24. Sep 2014

Deutschland: Schutz vor saisonaler Grippewelle

Zu rund 780.000 Influenza-bedingten Arztbesuchen kam es während der letzten Grippewelle 2013/2014. Die letzte Grippesaison begann spät und endete früh. Die Zahl der Influenzabedingten Arztbesuche fiel dadurch sehr gering aus und betrug nur einen Bruchteil des Wertes der wesentlich stärker ausgefallenen Grippewelle im Jahr 2012/2013, in der es zu geschätzten 7,7 Millionen influenzabedingten Arztbesuchen gekommen ist.  Darüber informierte das Robert Koch-Institut, das Paul-Ehrlich-Institut und die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung in einer gemeinsamen Pressemitteilung am 23. September 2014. Bereits in der Vergangenheit, betonen die Experten, wurden diese Stärkeschwankungen im Zwei-Jahres-Rhythmus beobachtet und mahnen zur Vorsicht für die kommende Saison. Der Präsident des Robert Koch-Instituts (RKI) Reinhard Burger empfiehlt daher alle Schutzmöglichkeiten gegen Grippe zu nutzen, um das individuelle Erkrankungsrisiko zu senken.   

Risikogruppen sollten sich schützen  

Als wichtigste Schutzmaßnahme gegen Influenza gilt nach wie vor die Impfung, die von der Ständige Impfkommission (STIKO) Personen ab 60 Jahren, Schwangeren, sowie Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen, mit gesundheitlicher Gefährdung infolge eines Grundleidens (z.B. chronische Erkrankungen der Atmungsorgane, Herz-Kreislauf, Stoffwechselkrankheiten wie Diabetes, Immundefekte, chronisch neurologische Erkrankungen) empfohlen wird. Auch medizinisches Personal und Personen in Einrichtungen mit umfangreichem Publikumsverkehr, wie zum Beispiel Lehrer und Erzieher, sollten sich impfen lassen. Weitere Informationen und Materialien zur Grippeschutzimpfung für Schwangere, Personen ab 60 Jahre, chronisch Kranke und medizinisches Personal sind kostenlos bei der BZgA bestellbar.   

Zu niedrige Risikowahrnehmung bei Schwangeren   

Einer aktuellen Befragung von Schwangeren, die das Bundesministerium für Gesundheit durchführte zufolge, waren während der Grippesaison 2012/2013 nur ein knappes Viertel (23,2%) der Schwangeren gegen Influenza geimpft. Ein Drittel wusste gar nicht, dass sie zur Risikogruppe gehören und eine Impfempfehlung besteht. Ein fehlendes Vertrauen in die Impfung und eine niedrige Risikowahrnehmung waren die häufigsten Begründungen gegen die Impfung. Die Direktorin der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA), Elisabeth Pott, erklärt, dass während der Schwangerschaft die Immunabwehr weniger aktiv ist, sodass schwangere Frauen anfälliger für Infektionen sind und das Risiko für schwere Verläufe der Grippe steigt. Die Grippeimpfung der werdenden Mutter hingegen, schützt auch das Kind nach der Geburt.   

Unterschiedliche Impfstoffe stehen zur Verfügung   

Eine Vielzahl von Influenza-Impfstoffen steht zur Verfügung. Neben Impfstoffen mit Wirkverstärker für Personen über 65 Jahre, gibt es auch Impfstoffe für Kinder und Jugendliche von drei bis 17 Jahren, die als Nasenspray verabreicht werden können. Auch für Hühnereiweißallergiker gibt es einen speziellen Impfstoff. Das Paul-Ehrlich-Institut gibt eine Übersicht mit Altersangaben zu diesen Impfstoffen.  Über die Sicherheit und Wirksamkeit der Grippeschutzimpfung, informiert die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA).   

Impfschutz nach 10 bis 14 Tagen  

Der saisonale Impfstoff setzt sich jedes Jahr aus Bestandteilen der aktuell weltweit zirkulierenden drei Influenza-Virustypen zusammen. Der Impfschutz beginnt sich nach 7 Tagen zu entwickeln. Nach 10 bis 14 Tagen hat der Körper einen vollständigen Immunschutz aufgebaut. Personen mit erhöhtem Risiko, die sich unsicher sind, ob eine Influenza-Impfung für sie sinnvoll und empfohlen ist, sollten sich mit ihrem Arzt besprechen und gemeinsam eine Entscheidung treffen.