9. Okt 2021

Deutschland: Gute Zeit für Grippe-Schutzimpfung

grippe-flughafen iStock/Manuel_Faba_Ortega

Jetzt ist eine gute Zeit für die Grippe-Schutzimpfung. Besonders Personen mit einem erhöhten Risiko für den schweren Verlauf einer Grippe, sollten sich jetzt impfen lassen um rechtzeitig vor Beginn der Grippewelle geschützt zu sein. Dazu rufen alljährlich das Bundesministerium für Gesundheit, die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, das Robert Koch-Institut und das Paul-Ehrlich-Institut in einer gemeinsamen Pressemitteilung auf. In diesem Winter ist die Schutzimpfung vor allem auch vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie besonders wichtig. Schutzmaßnahmen gegen das Coronavirus im vergangenen Jahr haben auch die Influenzaviren erfolgreich eingedämmt. Daher vermuten Gesundheitsexperten, dass aufgrund der ausgebliebenen Grippewelle 2020/21 unser Immunsystem in diesem Winter weniger gut auf die zirkulierenden Influenzaviren vorbereitet sein könnte. Insbesondere Menschen mit erhöhtem Gesundheitsrisiko, darunter Menschen ab 60 Jahren, Schwangere und chronisch Kranke aller Altersgruppen, sollten sich im Oktober, November oder in der ersten Dezemberhälfte gegen Grippe impfen lassen, so die medizinischen Experten. Auch Personen mit einem erhöhten beruflichen Ansteckungsrisiko, sollten sich gegen die saisonale Grippe impfen lassen. Für Personen ab 60 Jahren wurde ein quadrivalenter Hochdosis-Grippeimpfstoff entwickelt, der von der Ständigen Impfkommission (STIKO) empfohlen wird.

Einmalige Impfung schützt die ganze Grippesaison  

Eine einmalige Impfung bietet bei Kindern und Erwachsenen bereits einen ausreichenden Schutz für die gesamte Grippesaison. Da sich die Grippeviren schnell verändern können, ist es wichtig, sich alljährlich vor der Grippesaison mit dem aktuellen Impfstoff impfen zu lassen. Die Ständige Impfkommission am Robert Koch-Institut /STIKO) empfiehlt Risikogruppen die jährliche Impfung mit einem sog. inaktivierten quadrivalenten Impfstoff mit aktueller von der WHO empfohlenen Antigenkombination. Dieser sogenannte „Vierfachimpfstoff“ setzt sich jedes Jahr aus Bestandteilen der aktuell weltweit zirkulierenden vier Influenza-Virustypen zusammen. Der Impfschutz beginnt sich nach sieben Tagen zu entwickeln. Nach 10 bis 14 Tagen hat der Körper einen vollständigen Immunschutz aufgebaut. Über die Sicherheit und Wirksamkeit der Grippeschutzimpfung, informiert die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA)

Bei Fernreisen kommt es häufig zu einer Ansteckung mit Influenzaviren    

Die DTG (Deutsche Gesellschaft für Tropenmedizin, Reisemedizin und Globale Gesundheit e. V.) empfiehlt die Influenza-Impfung auch Reisenden, da die Influenza die häufigste impfpräventable („durch Impfung verhütbare“) Infektionskrankheit auf Fernreisen ist. Während der Reise bestehen meist vermehrt Personenkontakte durch Menschenansammlungen an Bahnhöfen, Flughäfen und Busplätzen. Dadurch steigt das Ansteckungsrisiko für Influenza für den Einzelnen. Die DTG hält daher die Grippeimpfung für sinnvoll, für Reisende mit erhöhtem Risiko für schwere Krankheitsverläufe, sowie generell für Reisende die ihr Risiko für eine Erkrankung senken wollen. Zum Personenkreis mit erhöhtem Risiko gehören u.a. Passagiere auf Kreuzfahrtschiffen, Reisende auf längeren Flug-, Bus- oder Bahnfahrten, Reisende mit organisierten Touristengruppen, Reisende mit Besuch von Großveranstaltungen und Mekka-Pilger. Außerdem besteht oftmals die Gefahr, dass die Influenza als Gesundheitsrisiko v. a. auf Reisen bagatellisiert wird. Entwickelt man auf einer Reise in die Tropen zum Beispiel Fieber, so muss dies unbedingt abgeklärt werden damit eine Malaria oder auch ein Dengue Fieber ausgeschlossen werden kann. Darunter kann eine ganze Urlaubsreise leiden, da so eine Abklärung Zeit und Geld kostet. Zudem können manche Krankenhäuser und Gesundheitseinrichtungen in Ländern mit mangelhafter medizinischer Versorgung und unzureichenden Hygienestandards auch Infektionsrisiken für viele andere Erkrankungen bergen.

Die saisonale Influenza wechselt alljährlich zwischen Nord- und Südhalbkugel   

Die saisonale Influenza wechselt im jahreszeitlichen Rhythmus alljährlich zwischen Nord- und Südhalbkugel (Nordhalbkugel: November - April; Südhalbkugel: Mai – Oktober). Derzeit besteht somit für Fernreisenden in die nördliche Hemisphäre die Empfehlung einer Influenza-Impfung. Zur Nordhalbkugel, die sich nördlich des Äquators befindet, gehören Europa, Asien, Nordamerika sowie der größere Teil Afrikas, der nördliche Teil Südamerikas und Grönland. Die saisonale Influenza beim Menschen wird durch humane Influenza A-Viren und Influenza B-Viren verursacht.

Der Krankheitsverlauf einer Influenza kann tödlich sein

Die fieberhaften Beschwerden können sich in vielerlei Weise äußern. Zumeist sind es hohes Fieber, Glieder- und Kopfschmerzen, Hals- und Brustschmerzen oft im Zusammenhang mit einem starken Hustenreiz, als auch Übelkeit und Erbrechen. Die Beschwerden dauern zumeist bis zu einer Woche an, die Erholungsphase des Körpers auf einen grippalen Infekt kann sich jedoch über mehrere Wochen oder gar Monate hinwegziehen. Die häufigsten Komplikationen sind in erster Linie eine Lungenentzündung, die vor allem ältere Menschen stark gefährdet, als auch eine Hirnhautentzündung, die insbesondere Kinder betrifft. Die meisten Influenza-Krankheitsfälle treten zwischen Dezember und April auf, wodurch die Monate Oktober und November als geeignete Impfmonate angesehen werden können.