19. Sep 2013

Deutschland: Grippewelle auch für Reisende ein Thema

Flugzeug (1) Geschätzte 7,7 Millionen influenzabedingte Arztbesuche soll es während der Grippewelle 2012/2013 gegeben haben. In einer gemeinsamen Pressemitteilung des Robert Koch-Instituts (RKI), des Paul-Ehrlich-Instituts (PEI) und der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) wurden am 17. September die Opferzahlen der letzten Grippewelle bekannt gegeben. Demnach betrug die Zahl der Krankschreibungen mit geschätzten 3,4 Millionen Personen den höchsten Wert in den letzten zehn Jahren. Diese Zahl belegt eine starke Betroffenheit der Altersgruppe zwischen 15 bis 59 Jahre während der letzten Grippesaison. Insgesamt dauerte die Grippewelle 2012/2013 mit 19 Wochen, länger als in vielen anderen Jahren zuvor und zeigt damit, dass der Verlauf nie vorhersagbar ist. Die Schutzmöglichkeiten stehen jetzt schon zur Verfügung und sind jedes Jahr gleich: Impfung und Hygiene.

Die neuen Impfstoffe der Grippesaison 2013/2014 stehen zur Verfügung

Das Paul-Ehrlich-Institut hat bereits Anfang September die ersten Dosen des Grippeimpfstoffs für die kommende Saison freigegeben. Inzwischen sind mehr als 10 Millionen Impfdosen des neuen Grippeimpfstoffes freigegeben, weitere Freigaben laufen kontinuierlich weiter. Risikopersonen sollten die Zeit vor der Grippewelle nutzen und rechtzeitig zum Impfen gehen. Die Monate Oktober und November gelten als „ideale Impfmonate“ da in dieser Zeit noch rechtzeitig vor Eintreffen der Grippewelle in Deutschland eine ausreichende Immunität aufgebaut werden kann. Auch später, d.h. während der Grippewelle, kann noch geimpft werden. Allerdings besteht zu einem späteren Zeitpunkt  das Risiko sich zu infizieren, bevor der Impfschutz aufgebaut wird.

Unterschiedliche Impfstoffe, für unterschiedliche Zielgruppen

In der Pressemitteilung informieren die Fachinstanzen darüber, dass neben den inaktivierten saisonalen Impfstoffen in dieser Saison für Kinder ab zwei Jahren und Jugendliche bis 18 Jahre ein abgeschwächter Lebendimpfstoff zur Verfügung steht, der als Nasenspray verabreicht werden kann. Des Weiteren steht für ältere Personen über 65 Jahre wieder ein inaktivierter adjuvantierter Impfstoff zur Verfügung und für Menschen mit Hühnereiweißallergie wieder ein Impfstoff, der in Zellkulturen und nicht in Bruteiern hergestellt wurde, so die Experten. Wichtig ist, dass in dieser Saison auch ein Impfstoff mit einer zusätzlichen B-Komponente zur Verfügung steht.

Wer zählt zu den Risikopersonen?

Personen älter als 60 Jahre, Schwangere, sowie Kinder, Jugendliche und Erwachsene, mit gesundheitlicher Gefährdung infolge eines Grundleidens (z.B. chronische Erkrankungen der Atmungsorgane, Herz-Kreislauf, Stoffwechselkrankheiten wie Diabetes, Immundefekte, chronisch neurologische Erkrankungen), sollten sich auf jeden Fall durch eine Grippe-Impfung schützen. Auch medizinisches Personal und Personen in Einrichtungen mit umfangreichem Publikumsverkehr, wie zum Beispiel Lehrer und Erzieher, sollten sich impfen lassen.

Wie groß ist das Gripperisiko für Reisende?

Reisende haben in der Regel während ihrer Reise vermehrt Personenkontakte und sind auf Bahnhöfen, Flugplätzen, Busplätzen Menschenansammlungen und Klimaanlagen vermehrt ausgesetzt. Dadurch steigt das Risiko für den Einzelnen. Daher hat die Deutsche Gesellschaft für Tropenmedizin und internationale Gesundheit (DTG) speziell für Reisende Empfehlungen ausgesprochen. Zu den Reisenden, die ein erhöhtes Expositionsrisiko (= das Risiko einem Krankheitserreger ausgesetzt zu sein) besitzen gehören: Passagiere auf Kreuzschiffen, Reisende auf längeren Flug-, Bus- oder Bahnfahrten, Reisende mit organisierten Touristengruppen, Reisende mit Besuch von Großveranstaltungen und Mekka-Pilger.

Die Reisezeit spielt eine Rolle

Für Reisen in folgende  Gebiete mit aktuellen Ausbrüchen ist prinzipiell eine Grippeimpfung empfohlen: Reisen auf der nördlichen Hemisphäre zwischen November und April, Reisen auf der südlichen Hemisphäre zwischen Mai und Oktober und Reisen in die Tropen oder Subtropen (zwischen den Wendekreisen) ganzjährig.


Impfschutz nach 10 bis 14 Tagen

Der saisonale Impfstoff setzt sich jedes Jahr aus Bestandteilen der aktuell weltweit zirkulierenden drei Influenza-Virustypen zusammen. Der Impfschutz beginnt sich nach 7 Tagen zu entwickeln. Nach 10 bis 14 Tagen hat der Körper einen vollständigen Immunschutz aufgebaut. Personen mit erhöhtem Risiko, die sich unsicher sind, ob eine Influenza-Impfung für sie sinnvoll und empfohlen ist, sollten sich mit ihrem Arzt besprechen und gemeinsam eine Entscheidung treffen.