wichtige Zufluchtsorte.
  • Mit Vorsicht ins Wasser gehen. Frei zugängliche und gut einsehbare Stellen sollten gewählt werden, steinige und bewachsene Uferzonen, geschützte Gebiete, Schilfgürtel, Brut- und Laichgebiete sind zu vermeiden. Vor dem Gang ins Wasser sollte der Ort festgelegt sein, an dem man das Wasser wieder problemlos verlassen kann. Strömungen sollten dabei berücksichtigt werden.
  • Sprünge ins Ungewisse können leicht zu schmerzhaften Verletzungen oder sogar Schlimmerem führen.
  • Brückenpfeiler stellen eine Gefahr dar, da die unter Wasser befindlichen Sockel nicht zu unterschätzende Hindernisse sind, die die Strömungsverhältnisse verändern und eine Sogwirkung verursachen können. Gleiches gilt für Buhnenfelder, Häfen, Wehre, Schleusen, Industrieanlagen, Spundwände und Fahrrinnen der Schiffe. Diese Bereiche sollten weiträumig umschwommen werden.
  • Beim Schwimmen sorgfältig auf Treibgut und Unterwasserhindernisse wie entsorgte Fahrräder achten.
  • In Flussabschnitten mit Gezeitenströmung wird die normale Flussströmung zum Teil erheblich verstärkt.
  • Flusswasser und Baggerseen erwärmen sich nicht so stark, wie Wasser in flacheren Seen oder Bädern. Auf die Gefahr der Unterkühlung sollte geachtet werden.
  • Bei Baggerseen stellen die hohen Abbruchkanten eine besondere Gefahr dar. Es kann schnell passieren, dass der weiche Sand an den Kanten nachgibt und in großen Massen in den Baggersee rutscht und dabei die Schwimmer unter sich begräbt.
  • Nicht erhitzt oder mit vollem Magen ins Wasser gehen.
  • Bereiche mit Wasserpflanzen oder auch Schifffahrtsstrassen meiden.
  • Vor oder während des Schwimmens keinen Alkohol trinken und nicht alleine an unbewachten Stellen schwimmen
  • Kinder die nicht schwimmen können, niemals unbeaufsichtigt lassen
  • Kindern so früh wie möglich Schwimmunterricht erteilen
Grundsätzlich rät die DLRG: Nicht alleine schwimmen gehen und nicht zu lange im Wasser bleiben. Denn wer alleine badet, dem kann bei einem Unfall niemand helfen oder Hilfe holen.

Die meisten Badeunfälle vermeidbar. Die Badetipps sind so trivial wie auch selbstverständlich und doch, werden sie oft viel zu stark vernachlässigt.