8. Mai 2016

Deutschland: Vorsicht vor FSME

Insgesamt sieben FSME-Erkrankungsfälle wurden dem Robert Koch-Institut (RKI) bereits in diesem Jahr gemeldet. Im Vorjahr wurden landesweit 220 FSME-Erkrankungen gezählt. Aktuell gibt es in Deutschland 145 Kreise, die als FSME-Risikogebiete ausgewiesen werden. Je nach Risiko teilt das Robert Koch-Institut die Regionen mit FSME-Vorkommen ein. Als Gebiete mit erhöhtem Risiko gelten: Bayern, Baden-Württemberg, Hessen, Thüringen, Rheinland-Pfalz, Sachsen und Saarland; ein  eher geringes Risiko besteht in Berlin, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein.  

Saisonale Hauptübertragungszeit: Höhepunkte im Juni und Juli

Die Zecken sind in den Risikogebieten der freien Natur nahezu überall anzutreffen. Man findet sie u.a. in Büschen, Bäumen, Wiesen, Gräsern und am Waldboden. Mit der Aktivität der Zecken steigt auch das Übertragungsrisiko für Krankheiten wie Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) und Borreliose. Die Übertragung der Krankheitserreger erfolgt überwiegend in den Monaten März bis Oktober. Besonders stark vermehren sich die Zecken in den warmen und trockenen Sommermonaten, wodurch die Hauptübertragungszeit alljährlich meist im Juni und Juli ihren Höhepunkt findet. Ausflügler, vor allem an den ersten warmen Sonnentagen des Jahres, sollten aufpassen. Denn die meisten Zeckenstiche werden in der Freizeit bei Freilandaufenthalten erworben.   

Impfschutz ist für Risikogebiete empfohlen

Ein erhöhtes Übertragungsrisiko besteht bei häufigen und/oder längeren Aufenthalten im Grünen (Bewohner mit Gärten, Urlauber, Ausflügler, etc.) aber auch beruflich exponierte Personen (Förster, Jäger, Waldarbeiter, etc.) tragen ein höheres Risiko. Baden-Württemberg und Bayern gelten als die Bundesländer in denen es alljährlich zu den meisten Erkrankungsfällen kommt. Eine FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis) ist eine ernst zu nehmende Infektionskrankheit, bei der es zu einer Meningitis (Hirnhautentzündung), einer Enzephalitis (Gehirnentzündung) oder auch zu einer Myelitis (Entzündung des Rückenmarks) kommen kann. Mit zunehmendem Alter des Patienten wächst die Gefahr einer Enzephalitis. Bei rund 30 - 40% kann es zu bleibenden Schäden kommen. Für die Bevölkerung der FSME-Risikogebiete, sowie für Reisende in die ausgewiesenen Risikogebiete  sind ein guter Zeckenschutz und ein FSME-Impfschutz ratsam. In aller Regel zahlen die Krankenkassen Personen die in Risikogebieten leben die Impfungen.