14. Aug 2015

Deutschland: Vorsicht vor dem Fuchsbandwurm

Fuchs / Dänemark interMEDIS / Pechel Die Zahl der Echinokokkose-Fälle in Deutschland lag im Jahr 2014 bei 25 Erkrankungen. Die Erkrankten wurden aus sechs verschiedenen Bundesländern gemeldet: 9 aus Baden-Württemberg, 8 aus Bayern, 3 aus Hessen, je 2 aus Niedersachsen und Rheinland-Pfalz sowie einen aus dem Saarland. Über 80 % waren mindestens 40 Jahre alt. Die Statistiken zeigten auch, dass im Vergleich zu den Vorjahren die Meldezahlen rückläufig waren.

Der Fuchsbandwurm kommt in allen Flächen-Bundesländern vor

In manchen Regionen im Südwesten Deutschlands sind über 70% der Füchse befallen. Untersuchungen ergaben in Stuttgart eine Befallsrate von 20%, in Oberbayern von 27% und Zürich von 48%. Auch von der Schwäbischen Alb werden besonders hohe Befallszahlen von über 50% bei Füchsen berichtet. In einer zweijährigen Untersuchung von 3300 niedersächsischen Füchsen durch das Veterinärinstitut Hannover, zeigte sich, dass die Infektionszahlen in einigen Regionen Niedersachsens angestiegen und Ausbreitungstendenzen nachweisbar waren. Dabei wiesen die Ergebnisse darauf hin, dass der Süden des Landes stärker betroffen war als der Norden. In allen Flächen-Bundesländern wurde der Fuchsbandwurm bisher nachgewiesen.

Besonders betroffen: Süddeutsche Raum, Nordschweiz, Westösterreich und Ostfrankreich.

Der Fuchsbandwurm (Echinococcus multilocularis) tritt in der nördlichen Hemisphäre auf. In Mitteleuropa wurde in den vergangenen Jahren in fast allen Ländern ein Befall der Füchse durch den Fuchsbandwurm festgestellt. Besonders betroffen ist der Süddeutsche Raum, die Nordschweiz, Westösterreich und Ostfrankreich. Die Eier des Fuchsbandwurmes werden durch Füchse mit dem Kot ausgeschieden. Der Mensch infiziert sich durch die orale Aufnahme der Eier, z.B. durch den Verzehr von mit Eiern verunreinigten Lebensmitteln (z.B. Gemüse, Obst, v.a Beerenfrüchte wie Heidel- und Preiselbeeren) - oder auch Trinkwasser. Auch durch engen Kontakt mit Füchsen besteht ein erhöhtes Infektionsrisiko. Aus den Eiern entwickeln sich im Menschen Larven, die durch ein raumforderndes, tumorähnliches Wachstum des Larvengewebes vor allem in der Leber - aber auch in anderen Organen - zu erheblichen Organfunktionsstörungen führen, die häufig tödlich enden. Unter allen Wurmerkrankungen des Menschen ist der Befall durch den Fuchsbandwurm, diejenige die am häufigsten zum Tode führt.

Tipps und Schutzmaßnahmen

Gute Schutzmaßnahmen sind unerlässlich um das Risiko einer Infektion zu reduzieren. Folgende Schutzmaßnahmen sollten eingehalten werden:

  • In Risikogebieten sollten Waldfrüchte (Beeren, Pilze, usw.), Gemüse (Salat), Beeren aus Freilandkulturen als auch Fallobst sehr gründlich gewaschen werden bevor sie verzehrt werden. Am sichersten gilt das Abkochen bei über 60° mindestens 10 Minuten lang.
  • Nach Garten-, Wald- und Feldarbeiten Hände sorgfältig waschen (auch Kinder nach dem Kontakt mit Erde beim Spielen o.ä. gründlich abwaschen)
  • Keine toten Waldtiere - v.a. Füchse anfassen! Hunde von Kadavern und Fuchsbauten fernhalten.
  • Hunde die von Jägern zum Aufstöbern von Fuchsbauten eingesetzt werden, sollten nach ihrem Einsatz abgeduscht werden.
  • Personen die mit infizierten Trägern des Fuchsbandwurmes in Kontakt kamen oder auch Personen mit erhöhtem Infektionsrisiko (z.B. Jäger, Waldarbeiter, Förster, Tierärzte, Gerber, Präparatoren) können mittels einer Blutuntersuchung sich testen lassen um dadurch den Wurmbefall rechtzeitig zu erkennen.