19. Feb 2016

Deutschland: Zika-Virus-Infektionen bei Reiserückkehrern

iStock/Andresr Das Zika-Virus breitet sich in der Karibik, sowie in Süd- und Mittelamerika weiter aus. Ein Schwerpunkt der aktuellen Ausbreitung des Zika-Virus liegt in Brasilien und Kolumbien. In Brasilien wurden bis 15. Februar landesweit rund 40.000 Erkrankungen berichtet – darunter drei Todesfälle bei Personen mit Vorerkrankungen. In Kolumbien wurden bis 13. Februar mehr als 31.500 Erkrankungsfälle registriert und in Venezuela mehr als 5.000 Verdachtsfälle. In Mexiko wurden im Januar 2016 landesweit rund 50 Zika-Virus-Infektionen registriert, in Honduras waren es bis Februar 2016 mindestens 4.785 Fälle. Auch aus der Karibik melden sowohl die Dominikanische Republik, als auch Puerto Rico, Barbados und Martinique Zika-Virus-Fälle. In der Dominikanischen Republik wurden die Erkrankungen v.a. aus Distrito Nacional, Jimani, Santo Domingo Norte und Santa Cruz del Barahona berichtet.

20 Deutsche Reisende erkranken an Zika-Virus

Auch deutsche Reisende sind in der Zwischenzeit erkrankt. Bis 15. Februar meldete das Bernhard-Nocht-Institut 20 Zika-Virus-Infektionen bei Reiserückkehrern. Da bislang noch keine Meldepflicht für Zika-Virus-Infektionen besteht kann eine Dunkelziffer unbemerkter Zika-Virus-Fälle angenommen werden. Aus verschiedenen Europäischen Ländern wurde in den vergangenen Wochen Infektionen bei Reiserückkehrern festgestellt. In Frankreich waren es bislang 18 Fälle die bei Reisen nach Martinique, Brasilien und Kolumbien erworben wurden. Auch Italien, Spanien, Schweiz und Irland berichteten über vereinzelte Zika-Fälle nach Reiserückkehr aus Kolumbien und Brasilien. 

39 Länder von Zika-Virus betroffen

Die WHO informiert, dass sich das Zika-Virus seit Januar 2007 in 39 Ländern ausgebreitet hat. Das Zika-Virus gilt als sog. „emerging pathogen“, d.h. es handelt sich um einen neu aufkommenden Krankheitserreger, der über das Potential verfügt sich möglicherweise in viele Länder der Welt auszubreiten. In sechs Ländern (Brasilien, Französisch Polynesien, El Salvador, Venezuela, Kolumbien und Surinam) wurde eine Zunahme der Mikrozephalie bei Neugeborenen (geringer Kopfumfang der mit geistigen Behinderungen einher geht) und das Guillian-Barré-Syndrom, eine akut auftretende Nervenkrankheit bei Erwachsenen im Zusammenhang mit einer Zika-Virus-Infektion festgestellt. Wissenschaftliche Beweise für einen Zusammenhang existieren jedoch bis dato noch nicht. Die WHO warnt dennoch insbesondere Schwangere, als auch Frauen mit der Absicht einer Schwangerschaft und ihre Sexualpartner vor einer Reise in Länder mit erhöhtem Zika-Virus-Vorkommen. Zudem dürfen sich Reiserückkehrer aus Ländern mit Zika-Virus-Vorkommen für 6 Monate keiner Blutspende unterziehen.

Fieber innerhalb von 3 Wochen nach Reiserückkehr kann auf Zika-Virus-Infektion hinweisen

Auch wenn eine Infektion mit dem Zika-Virus mehrheitlich milde verläuft, so können Vorerkrankungen den Verlauf der Krankheit verschlimmern. Daher sollten Reiserückkehrer, insbesondere solche mit chronischen Krankheiten, bei einer auftretenden Fiebersymptomatik eine Infektion mit dem Zika-Virus ausschließen. Zika-Viren werden durch dieselben Mückenart übertragen, die auch Dengue-Viren übertragen können – sogenannte Aedes. Die gesundheitlichen Probleme ähneln den Beschwerden, die auch beim Dengue-Fieber auftreten können. Meistens kommt es bei der Erkrankung zu einem Hautausschlag mit Fieber, Augenrötung und Gelenkschmerzen. Der Hautausschlag besteht durchschnittlich für sechs Tage. Die Krankheitsdauer bei einer Zika-Virus-Infektion beträgt durchschnittlich 3-7 Tage. Unspezifische Beschwerden wie Fieber, Kopfschmerzen, Abgeschlagenheit, Muskel- und Gelenkschmerzen und Hautausschlag die innerhalb von 3 Wochen nach Reiserückkehr auftreten, können auf eine Infektion mit dem Zika-Virus hinweisen. Meistens verläuft die Infektion mit dem Zika-Virus jedoch milde oder auch unbemerkt und beschwerdefrei. Diese Tatsache ist wichtig für schwangere Reiserückkehrerinnen oder auch von der Reise zurückkehrende Partner von Schwangeren. In beiden Fällen empfiehlt das Bernhard-Nocht-Institut eine Blutuntersuchung auf Zika-Virus.

Guter Mückenschutz reduziert das Infektionsrisiko

Da sowohl Dengue Fieber als auch Zika-Virus-Infektionen durch Mücken übertragen werden, ist ein guter und vorsorglicher Mückenschutz unbedingt erforderlich. Reisende sollten daher in jedem Fall Haut bedeckende Kleidung tragen, Mückennetze am Schlafplatz einsetzen und insbesondere an freien Hautstellen sich regelmäßig - Tag und Nacht - mit Mückenabweisenden Cremes oder Lotionen einschmieren. Auch das Mitführen von Geräten die zum Fernhalten von Mücken Ultraschall-Signale aussenden, kann sinnvoll sein. Schwangere sollten gegenwärtig nicht in die betroffenen Länder reisen.