18. Mrz 2021

Deutschland: März bis Oktober ist Zeckensaison

Altes Ehepaar, Auf der Bank iStock/Spiritartist

Im Jahr 2020 erreichte Deutschland einen traurigen Höchststand an FSME-Erkrankungen (Frühsommer-Meningoenzephalitis). Unter den erfassten 704 FSME-Erkrankungen, die überwiegend in Deutschland erworben wurden, sind aber auch andere europäische Länder als mögliche Infektionsländer von deutschen Reisenden genannt worden. Zu diesen möglichen Infektionsländern außerhalb Deutschlands zählten deutsche Reisende in den vergangenen beiden Jahren Österreich, Frankreich, Schweiz, Tschechien, Schweden, Litauen, Polen, Italien, Estland, Lettland, Russland, Griechenland, Kroatien, Ungarn und England.

Neben der FSME wird auch die Borreliose durch Zecken übertragen 

Auch andere Erkrankungen in Deutschland werden durch Zecken übertragen. Dazu zählt zum Beispiel die Borreliose. Da in Deutschland die Borreliose nach dem Infektionsschutzgesetz grundsätzlich nicht meldepflichtig ist und nur einzelne deutsche Bundesländer für ihr Bundesland eine Meldepflicht eingeführt haben, gibt es für Deutschland keine eindeutigen jährlichen Gesamtzahlen. Basierend auf Untersuchungen geht das Robert Koch-Institut von jährlich 214.000 Patienten aus, da durch Abrechnungen von Ärzten und Krankenhäusern bezüglich einer Lyme-Borreliose Rückschlüsse auf die Krankheitshäufigkeiten möglich sind. Doch unabhängig von der genauen Anzahl der Neuerkrankungen pro Jahr sind sich die Experten einig, dass es sich bei der Lyme-Borreliose um eine in Deutschland weitverbreitete Krankheit handelt, die ernst zu nehmen ist. 

Die meisten Zeckenstiche geschehen in der Freizeit bei Freilandaufenthalten

Die Hauptübertragungszeit für Zecken findet in den wärmeren Monaten des Jahres meist zwischen März bis Oktober statt. Witterungsbedingt kann es aber schon vorher und nachher zu Infektionen kommen. Besonders stark vermehren sich die Zecken in den warmen und trockenen Sommermonaten, wodurch die Hauptübertragungszeit jedes Jahr im Juni und Juli ihren Höhepunkt findet. Ausflügler, vor allem an den ersten warmen Sonnentagen des Jahres, sollten aufpassen. Denn die meisten Zeckenstiche werden in der Freizeit bei Freilandaufenthalten erworben. Die meisten Erkrankungen werden meist aus Baden-Württemberg und Bayern gemeldet. Nur noch wenige Kreise sind in diesen beiden Bundesländern nicht von der FSME betroffen. In Bayern sind es die Stadtkreise München, Augsburg und Schweinfurt sowie der Landkreis Fürstenfeldbruck und in Baden-Württemberg ist nur mehr der Stadtkreis Heilbronn. Die übrigen Kreise in Bayern und Baden-Württemberg gelten als FSME-Risikogebiete.

Ein Schutz ist für die FSME-Risikogebiete empfohlen

Für die Bevölkerung der FSME-Risikogebiete sowie für Reisende in die ausgewiesenen Risikogebiete ist ein guter Zeckenschutz und ein FSME-Impfschutz ratsam. Zu den sogenannten FSME-Risikogebieten zählen diejenigen Gebiete mit FSME-Vorkommen, in denen ein erhöhtes Erkrankungsrisiko für Personen mit vermehrtem Zeckenkontakt besteht. So z. B. durch häufige und/oder längere Aufenthalte im Grünen (Bewohner mit Gärten, Urlauber, Ausflügler etc.), aber auch beruflich exponierte Personen (Förster, Jäger, Waldarbeiter etc.). Die FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis) ist eine ernst zu nehmende Infektionskrankheit, bei der es zu einer Meningitis (Hirnhautentzündung), einer Enzephalitis (Gehirnentzündung) oder auch zu einer Myelitis (Entzündung des Rückenmarks) kommen kann. Bei rund 30 – 40 % kann es zu bleibenden Schäden kommen. Daher empfiehlt die Ständige Impfkommission am Robert Koch-Institut, kurz „STIKO“, eine Schutzimpfung allen Personen, die in FSME-Risikogebieten zeckenexponiert sind. Die Impfempfehlung betrifft somit gleichsam Einwohner als auch Besucher der Risikogebiete, wie Ausflügler, Spaziergänger oder Wanderer.