7. Aug 2013

Deutschland: Gefährliche Unwetter gefährden Badegäste

Die meisten Ertrinkungsopfer treten alljährlich in den warmen Sommermonaten Juli und August auf. Die Unwetter der letzten Tage trugen deutschlandweit an vielen Badeorten zu weiteren tragischen Unfällen bei. Vor wenigen Tagen ertrank eine Frau im Salzgittersee (Niedersachsen), ein Mann im Bodensee (Bayern), ein 26-Jähriger verfing sich in Schlingpflanzen in einem See in Perleberg (Prignitz) und ertrank, in Rheinstetten (Baden) am Epplesee wurde ein Badegast durch ein überraschendes Unwetter von den Wellen erfasst und ein 12-jähriger ertrank in einem Badesee bei Rodgau (Hessen), als er in einen Strudel geriet. An jedem sonnigen und warmen Wochenende gibt es neue tragische Badeunfälle, warnt die Wasserwacht. Auch Leichtsinn kann nicht selten zu dramatischen Badeunfällen führen. Vor allem unkontrollierte Sprünge ins Wasser können böse Folgen - wie zum Beispiel gefährliche Genickbrüchen - nach sich ziehen.

Weltweit ertrinken rund eine halbe Million Menschen

Nach Angaben der DLRG (Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft) ertranken im Jahr 2012 insgesamt 383 Menschen im Wasser - weltweit sollen es eine halbe Million Menschen sein, die jedes Jahr im Wasser sterben. In Deutschland ereignen sich über 80% der tödlichen Badeunfälle in Binnengewässern. Im letzten Jahr ertranken 144 Personen in einem See oder Teich, 119 in einem Fluss und 29 Menschen in der Ost- und Nordsee. Einige Personen ertranken auch in Hafenbecken oder Schwimmbädern. Immer wieder kommt es zu Badeunfällen. Die Ursachen sind vielfältig und häufig auf die  Ahnungslosigkeit und Unwissenheit der Schwimmer zurückzuführen. Laut Angaben des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) können auch viele der Badeunfälle auf eine Selbstüberschätzung des Schwimmers zurückgeführt werden. Die Bader würden oft zu weit hinaus auf den See schwimmen und erst zu spät merken, dass sie dabei ermüden und keine Kraft für den Rückweg haben.

Das Deutsche Rote Kreuz und die Deutsche Lebensrettungs-Gesellschaft (www.dlrg.de) erteilen daher grundlegende Ratschläge für Schwimmer und Badende.

Dazu gehören u.a.

  • nicht erhitzt oder mit vollem Magen ins Wasser gehen
  • stets in der Nähe des Ufers schwimmen und unbewachte Gewässer meiden
  • Bereiche mit Wasserpflanzen oder auch Schiff-Fahrtsstrassen meiden.
  • Abstand halten: Mindestens 100m Abstand halten zu Häfen, Wehren, Schleusen, Industrieanlagen und  Spundwänden.
  • auf Badeverbote, örtliche Warnhinweise (z.B. Flaggen) und Wetterbedingungen achten
  • keinen Alkohol trinken und nicht alleine an unbewachten Stellen schwimmen
  • Sich vor dem Baden über die Gefahren wie Strömungen, Wassertiefe, Brücken und Schiffsverkehr informieren
  • Vorsicht ist bei Brückenpfeilern und Bunenfeldern geboten. Hier können veränderte Strömmungsverhältnisse vorliegen, die zu einer Sogwirkung führen. Diese Bereiche sind zu vermeiden oder weiträumig zu umschwimmen
  • Auf Gezeiten achten: Gezeitenströmungen können normale Flussströmungen verstärken.
  • Auf Unterkühlung achten: Meeres- und Flusswasser erwärmt sich nicht so schnell wie das Wasser in Seen oder Bädern und kann daher schneller zur Unterkühlung führen
  • Kinder die nicht schwimmen können, niemals unbeaufsichtigt lassen
  • Kindern so früh wie möglich Schwimmunterricht erteilen
  • Jugendliche und Erwachsene in „Erster Hilfe“ ausbilden

 Die meisten Badeunfälle in der Freizeit sind vermeidbar. Die Badetipps sind so trivial wie auch selbstverständlich und doch, werden sie viel zu oft vernachlässigt.